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Spektakulär einfach

Emil Schumacher Museum Hagen

Die Stadt Hagen widmete dem Lebenswerk ihres Ehrenbürgers Emil Schumacher (1912-1999), der zu den... mehr
Die Stadt Hagen widmete dem Lebenswerk ihres Ehrenbürgers Emil Schumacher (1912-1999), der zu den bedeutendsten Vertretern expressiver Malerei der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zählt, ein eigenes Museum. Lindemann Architekten aus Mannheim haben den schlichten, von Glas ummantelten Kubus entworfen, der sich respektvoll in die umgebende Bebauung einfügt – und ganz ohne spektakuläre Effekthascherei überzeugt.

„Wir haben uns von zeitgenössischer Museumsarchitektur inspirieren lassen und diese weiterentwickelt“, beschreibt Marek Lindemann seinen Entwurf. Denn das Prinzip zerbrechliche Hülle, harter Kern haben auch schon Peter Zumthor beim Kunsthaus in Bregenz oder Hascher und Jehle beim neuen Kunstmuseum Stuttgart angewandt. Doch anders als in Bregenz oder Stuttgart trifft in Hagen der Blick ungehindert auf den Betonkern: „Das Emil Schumacher Museum zeigt sich so auf den ersten Blick als offen für alle, entrückt die Kunst nicht, sondern macht sie zum Bestandteil des öffentlichen Raumes und Lebens“, erklärt Don Lindemann. Der Neubau stellt damit eine neue Art der Museumstypologie in Deutschland dar. Die Ausstellungsräume befinden sich in der scheinbar schwebenden Ausstellungsbox aus weißem Stahlbeton (White Cube). Bei Dunkelheit werden die schlichten Sichtbetonwände in wechselnden Farben angestrahlt, so dass der Kubus von innen heraus aufglüht. Grazil umhüllt die seilgespannte Glasfassade das Innere. Zurückhaltend, maßvoll, unpathetisch wirkt das Museum – aber längst nicht langweilig. Die große Treppe, die sich an der Hofseite vom Erdgeschoss bis zum zweiten Obergeschoss erstreckt und das hohe, weite Foyer mit einer Art eingestelltem Baldachin setzen eindrucksvolle Akzente.

Auch umwelttechnologisch betrachtet ist das Gebäude auf dem aktuellsten Stand. Eine Geothermie-Anlage sorgt für ein stabiles Klima in den Ausstellungsräumen und Depots. Die zweischalige Architektur ermöglicht einen geringen Einsatz nicht regenerativer Energien, denn sie übernimmt einen Großteil von Kühlung und Beheizung. Die Stromversorgung wird mit einer in die Gebäudehülle integrierten Solaranlage gewährleistet. Spektakulär einfach.

www.lindemannarchitekten.de
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Architekten

Lindemann Architekten
www.lindemannarchitekten.de

Fotografie

Werner J. Hannappel
www.wernerhannappel.com