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Raum der Begegnung

Neubau „Forum Apostelkirche“ Frohnhausen

Einen Raum der Begegnung und des Austausches schuf das Architekturbüro Axel und Ulrike... mehr
Einen Raum der Begegnung und des Austausches schuf das Architekturbüro Axel und Ulrike Schulschenk unter Mitarbeit von Alexandra Hartwich mit dem Neubau des Forums der Apostelkirche in Essen Frohnhausen. Mit einer klaren städtebaulichen, architektonischen und funktionalen Idee entschieden die Essener (Innen)-Architekten den von der evangelischen Kirchengemeinde ausgelobten Wettbewerb für sich.

Mit der Apostelkirche (1912-13) entstand seinerzeit einer der modernsten Essener Kirchenbauten und ein bedeutendes Beispiel der vom Neoklassizismus geprägten Reformarchitektur. Entworfen wurde sie ursprünglich vom Hagener Architekten Ewald Wachenfeld. Der weitgehende Verzicht auf verspielte Details oder Ornamente macht die Apostelkirche innerhalb Essens zum letzten evangelischen Kirchenbau des Historismus, an dem sich der Wandel zur klassischen Moderne ankündigt. 

Im Schatten der Apostelkirche steht seit 1949 die Apostel-Notkirche, ein architektonisches Kleinod. Architekt Otto Bartning hatte einen kostengünstigen Kirchenbausatz („Trümmerkirche“) entwickelt, der in verschiedenen Varianten zwischen 1948 und 1951 über 40 mal in ganz Deutschland aufgebaut wurde. Der schlichte Saalbau besteht aus Holznagelbindern und nicht tragenden Wänden, an denen die Trümmersteine mit Bedacht sichtbar bleiben. Über einem umlaufenden Fensterband schwebt der offene hölzerne Dachstuhl wie ein umgekehrter Schiffsrumpf. Die Apostel-Notkirche gehört zu den am besten erhaltenen Bartning-Notkirchen und wird heute als Gemeindesaal und Kunstraum genutzt.

Die Gebäude Apostelkirche und Notkirche/Kunstraum zu verbinden und somit ein Forum zu schaffen, das Begegnung und Austausch ermöglicht, war das Hauptanliegen der Kirchengemeinde. Architektur als Bindeglied – selbstbewusst, aber nicht dominant. Das Büro Schulschenk überzeugte mit einem gläsernen Forum, das sich gestalterisch zurücknimmt, die verschiedenen Formen der beiden Kirchen respektiert und sie dennoch ohne konkurrierende Formensprache verbindet. Städtebaulich fügt sich der neue Baukörper präsent, aber unaufdringlich in die von der Notkirche vorgegebene Bauflucht zur Mülheimer Straße ein. Er besetzt damit eine prominente Stelle des Kirchvorplatzes, welche die Eingangssituation in die Kirche neu organisiert und gleichzeitig das Schaufenster der Gemeinde in den Stadtteil bildet.

Auch funktional entsprach der Entwurf den Wünschen der Auftraggeber: „Die Zugänge in die Kirchen können aufgrund der klaren Orientierung sofort erfasst werden. Die Forumsfläche bietet genügend Raum vor und nach größeren Veranstaltungen. Ungestört davon eröffnet sich der Café-Bereich mit einer Glasfassade, die Ein- und Ausblicke erlaubt.“ Die Nebenräume haben die Architekten bewusst an den Rand des Forums gerückt. Dadurch kann der freigestellte Zwischenraum auf der Rückseite mit einer Terrasse nutzbar gemacht werden. Hier können Besucher geschützt im Freien sitzen und arbeiten.
Forum und Vorplatz wurden über gleiche Bodenmaterialien gestalterisch miteinander verbunden: Außen- und Innenraum werden zusammengefasst. Das passt auch sinnbildlich zum Leitbild der offenen Kirchengemeinde Frohnhausen.
 
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