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Ganz im Stil der Neuen Sachlichkeit

Erweiterung einer Villa von 1928

Im Jahr 1928 erbauten die Architekten Rudolf Behr und Karl Oelkrug, zwei bekannte Vertreter der... mehr

Im Jahr 1928 erbauten die Architekten Rudolf Behr und Karl Oelkrug, zwei bekannte Vertreter der Neuen Sachlichkeit, das Wohnhaus in Stuttgarts gehobener Wohngegend Gänsheide. Dementsprechend kennzeichnet eine kühle, reduzierte und stark vereinfachte Sprache, klare, reine Formen sowie das unverzichtbare Flachdach die Architektur des Gebäudes. Trotz der Abkehr vom teilweise überbordenden Repräsentativen der vormaligen expressionistischen Bauweise ist die Form jedoch alles andere als langweilig. Im Gegenteil: Mit Maß und vor allem ausgesuchten Sinn für harmonische Proportionen gewählt, wirkt das Gebäude, auch ohne sich mit Stuck zu schmücken. Lediglich zwei Majokalfiguren, die dem Haus zur Straßenseite ein besonderes Fassadendekor verleihen, sind ein auffälliges Element, das – ebenso wie die Kombination von Flachdach und stehenden Sprossenfenster – seit dem Manifest des Neuen Bauens eigentlich nicht mehr auftaucht und sich daher von der nüchternen Bauweise der Neuen Sachlichkeit abhebt.

Mit dem Ziel, dem Gebäude zu neuen Glanz zu verhelfen, beauftragten die Eigentümer das Büro Tennigkeit Architekten mit der Sanierung des Wohnhauses. Dabei sollte das Gebäude nicht nur modernisiert, sondern auch umgebaut und im Dachgeschoss aufgestockt werden. Da es sich um ein einmaliges Zeitzeugnis der Stuttgarter Villenbebauung zu Beginn des 20. Jahrhunderts handelt, wurde viel Wert auf die Widerherstellung des originären Zustand gelegt. Daher ordnen sich alle Umbauten und Veränderungen dem Gesamtbild harmonisch unter. Ein Beispiel hierfür ist auf der Gartenseite erkennbar, wo alle ursprünglichen Öffnungen zu Terrassentüren vergrößert, während zugleich sämtliche Fenster des Hauses wieder als Sprossenfenster ausgebildet wurden.

Die Küche wurde leicht vergrößert und zum Esszimmer hin geöffnet. Auf diese Weise konnte dem Gebäude ein großzügiges Ambiente im Erdgeschoss verliehen werden. Zusätzlich erhielt das Haus ein Kaminzimmer mit Bibliothek, welches vor allem im Winter zu gemütlichen Stunden einlädt und die Wohnqualität deutlich steigert. Neu gestaltet wurde auch die Eingangssituation. Flankiert von zwei Buchsbäumen sorgt die Tür in dunklem Blau und mit drei Fenstern versehen für einen modernen Zutritt. Auf der Gartenseite findet sich heute eine vergrößerte Terrasse, die ein lauschiges Plätzchen an schönen Sommer­tagen bietet. Über mehrere Stufen gelangt man auf die Rasenfläche des insgesamt ca. 540 m² großen Grundstücks.

Doch selbstverständlich gehörte nicht nur die Verschönerung des Hauses zu den Aufgaben der Architekten. „Die Bauaufgabe des Projekts Gänsheide bestand in der Umgestaltung des Gebäudes, der Innenausstattung, der Installation, der Fassade und natürlich auch in der Sanierung,“ so Nikolaus Tennigkeit. Daher wurden ebenso wie die Heizung auch die Sanitärinstallationen erneuert und die gesamte Infrastruktur des Hauses technisch auf den neuesten Stand gebracht. Nach einer Planungs- und Umbauzeit von circa zehn Monaten konnte das Haus, welches dank der Aufstockung des Dachgeschosses heute ca. 300 m² umfasst, wieder bezogen werden.

www.tennigkeit-architekten.de

Architekten: Tennigkeit Architekten www.tennigkeit-architekten.de Fotos: Christian Haas... mehr

Architekten:

Tennigkeit Architekten
www.tennigkeit-architekten.de

Fotos:

Christian Haas
www.haasphotodesign.de