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Kraftvolle Gegensätze

Innenarchitektonische Planung einer kieferorthopädischen Praxis auf abgewinkeltem Grundriss

Ungewöhnliche Rahmenbedingungen fordern es mitunter geradezu heraus, ebensolche Raumkonzepte zu... mehr

Ungewöhnliche Rahmenbedingungen fordern es mitunter geradezu heraus, ebensolche Raumkonzepte zu entwickeln. So auch bei dieser kieferorthopädischen Praxis, für die 12:43 Architekten mit Projektleiterin Patricia Klier die Konzeption erstellten, die Innenarchitektur sowie Möbel planten und deren Umsetzung begleiteten.

Ungewöhnlich ist vor allem die Form und Ausrichtung des abgewinkelten Neubaus. Die Praxis befindet sich im Erdgeschoss, dessen innere Seite direkt an den öffentlichen Raum und die Straße angebunden ist. Die gegenüberliegende längere Seite öffnet sich mit großen Glasflächen einer begrünten Parkfläche und einem Fluss. Um die unterschiedlichen Außenbereiche bereits beim Betreten der Praxis erlebbar zu machen, durchziehen mehrere Blickachsen den Grundriss. An der Spitze des abgewinkelten Gebäudes befindet sich der Behandlungsbereich. In typischen „Zwischenräumen“ – außerhalb der von abgerundeten Wänden umschlossenen Räume – entstanden Kurzwarte- und Besprechungszonen. Über Glastüren gelangt viel Tageslicht in die innenliegenden Flure. In der Gestaltung der Decken und Beleuchtung führen die Innenarchitekten das Thema der linearen Achsen weiter. So ist die Decke im Flurbereich technisch bedingt zusätzlich abgehängt und der Versatz über eine indirekte Beleuchtung optisch betont. Innerhalb der abgehängten Deckenflächen – beispielsweise über dem Empfang – betonen abgerundete Ausschnitte diesen zentralen Bereich. Kraftvolle Gegensätze spielen sowohl in den Formen als auch in den Materialien und Helligkeiten eine zentrale Rolle: Konvexe Formen spielen mit konkaven, helle mit dunklen, kühle mit warmen Elementen zusammen. Ein dunkler Mittelblock in Anthrazit kontrastiert mit weißen Möbeln mit matten Schichtstoffoberflächen, den Gegenpol zum Spachtelboden mit Industriecharakter bilden warme Holzoberflächen. Der Parkettboden taucht wiederholt als Wandvertäfelung, als Sitznische und in Details auf. Zudem wurde durchgehend das Thema der Schräge als Merkmal aufgegriffen: Als Grifffuge und in der gesamten Gestaltung der Wandgrafiken, Beschriftungen und Verglasungen. Alle raumhohen Einbauten wurden wandbündig ausgeführt und zusätzlich abgesetzt durch wandstarke, allseitig umlaufende Abschlüsse. Farbige Akzente in Mint-, Grün- und Blautönen als Wandfarbe und in Textilien sowie Aufsatzwaschbecken in Dunkelgrün sollen vor allem die Kinder und Jugendlichen, die vorwiegend in der Praxis behandelt werden, ansprechen.  
 
www.zwoelfdreiundvierzig.de

Fotos:

Marius Etzel
www.mariusetzel.com

(Erschienen in CUBE Stuttgart 02|21)

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