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Konzentriert auf das Wesentliche

Wenig Technik, reduziertes Raumprogramm und ganz viel Erholung

Ein einfaches Leben muss nicht spartanisch sein. Einfaches Wohnen schon gar nicht. Grundriss,... mehr

Ein einfaches Leben muss nicht spartanisch sein. Einfaches Wohnen schon gar nicht. Grundriss, Material und Ausführung bestimmen, wie aus wenig viel werden kann – viel an Erholung, viel an Wohnkomfort. Zugegeben, auch die Aussicht und die Umgebung tragen ihren Teil dazu bei. Die Konzentration der Blickrichtung auf die Lieblingsaussicht ist ein Luxus, der nicht mit aufwendigen Konstruktionen oder Materialien umgesetzt werden muss. Von der Zurückhaltung und Reduziertheit, auf die sich die Bauherren eingelassen haben, zeigt sich Architekt Juri Troy begeistert: „Von Beginn an konnte vieles in Gesprächen hinterfragt und vereinfacht werden.“

Schlafräume und Arbeitsplatz oben, Wohnen, Essen und Kochen unten lautet die Formel für das schlichte Raumkonzept. Die Raffinesse steckt im Detail. Etwa in der Loggia, die sich schützend vor der über beide Geschosse voll verglasten Giebelwand aufbaut. Oder in dem Sichtbetonkern, der aus dem Betonfundament wächst und Treppe, Technik und Nasszellen geschickt beherbergt. Darum herum gruppiert sich der eigentliche Raum mit den einzelnen Funktionsbereichen. Wie außen beziehen sich auch innen die Geschosse aufeinander, sind miteinander über Lufträume verbunden, ja geradezu ineinander verschränkt. Der grobe Charakter des Sichtbetons unterstreicht die handwerklich makellos mit unbehandelter Weißtanne ausgeführte Vertäfelung der Innenräume. Außen verkleiden vertikal angeschlagene, sägeraue Fichtenbretter die mit Holzwolle gedämmte Holzkonstruktion. Die Bauherren legten großen Wert auf unbehandelte, natürliche Materialien. Diese nachhaltige Einstellung hört bei der Wärme- und Stromgewinnung konsequenterweise nicht auf. So deckt das Niedrigenergiehaus seinen Energiebedarf ausschließlich mit Holz und Ökostrom. In seiner Einfachheit bietet das Haus die idealen Voraussetzungen, über unterschiedliche Lebensphasen hinweg genutzt zu werden. „Das Haus fungiert derzeit als Zweitwohnsitz, der mit der Wohnung in Wien auch für längere Phasen getauscht werden kann. Längerfristig ist aber auch ein Wechsel des Lebensmittelpunktes vollständig aufs Land angedacht“, weiß Troy über die Pläne der Bauherren.

www.juritroy.at

(Erschienen in CUBE Wien 03|19)