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Auf dem Sonnendeck

Kita fügt sich in die Hanglandschaft und bietet naturnahe Spielräume mit Weitblick

Vor allem in größeren Städten besteht nach wie vor ein hoher Bedarf an Plätzen für die Betreuung... mehr

Vor allem in größeren Städten besteht nach wie vor ein hoher Bedarf an Plätzen für die Betreuung von Kindern. In diesem Rahmen entstand auch diese Kita, beauftragt von der Stadt Stuttgart, an der Grenze zwischen Bebauung und Landschaft – mit Blick über das Neckartal, auf Weinhänge und die Grabkapelle auf dem Rotenberg. Bauherr ist die Landeshauptstadt Stuttgart vertreten duch das Hochbauamt.

Aus dieser besonderen Lage leiteten Reichel Schlaier Architekten das Konzept des Gebäudes ab: Der zweigeschossige Baukörper ist rückwärtig in das Gelände eingebettet und seine begrünten Dächer sind begehbare Spielflächen. Die talseitigen Außenwände aus hellgrauen Faserzementplatten legen sich wie Weinbergmauern in den Hang. Im Berg „vergraben“ befinden sich die Nutzflächen und Flure, die über Oberlichter bis ins Erdgeschoss natürlich belichtet werden. Auf der Hangseite befinden sich die Gruppen-, Schlaf- und Bewegungsräume. Durch die breite raumhohe Verglasung lassen sich die Landschaft und die Weite unmittelbar erleben. Die gut proportionierten hellen Räume können über die geöffneten Türen ins Freie vergrößert und über ausfahrbare Markisen verschattet werden. Kräftige Farbakzente in Orange durchbrechen die dezente Material- und Farbwahl im Kitagebäude. Um zu verhindern, dass Vögel aus dem reichen Bestand in der Umgebung an die Fensterfläche fliegen, sind die Fensterflächen von außen farbig bedruckt. Im Erdgeschoss befinden sich die Räume für die Kleinen. Sie schließen über eine Terrasse an eine Rasenfläche mit Sandspielbereich und Kleinkindschaukel an, große Sonnenschirme sorgen zusätzlich für Schatten. Naschhecken mit Johannisbeeren grenzen den Garten natürlich ab. Die Gruppenräume der größeren Kinder befinden sich im Obergeschoss und gehen in eine große Dachterrasse mit Sandspiel- und Matschbereich über. Vom Spielturm und den Schaukeln aus kann man das Flusstal noch besser überblicken. Über ein steiles Gelände am Hang erstreckt sich der beide Ebenen verbindende Wasserspielbereich mit geschwungenen Natursteinpflasterflächen und integrierten Stufen. Kirschbäume, Weiden und anderen Pflanzen rahmen den Garten. Alle Pflanzflächen und Schrägen am Hang können bespielt werden. Die Oberlichter und Absturzsicherungen der Kita trennen den Spiel- vom Funktions- und Naturraum. Die Photovoltaikanlage sowie die Blitzschutz- und Entlüftungseinrichtung verschwinden nahezu in der blütenreichen Staudenbepflanzung. Die Innen- und Außenbereiche fließen ineinander über und sind lediglich durch Glasfronten getrennt, die sich bei Bedarf öffnen lassen. So können die Kinder die Natur und die Landschaft mit allen Sinnen erleben.  

www.reichel-schlaier.de

Fotos:

Brigida González
www.brigidagonzalez.de

(Erschienen in CUBE Stuttgart 02|22)

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