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Willkommen Kleine Burgmäuse

Eine Kindertagesstätte in Mülheim an der Ruhr orientiert sich am Thema Wald

Die Ausgangslage war idyllisch: Auf einer Wiese mit alten Baumgruppen und zwischen... mehr

Die Ausgangslage war idyllisch: Auf einer Wiese mit alten Baumgruppen und zwischen denkmalgeschützten Zechenhäusern sowie dem Campus der Unternehmenszentrale eines großen Lebensmitteldiscounters sollte eine Kindertagesstätte mit integriertem Familienzentrum für 110 Kinder entstehen, die in sechs Gruppen mit unterschiedlichen pädagogischen Herausforderungen betreut und gefördert werden sollten. Das übergeordnete Thema Wald war schnell gefunden, auch der Name der Einrichtung, der sich an der Adresse „Burgstraße“ orientiert. Dann galt es noch, die Wünsche der Stadt Mülheim zu berücksichtigen, die eine abschirmende städtebauliche Kante an der Straße bevorzugte. Eine vielseitige Aufgabenstellung für das mit dem Bau beauftragte Büro Koschany und Zimmer Architekten aus Essen.

Alle Überlegungen zum Gebäude entstanden aus der Perspektive der Kinder und so schlüpften die Planerinnen und Planer in die Haut der „Burgmäuse“ und gestalteten auf diese Weise kindgerechte Ein- und Ausblicke, Winkel und Nischen mit vielfältigen Anreizen zum Spielen, Lernen und Ausruhen. Unter alten Bäumen hindurch führt der Eingang in das Gebäude, in dem das Leitmotiv „Wald“ und somit der Nachhaltigkeitsgedanke allgegenwärtig ist. Beim Zusammenspiel von warmen Holzflächen und Grüntönen etwa und bei der Entscheidung, bei allen wesentlichen Materialien das „Cradle-to-Cradle-Prinzip“ zu verfolgen. Die konsequente Verwendung des Baustoffs Holz wurde in einer Holz-Beton-Hybridbauweise umgesetzt, die Tragstruktur besteht aus vorgefertigten Holz-Rahmen-Elementen. Holz-Alu-Verbundfenster vereinen Witterungsbeständigkeit mit geringem Wartungsaufwand.

Zur Unterstützung des pädagogischen Konzepts mit Schwerpunkten auf der Förderung von Inklusion und Diversität wurden – bis auf manche Möbel und Spielgeräte, die „bekletterbar“ sind, – alle Bereiche barrierefrei gestaltet. Nach 14-monatiger Bauzeit präsentierte sich das Gebäude im Sommer 2017 seinen Nutzern als stimmiges Gebäude, das konsequent auf die Bedürfnisse der jungen Nutzer zugeschnitten ist. Die Holzfassade der zurückliegenden Gebäude bildet eine Wand, die sich als schützende Geste um den großzügigen Außenbereich der Kita legt und die gewünschte Kante bildet. Auf diese Weise sind die Kinder abgeschirmt vom Verkehr der Unternehmenszentrale und können gleichzeitig durch scheinbar zufällig platzierte kleine und große Ausschnitte in der Wand das Geschehen drinnen und draußen erleben. Das stimmige Konzept wurde mit einem von zehn Preisen des Kita-Architekturpreises NRW 2020 belohnt.

www.kza.de


Fotos:

Lioba Schneider
www.liobaschneider.de

(Erschienen in CUBE Ruhrgebiet 01|20)

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