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Licht als Repräsentant und Tausendsassa

Kreatives Lichtdesign gepaart mit raffinierter Lichttechnologie verändern die Art und Weise, wie... mehr

Kreatives Lichtdesign gepaart mit raffinierter Lichttechnologie verändern die Art und Weise, wie wir Licht wahrnehmen und verwenden werden. Damit wäre schon fast alles gesagt, doch mit der steigenden Komplexität wachsen eben auch Unwissen und Zweifel, welches Licht denn nun das Passende für die eigenen Bedürfnisse ist. Denn durch die Technologien von LED und OLED (wir berichteten bereits mehrfach) ist hinsichtlich Form, Material, Platzwahl, Energieeffizienz und Farbspektrum so ziemlich alles möglich. Nicht mehr länger auf eine der Funktion gehorchenden Form abonniert, können sie ein Band, eine Kugel oder eben auch eine flache Scheibe sein. Befreit von fester Stromversorgung und dank handlicher Abmessungen werden die Leuchten zudem portabel und kabellos. „Mit dieser Einschränkung zu brechen und das Licht genau dahin zu stellen, wo es gerade gebraucht wird, führt zu einem anderen Umgang mit Gewohntem“, erklärt Dietrich F. Brennenstuhl, Geschäftsführer und Gründer der Nimbus Group. Durch die äußerst flache Bauweise im Millimeterformat ist eine Integration in Material, Möbel, als Wegweiser im Boden, an oder in der Treppe, im Handlauf oder in der Wand möglich und für die Verfechter des absoluten Purismus endlich eine alternative Lösung, Lampen überflüssig zu machen. Ungewöhnliche Lichtkonzepte vermögen die komplette (Innen-)Architektur räumlich neu zu denken und die kognitive Raumwahrnehmung bewusst zu täuschen.

Natürlich ist die Beleuchtungstechnik von heute intelligent, smart und spendet Wohlbefinden, denn Licht beeinflusst die biologischen Funktionen und taktet unsere innere Uhr. Elektronisches Lichtmanagement, kombiniert mit effizienten und langlebigen Lichtquellen sorgen zudem für einen sparsamen Energieverbrauch. Dabei regeln Lichtsensoren das künstliche Licht je nach einfallendem Tageslicht automatisch. Somit löst die LED sukzessive die so beliebte Halogenleuchte (230 Volt) ab, die seit dem 1. September 2016 nicht mehr in den Handel gebracht, jedoch noch abverkauft werden darf. Branchenexperte und Geschäftsführer von licht.de, Dr. Jürgen Waldorf ist überzeugt: „Die LED-Technik wird immer mehr Einsatzgebiete der Halogenlampe erobern.“

Um nun zu wissen, welches Lichtkonzept optimal greift, empfiehlt sich, unter Berücksichtigung der Hauseinrichtung, die Untersuchung des Tageslichtverlaufs. Früher war Lichtplanung für das Zuhause nicht so relevant. Man hat versucht, so zu bauen, dass die Räume möglichst gut und lange vom Tageslicht beleuchtet sind, da es den Drang zur Mehrfachverglasung mit Spezialbeschichtung nicht gab. Durch sie kann man zwar noch rausschauen, aber es kommt vergleichsweise wenig Licht hinein. Ein weiterer Anhaltspunkt ist die Farbwiedergabe (Ra) der Dioden, welche im Farbwiedergabeindex verankert ist. Er beschreibt, wie natürlich Farben wiedergegeben werden. Für Wohnbereiche ist ein Ra-Wert von 80 oder mehr richtig. Für eine wohnliche Lichtfarbe sorgt eine warmweiße Lichtquelle mit 2.700 bis 3.000 Kelvin. Zugleich ist diese Farbtemperatur auch als funktionale Beleuchtung beispielsweise im Arbeitszimmer geeignet, denn sie hat höhere Blauanteile und wirkt aktivierend. Vorteilhaft sind Leuchten mit zwei unterschiedlichen Lichtquellen, die sowohl tageslichtweißes, anregendes Licht am Morgen, als auch warmweißes, beruhigendes Licht am Abend beinhalten. Nun gibt es aber auch Räumlichkeiten, die wenig oder gar kein Tageslicht bieten wie innen liegende Bäder, Flure, Souterrain und Treppenareale. Sogenannte Bright Blinds wären eine Alternative, die ohne ein echtes Fenster eine tageslichtähnliche Atmosphäre simulieren. Dabei wird Licht mittels Elektrolumineszenz-Folien erzeugt, die sich an der Unterseite der Lamellen befinden. Ein- und Ausschaltung erfolgt über die Stange, die bei herkömmlichen Jalousien den Winkel der Lamellen einstellt. Möglich macht dies die OLED Technologie, denn sie ist, im Gegensatz zur LED-Technik, eine Flächenlichtquelle mit sanfter und diffuser Charakteristik. Die Module sind mit 0,7 mm extrem flach und durch ihre geringe Aufwärmung eignen sie sich gut zur Verwendung mit wärmesensitiven Materialien wie Stoffe oder Papier. Damit eröffnen sich vielfältige Anwendungsmöglichkeiten mit denen auch Wände, Decken oder Tapeten zum Leuchten gebracht werden können. Massenmarkttauglich ist dies noch nicht, dennoch blickt Dietmar Thomas vom Lumiblade Lichtlabor optimistisch in die Zukunft: „Auch die OLED-Technologie wird die Lichtwelt revolutionieren. Doch viele irren sich, wenn sie denken, sie würde die LED-Technik ablösen – vielmehr ergänzen sie sich auf ideale Weise in der Kombination von Punkt- und Flächenlicht.“ Fakt ist, beide Technologien lassen den Architekturstil erneut einem Wandel unterziehen. Die treibenden Parameter sind Energieeffizienz, menschliches Wohlbefinden, Gesundheit und Digitalisierung. Licht spielt bei allen Determinanten eine zentrale Rolle und wird so der Lichtarchitektur 4.0 einen höchstmöglichen Gestaltungsspielraum geben.