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Smart Office = Smart Working?

Der Einzug digitaler Technologien hat multioptionale Gesichter

Müssen Bürogebäude und die darin befindlichen Arbeitswelten nach heutigen Gesichtspunkten als... mehr

Müssen Bürogebäude und die darin befindlichen Arbeitswelten nach heutigen Gesichtspunkten als solche noch erkennbar sein? Diese Frage stellten sich Studierende der IED Barcelona gemeinsam mit dem Büromöbelhersteller Sedus. Die Antwort läuft auf ein „Nicht unbedingt“ hinaus, denn heutige und zukünftige New-Work-Destinationen obliegen einer Verschiebung der Nutzungsverhältnisse. Rein funktionale und statische Flächenkonzepte weichen einem eher wohnlichen Kommunikationsstandort mit flexiblen Flächenstrukturen für bedürfnisgerechte Aufgabenerledigung. Darüber hinaus nimmt die digitale Ausstattung in und außerhalb der Bürozentrale aufgrund remoter Arbeitsmodelle stetig zu. Im Fall der Studienergebnisse deuten deren Entwürfe auf eine Entwicklung, bei dem die kollaborativen und individuellen Arbeitsprozesse keineswegs mehr ohne digitale Lösungen funktionieren können. Das integriert gleichermaßen den 3D-Druck zur Herstellung der Möbel oder die Nutzung parametrischen Designs sowie Augmented-Reality-Technologien in der Anwendung bei bestimmten Lernprozessen beispielsweise in einer Bibliothek. Auch der Vizepräsident des Instituts für Deutsche Philologie an der LMU München, Prof. Dr. Oliver Jahraus, äußert sich ähnlich: „Wenn wir ins Büro gehen, werden wir uns fragen: Warum bin ich hier und was kann ich hier lernen? Es geht zwar um Leistung, aber vor allem um die eigene Potenzialentfaltung.“

Neben den Mitarbeitenden ändert sich ebenso das Büro, denn ein Smart Office wird infolge des pandemischen Geschehens in Zukunft vielseitig berührungslose Anwendungen ermöglichen, per Smartphone bedienbar sein und sich mittels verschiedener KI-basierter Algorithmen optimal der zu benötigenden Fläche anpassen. Damit verbunden erscheinen neue Begrifflichkeiten wie Occupancy oder Desk Tracking, die etwa in den Programmen Smart Office by Bene oder das in Kooperation mit dem Architekturbüro CSMM entwickelte Flächenoptimierungstool spaciv eine Rolle spielen. In beiden Fällen geht es um eine detaillierte Bedarfsanalyse, die Auswertung derer Daten und die Umwandlung in optimierte Flächennutzungskonzepte. Will heißen, Raumbuchungssysteme docken sich an Parkplatzmanagement, Ladeinfrastrukturen, Schließfachreservierungen oder dem Nutzungsanspruch von integrierten Sportangeboten an. Damit wächst die Varianz von Sensoren, ohne die eine Generierung von Informationen ohnehin unmöglich ist.

Die Technik bildet allerdings nur eine Seite ab. Umsichtig geplant sind besagte Tools nur, wenn sie als flankierendes Element mit ansprechendem Mobiliar einhergehen. Interior Design avanciert im Rahmen der New-Work-Bewegung zu einem der wichtigsten Themen hinsichtlich attraktiver und resilienter Raumgestaltung. Dazu gehört gleichermaßen das Design von Arbeitsflächen virtueller Natur. Sie werden zunehmend Bestandteil eines Smart-Work-Gedankens sein, denn mit ihnen lassen sich virtuelle Begegnungsräume erschaffen, die sowohl vor Ort als auch bei Kollaborationen von überall Anwendung finden und zudem organisations- sowie abteilungsübergreifend Wissen und Wissensträger verbinden.

(Erschienen im CUBE Magazin 03|22)