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„Museum für zeitgenössische Kunst – Diether Kunerth“, Ottobeuren

Nicht jeder noch lebende Künstler, der in der Kunstwelt eine eher zurückhaltende Rolle spielt,... mehr
Nicht jeder noch lebende Künstler, der in der Kunstwelt eine eher zurückhaltende Rolle spielt, bekommt ein eigenes Museum gebaut, das seinen Namen trägt. Während in verschiedenen Großstätten der Republik wichtige Museumsbauten verworfen oder verschoben werden, leistet sich die Gemeinde im Allgäu einen großartigen Museumsbau. Mit der Eröffnung des „Museum für Zeitgenössische Kunst – Diether Kunerth“ im Mai geht eine fünfjährige Planungs- und Bauphase zu Ende. Durch Abriss eines mächtigen Brauereigebäudes im Ortskern von Ottobeuren ergab sich für die Gemeinde die einmalige Chance einer kulturellen Nachnutzung. Aus einem europaweit durchgeführten Wettbewerb für ein neues Museum ging das Architekturbüro Atelier Lohrer aus Stuttgart als Sieger hervor. Das Büro ist hauptsächlich im Bereich Museumsbauten und Museumsgestaltung tätig.

Das neue Museum zur Präsentation zeitgenössischer Kunst und der Arbeiten des ortsansässigen Künstlers Diether Kunerth befindet sich in direkter Nähe zur barocken Klosteranlage und setzt nun einen spannenden Kontrapunkt zur berühmten Basilika. Besonders der Eingangsbereich setzt sich durch seine bronze- und messingfarbene Fassade deutlich gegenüber dem Weiß des kubischen Baukörpers ab, verleiht dem Bauwerk das markante Erscheinungsbild und akzentuiert den Eingang. Die zwei großformatigen Außenvitrinen machen den von der Rückseite kommenden Besucher neugierig und erlauben erste Einblicke in das Gebäudeinnere.
Der Baukörper erscheint schlicht und zurückhaltend in Weiß, Elemente wie Fenster, Türen und Außentreppen treten in den Hintergrund. Diese bewusst gesetzten Stilelemente werden im Innenraum des Museums fortgeführt.

Im Erdgeschoss sind der Foyerbereich, die Flächen für Wechselausstellungen und funktionale Räume für den Museumsbetrieb untergebracht. Flexibel verschiebbare, an Deckenschienen montierte Zwischenwände lassen veränderbare Raumsituationen entstehen und bieten damit weiteren Nutzungen ein spannendes Ambiente. Steil anmutende Treppenfluchten führen auf die zweite Ebene und erlauben auf der Galerie einen außergewöhnlichen Ausblick auf die großformatigen Arbeiten des Künstlers Diether Kunerth. Im Obergeschoss befindet sich die Dauerausstellung des Künstlers in einem Hallen- und einem Kabinettbereich. Die Ausstellungsflächen sind mit den Materialien Estrich, Verputz und Sichtbeton zurückhaltend und ohne störende Elemente gestaltet. Umso mehr können die präsentierten Exponate ihre Wirkung entfalten. Großzügige Lufträume verbinden die beiden Geschosse räumlich miteinander und lassen spannende Durchblicke zu. Die Funktionsräume sind klar angeordnet, der zeitgemäße Multimediaraum dient der künftigen museumspädagogischen Arbeit. Vor dem Museumseingang ist durch den Abbruch ein großzügiger Platz auf der bestehenden Tiefgarage entstanden. Gestaltet als Skulpturenhof, mit bildhauerischen Werken des Künstlers, wird der Besucher empfangen und auch zum Verweilen eingeladen. Ein aufgewerteter Zugangsweg vernetzt das neue Museumsareal mit Marktplatz und Ortskern. Auf beinahe 2.000 m² werden künftig das Werk des Künstlers Diether Kunerth und thematisch wechselnde Ausstellungen dem kunstinteressierten Publikum zugänglich gemacht. Daneben erlauben die multifunktionalen Flächen innen und außen ein weiteres vielseitiges Veranstaltungsangebot.

www.atelierlohrer.de
www.mzk-diku.de
Architekten: Atelier Lohrer www.atelierlohrer.de Fotos: Roland Halbe www.rolandhalbe.eu mehr

Architekten:

Atelier Lohrer
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Fotos:

Roland Halbe
www.rolandhalbe.eu