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Architektur für die Kunst

Homogenes Gebäudeduo an der Rems

Flankiert von Waiblingens historischer Stadtmauer, direkt am Ufer der Rems gelegen, ziehen seit... mehr
Flankiert von Waiblingens historischer Stadtmauer, direkt am Ufer der Rems gelegen, ziehen seit 2008 zwei Neubauten die Blicke auf sich. Während in dem kleineren Gebäude die Kunstschule Unteres Remstal untergebracht ist, befindet sich in dem größeren Komplex die städtische Galerie Stihl Waiblingen. Im Mai 2008 eröffnet, präsentiert sich die Galerie als ein Ausstellungshaus, das auf Arbeiten auf bzw. aus Papier spezialisiert ist und bereits über 150.000 Besucherinnen und Besucher nach Waiblingen geführt hat.

Um äußerlich eine Verbindung zwischen den beiden Gebäuden zu schaffen, umschließt eine homogene Haut aus durchscheinendem Indus­trieglas die beiden Gebäude.

Doch nicht nur durch ihr ähnliches Aussehen und ihre iden­tische Höhe wird deutlich, dass die Baukörper in enger Beziehung zueinander stehen: Indem sie bewusst mit Enge und Weite spielen, treten sie in einen räumlichen Dialog. „Es sind zwei Solitäre, doch sie sprechen die gleiche Sprache und haben etwas Gemeinsames“, beschreibt der Stuttgarter Architekt Hartwig N. Schneider seine Neubauten. Auch die landschaftlichen Eigenheiten dieses Ortes werden durch sie gestärkt. Zum Wasser hin legen sich Terrassen an die Uferböschung vor den Gebäuden, zur Stadt hin öffnet sich ein kleiner, neu geschaffener Platz.
Beim Betreten jedoch werden auch die vorhandenen Unterschiede der Gebäude spürbar: Während die Kunstschule eher kleinteilige Räume vorzuweisen hat, in denen sich die unterschiedlichen Nutzungen widerspiegeln, präsentiert sich die Galerie mit einem homogenen Großraum, dessen Dimensionen und Offenheit beeindrucken.

Sobald es dunkel wird, zeigt sich die Architektur der Galerie mit neuen Aspekten. So werden zum Beispiel die schlanken Stützen zwischen der inneren und äußeren Hülle sichtbar, wenn das helle Kunstlicht von innen nach außen strahlt und die Galerie wie ein leuchtender Kristall wirkt.

Vor vier Jahren wurde das Gebäudeensemble von Galerie und Kunstschule durch die Plastik „Pavillon für Waiblingen“ von Olafur Eliasson ergänzt. Der Pavillon für Waiblingen greift das Thema Wasser und die industriell anmutende Architektur von Kunstschule und Galerie auf und trifft damit das große Thema des dänischen Künstlers: „die Zwiesprache zwischen Natur und Kunst“. Der „Pavillon für Waiblingen“ ist eine Art stilisierte Fontäne aus verschiedenen Stahlarmen. Von einer Mitte schnellen die Strahlen in unterschiedlichen Niveaus in die Höhe und „stürzen“ wieder zurück auf den Boden. Eliasson selbst nutzt als Däne mit isländischen Wurzeln gerne die Metapher vom Geysir oder Vulkan. Für Olafur Eliasson ist der „Pavillon für Waiblingen“ ein Raum für Begegnungen. Die Namensgebung war dabei nicht unwichtig: das Platznehmen im öffentlichen Raum versteht der Künstler als einen demokratischen Akt. Alle Waiblinger sollen Besitz nehmen von ihrem Pavillon, denn so Eliasson in einem Interview: „Kunst muss wieder etwas für alle werden. Sie muss mit unserem Leben zu tun haben.“

www.galerie-stihl-waiblingen.de
www.waiblingen.de
Fotos Christian Richters www.christianrichters.de Peter Oppenländer... mehr