Architektur in Artikel
Kategorie
Themen
Interior in Artikel
Themen
Kategorie
Garten in Artikel
Themen
Kategorie
Spezial in Artikel
Kategorie

Losgelöst und doch eingebunden

Ein Einfamilienhaus, das auf seine fünf Bewohner rundum zugeschnitten wurde

Ein Schwimmbad mit Wellnessbereich im Zentrum der Wohnebene – das gibt es nicht häufig,... mehr

Ein Schwimmbad mit Wellnessbereich im Zentrum der Wohnebene – das gibt es nicht häufig, vorstellen kann man es sich aber allemal. Eine fünfköpfige Familie war sich nicht nur bei Lage des Schwimmbades einig, auch sonst hatte sie eine klare Vorstellung von ihrem neuen Zuhause: Es sollte ein Gebäude werden, das eine moderne, zeitlose Architektursprache transportiert und das ihren aktuellen Wohnansprüchen gerecht wird. Realisiert hat dies das Büro Frank Architekten aus Winnenden nach ihrem Leitsatz: „Das Optimale anstreben, das Machbare realisieren – zur Zufriedenheit der Bauherrschaft.“ Die intensive Zusammenarbeit zwischen Architekt und Bauherr war ganz entscheidend für das Gelingen dieses besonderen Einfamilienhauses.

Das Haus reiht sich in eine von überwiegend Einfamilienhäusern geprägte, alt gewachsene Wohnsiedlung ein und fällt doch in seiner Umgebung auf, die von einheitlichen Satteldächern im eher konservativen Stil geprägt ist. „Mit dem Mut zur Veränderung und mit Engagement und Überzeugungskraft war es gemeinsam mit den Bauherren möglich, diese klare, geometrische Gebäudeskulptur zu realisieren“, erinnert sich Architekt Arion Frank an die ersten Gespräche mit seinen Bauherren. Von der Straße aus sind die großzügigen Räumlichkeiten kaum wahrzunehmen und auch nicht einsehbar. Gezielt wurde die Fassadenfarbe des fein strukturierten Außenputzes in einem Erdton gewählt, der sich in seinem Umfeld dezent und zurückhaltend einfindet. Passend dazu wurden die Aluminium­fensterprofile in einem Champagnerfarbton festgelegt. Als formaler Kontrast wurden die zwei Doppelgaragen rechts und links des Hauses in Sichtbeton ausgeführt. Auf den drei anderen Seiten wurden großflächige Verglasungen verwendet, die Innen- und Außenräume miteinander verschmelzen lassen. In diesem Teil des Hauses befindet sich das Wohnzimmer mit Essbereich, an das sich die offen gestaltete Küche mit Kaminofen angliedert. Über einen zweigeschossigen Galerieraum im Wohnbereich wird ein eindrucksvolles und lichtdurchflutetes Raumensemble erzeugt. Im Zentrum der Räume ist der besagte Wellnessbereich mit Schwimmbad und Sauna positioniert, der sich mittels Glasflächen zum Wohnzimmer glänzend in Szene setzt. Zusätzlich im Erdgeschoss gruppiert sich das Elternschlafzimmer mit eigenem Bad und direktem Zugang zum Wellnessbereich. Eine offene Treppe im Eingangsfoyer führt in die obere Ebene, in der die Kinderzimmer mit Kinderbad und Zugang zur eigenen Terrasse sowie Gästezimmer angeordnet sind.

Eine feinfühlige und reduzierte Auswahl der Materialien im Innenraum sowie ein funktionaler und gestalterischer Anspruch schaffen es, die Aspekte Funktionalität und Ästhetik sorgfältig und in sich stimmig zu vereinen. Im Innenbereich der Wohnebene dominieren helle holzvertäfelte Wandoberflächen und Naturholzbodenbeläge, die in den Erschließungsbereichen mit hellen keramischen Bodenflächen kombiniert werden. Sämtliche Wand- und Deckenflächen wurden mit einem Glattputz versehen und weiß gestrichen. Vom Grundsatz her sollten Materialien zum Einsatz kommen, die ein konstantes Erscheinungsbild im Innen- als auch Außenbereich gewährleisten – mit dem Anspruch, sichtbare und fühlbare Qualität, verbunden mit Wohnlichkeit zu erzeugen. Die unterschiedlichen Nutzungsansprüche und Stimmungen in den Innenräumen werden durch das Lichtkonzept unterstützt. Einbauleuchten in Wand- und Deckenflächen akzentuieren Flächen und sorgen gleichzeitig für eine gleichmäßige Beleuchtung. In den Erschließungsbereichen betonen zusätzlich Wandaufbauleuchten an den holzvertäfelten Wänden die Sichtachsen und arbeiten besondere Bereiche heraus.

Bauherr und Architekt waren sich von Beginn an einig, ein energiebewusstes Wohnhaus realisieren zu wollen: Eine kontrollierte Lüftungsanlage übernimmt den Frischluftaustausch in den Räumen, zum Heizen und Kühlen wird Erdwärme über oberflächennahe Erdwärmekollektoren genutzt und zusätzlich mit Solarthermie kombiniert. Eine über KNX-Bus vollvernetzte Gebäudetechnik, die Systeme wie Beleuchtung, Heizung und Sonnenschutz steuert, lässt ebenso den Energieverbrauch sinken. Entstanden ist so ein KFW-Effizienzhaus 55, das gerade nur 55 Prozent der Energie eines vergleichbaren Neubaus nach der Energieeinsparverordnung verbraucht. Nach rund zwei Jahren leidenschaftlicher und ernsthafter Zusammenarbeit steht fest: „Mit dem Objekt als homogenes Ganzes kann sich die fünfköpfige Familie identifizieren und wohlfühlen“, so abschließend Arion Frank.

www.frank-architekten.de

Architekten: Frank Architekten www.frank-architekten.de Fotos: Oliver Rieger... mehr

Architekten:

Frank Architekten
www.frank-architekten.de

Fotos:

Oliver Rieger
www.oliverrieger.com