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Besser als zuvor

Durch den Wiederaufbau und die Sanierung eines Gründerzeitwohnhauses gewinnen Mieter und Stadtbild

Manchmal bewirken einschneidende Ereignisse Verbesserungen. Eine Gasexplosion in... mehr

Manchmal bewirken einschneidende Ereignisse Verbesserungen. Eine Gasexplosion in Rudolfsheim-Fünfhaus hatte ein Gründerzeithaus so stark beschädigt, dass der Abriss durchaus denkbar gewesen wäre. Die Besitzer entschieden sich aber für eine nachhaltige Sanierung inklusive Dachgeschossausbau. Das umfangreiche Sanierungskonzept des Wiener Büros Trimmel Wall Architekten galt daher nicht allein der Wiederherstellung des beschädigten Bestands. Vielmehr wurde das gesamte Gebäude unter Nachhaltigkeitsaspekten optimiert.

Die Energiebilanz des Hauses zu verbessern, war eine der Zielsetzungen der Sanierung. Das Naturmaterial Hanf dämmt nun die Fassade im Innenhof und an den wieder aufgebauten Straßenfassadenabschnitten. Die noch erhaltenen straßenseitigen Fassadenteile hingegen wurden mit einem hochdämmenden Aerogelputz versehen, der mit einer minimalen Materialstärke maximale Dämmung erzeugt. Er wurde als Teil eines Forschungsprojekts ausgeführt, für das die Technische Universität Wien das Monitoring übernahm. Umweltverträglich wurde auch der verloren gegangene Stuck aus Schaumglas nachgebildet, der noch erhaltene Terrakottastuck restauriert. Neu hinzugekommene textile Sonnenschutzrollos beleben die Süd- und Westfassade.

Einen markanten Eckpunkt setzt der Dachgeschossausbau, der als Holzkonstruktion mit Stahlrahmen ausgeführt wurde. Horizontale Lamellen schützen vor zu starker Sonneneinstrahlung im Sommer, lassen im Winter jedoch solare Wärmegewinne zu. Der Blick reicht hier oben vom Wienerberg bis hinüber zur Gloriette in Schönbrunn. Sieben der neun neu entstandenen Wohneinheiten sind als Maisonette mit Dachgärten und ‑terrassen zum Innenhof ausgebildet. Auf den weniger steilen Dachflächen wurde eine Solaranlage installiert.

Es entstand aber nicht nur neuer Wohnraum, auch die Bestandswohnungen wurden saniert. Sie profitieren heute von großzügigen, offenen Grundrissen und einer kontrollierten Wohnraumlüftung. Darüber hinaus bekam ein Drittel der Wohnungen eine Außenfläche in Form eines Gartens, eines Balkons oder einer Loggia auf der Hofseite hinzu. Alle Wohneinheiten sind jetzt über einen Aufzug barrierefrei erreichbar. Er ist Teil der neuen Erschließung, die in den Innenhof verlegt wurde. Der Hof erhält durch den Rückbau der Seitenflügel mehr Licht und wird zudem durch die Anhebung um ein Geschoss sowie die intensive Begrünung aufgewertet. Im nun überbauten Erdgeschoss haben die Haustechnik und sieben Stellplätze mit Elektroladestationen Platz. Insgesamt ist die Sanierung energetisch, funktional und optisch ein Gewinn für Eigentümer, Mieter und die Stadt.

www.architekten.or.at

Fotos:
Trimmel Wall Architekten

(Erschienen in CUBE Wien 02|21)

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