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Der gesunde Arbeitsplatz

Das Healthy Office – Büroarbeit 4.0

Was bedeutet gesundes Arbeiten für jeden Einzelnen und wie wichtig ist diese Erkenntnis für... mehr

Was bedeutet gesundes Arbeiten für jeden Einzelnen und wie wichtig ist diese Erkenntnis für Unternehmen? Im Grundsatz ist es von subjektiven Empfindungen und Vorlieben des Mitarbeiters geprägt, bedarf aber einer vielfältigen Betrachtungsweise. Zukünftige Raumkonzepte setzen vermehrt darauf, dass Menschen neben den sensorischen Reizen auch ihren individuellen motorischen „Fingerabdruck“ in der Diversifikation verschiedenster Arbeitshaltungen sowie bewegter Verhaltensweisen zum Ausdruck bringen können. Es gibt nur gute Individuallösungen, keine Patentlösung.

Um das Wohlgefühl und die Entfaltung körperlich und geistiger Potenziale der Mitarbeiter zu entfalten, empfiehlt sich ein fließender Übergang vom Arbeits- zum Lebensraum, der dem Bedürfnis nach Wechseln von Statik und Dynamik, von Anspannung und Entspannung einen angemessenen Rahmen bietet. Er darf nicht als ein Ort für ein lineares Abarbeiten von Aufgabenstellungen betrachtet werden. Sonst können Bewegungsarmut, Stress, unangemessene Ernährung und Zeitdruck zu psychischen und physischen Beeinträchtigungen führen. Zunehmend reagieren Unternehmen mit ganzheitlichen Lösungen wie Lärm isolierenden Maßnahmen, innenliegender Begrünung, genügend Luftfeuchtigkeit, sauberer und aromatischer Luft, individuell regulierbaren Temperaturen und augenfreundlicher Arbeitsplatzbeleuchtung. In ergonomischer Hinsicht ist letzteres ein sekundär wirkendes Arbeitsmittel. Licht wirkt nicht direkt auf das Muskel-Skelett-System, sondern über die Ermüdung der Augen und darüber hat sie einen wesentlichen Einfluss auf unsere Körperhaltung am Arbeitsplatz. Ob zu hell, zu dunkel, Schattenwurf oder Reflexion – all das stört die visuelle Verarbeitung und führt im schlimmsten Fall zu Verspannungen sowie Rücken- und Kopfschmerzen.

Mehrheitlich herrscht bei der Gebäude- und Büroplanung das Prinzip: Effektivität auf Basis von optimierten Prozessen. Beispielsweise die Standortfrage des Fahrstuhls. Um ihn wird meist eine Architektur der kurzen Wege geplant. Selbst am Arbeitsplatz befinden sich alle wichtigen Dokumente in greifbarer Nähe. „Dieses Abbild von Ergonomie ist absolut schädlich“, so Büroraumexperte Burkhard Remmers. „Das moderne Büro muss ein Ort der Aktivität sein. Die Gesundheit für sich genommen ist im Büro ein Mega-Thema“, so Remmers weiter. Beispielsweise das Sitzen über einen langen Zeitraum birgt gesundheitliche Schäden, man könnte sagen: Sitzen ist das neue Rauchen. Die Steh-Sitz-Dynamik soll das körperliche Wohlbefinden erhöhen und zur Leistungssteigerung beitragen, aber selbst der Stuhl mit der besten Sitzfunktion ist auf Dauer ein psychosomatischer Belastungsfaktor, wenn auf ihm über einen langen Zeitraum gesessen wird und gleiches gilt für zu langes Stehen. Es ist wie so oft die Dosis, auf die es ankommt.

Die klimatische Herausforderung in Büroräumen ist, saubere Luft zu generieren, denn über Ausdünstungen von Material und Mensch kann bis zu neunmal schlechtere Luft erzeugt werden. Entgegen wirken unter anderem durchdachte Belüftungssysteme, Teppiche, die Feinstaub binden können oder der gezielte Einsatz von Pflanzen. Sie erhöhen die Luftfeuchtigkeit, reinigen die Luft von Schadstoffen, dienen als Luftfilter, verringern die Keimbelastung und der Lärm wird deutlich reduziert.

Für Unternehmen empfiehlt es sich, bereits beim Bau des Bürogebäudes wesentliche Maßnahmen in Architektur und Innenarchitektur zu investieren. Selbst bei einer Nachrüstung lohnt sich eine Fachberatung, sonst hat man weder nachhaltig, noch ökonomisch, ökologisch oder gesundheitsfördernd gehandelt.