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Lebendige Wunderkammer

Neugestaltung einer gründerzeitlichen Wohnung auf zwei Etagen

In einem denkmalgeschützten Gründerzeitgebäude beziehen ein Architekt und ein Textildesigner... mehr

In einem denkmalgeschützten Gründerzeitgebäude beziehen ein Architekt und ein Textildesigner eine Wohnung, die sich auf dem Grundriss in Form eines spitz zulaufenden Tortenstücks auf 290 m² über zwei Geschosse erstreckt. Charakteristisch für die Entstehungszeit des Gebäudes ordnen sich die einzelnen Zimmer um den zentralen Flur. Er wurde behutsam und unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes von dem Büro Ippolito Fleitz angetastet, um ein großzügiges, offenes Spiel mit Durchblicken und Überlagerungen zu verwirklichen.

Den Auftakt bildet der hellgrau gehaltene Flur als Kabinett mit Reiseandenken. Zentrales Element ist eine Holzbank aus Indien, die in den Raum führt und die Sogwirkung des trapezförmigen Grundrisses noch verstärkt. Von hier aus durchzieht schwarzes Fischgratparkett die gesamte Wohnung, die der Raumabfolge etwas Fließendes verleiht. Die Spitze des Flures führt ins Wohnzimmer, ein salonartiger Raum mit starken Farbkontrasten, intensiven grafischen Elementen und großen Formen. Zwei ineinander geschnittene runde Flächen an der Decke übernehmen das Kreisthema, das im Raum mehrfach angesprochen wird, und wirken wie Spotlights auf das Geschehen. Im Esszimmer dominieren textile Materialien wie die dunkelgrüne Seidentapete und Fundstücke von Reisen. Eine Deckenmalerei von Alix Waline dynamisiert den Raum. Esszimmer und Salon werden an den Enden durch ein kleines Erkerzimmer verbunden. Hier verschmelzen der grafische Charakter des einen und die textile Materialität des anderen Raums in einer eigens entworfenen psychedelischen Tapete. Im Kontrast dazu steht die ruhige, natürliche Materialwelt der Möbel und das intensive Licht, das durch goldfarbene Jalousien in den Raum fällt und ihn erstrahlen lässt. Vom anderen Ende des Salons führt eine asymmetrische, geschwungene Wandöffnung in das Treppenzimmer. Es ist der einzige Raum, in dem das originale Eichenparkett erhalten ist. Von hier aus betritt man durch eine zweiflügelige Tür das Schlafzimmer mit Bibliothek. Ein raumhohes Buchregal hängt vor der Längsseite und zieht den Blick in den Raum. Eine verspiegelte Wand zur Ankleide verstärkt die Tiefenwirkung zusätzlich. In der Küche am anderen Ende der Wohnung dominiert der eingestellte Küchenblock aus Edelstahl. Originale Fliesen an Boden und Wand stehen in reizvollem Kontrast zu präzisen, scharfkantigen Einbauschränken aus Mineralwerkstoff.   

Die Maisonette ist Museum der Erinnerungen und Showroom der Kreativität ihrer Bewohner. Statt einer geschlossenen, durchgängigen Ästhetik erlebt man die Wohnung als Collage verschiedenster Stimmungen. Trotz ihrer Unterschiedlichkeit gehen sie eine Synthese ein, die in den einzelnen Räumen die Persönlichkeit der Bewohner widerspiegelt.

www.ifgroup.org

Architekten: Ippolito Fleitz www.ifgroup.org Fotos: Eric Laignel mehr

Architekten:

Ippolito Fleitz
www.ifgroup.org

Fotos:

Eric Laignel