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Lebendiger Kubus

Wohn- und Bürogebäude auf dem Zechengelände Rheinelbe

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Es gehört schon ein wenig Mut dazu, als Architekt das eigene Büro- und Wohnhaus zu planen. Letztlich wird man von jedem Besucher daran gemessen, letztlich muss man täglich sein eigenes Werk dem Praxistest unterziehen. Architekt Mark Altgassen hat es gewagt und hat seinen Wunsch, Wohnen und Arbeiten künftig zu verbinden, mit einem modernen Klinkerbau auf dem Zechengelände Rheinelbe in Gelsenkirchen verwirklicht. Derzeit ist das Erdgeschoss an eine befreundete Familie vermietet. In einigen Jahren wollen Altgassens es selbst bewohnen.

Fünf Jahre lang bemühte sich Mark Altgassen darum, das 1.600 m² große Grundstück auf altem Kokereigrund zu erwerben: „Unsere Hartnäckigkeit wurde belohnt und wir erhielten bei einer Zwangsversteigerung den Zuschlag.“ Es liegt inmitten der ehemaligen Zechengebäude, in der heute Künstlerateliers und Baugewerbebetriebe untergebracht sind, mit Blick auf den kugelförmigen Gasspeicher und die Halde Rheinelbe. Ein außergewöhnliches Umfeld, geprägt von der klaren Formensprache der Industriearchitektur mit ihren alten Backsteinfassaden. Das Material der Zechengebäude hat Mark Altgassen bewusst aufgegriffen und in eine moderne Form gegossen: Ein einfacher Kubus aus Klinkersteinen, ergänzt durch eine vorgestellte Sichtbetonskulptur, welche die Erschließung von Wohnen im Erdgeschoss und die Treppenanlage zum Büro im Obergeschoss aufnimmt. Einfach, aber lebendig. Dafür sorgen unter anderem die Klinker, die Mark Altgassen bewusst mit der rauen Seite nach außen verbauen ließ, um eine lebendige Fassade mit changierendem Farb- und ausgeprägtem Licht-Schatten-Spiel zu erhalten. „Echte Materialien, die in Würde altern dürfen – und dadurch an Qualität gewinnen - sind mir wichtig“, erklärt er. Der Respekt vor dem Material und die Vorliebe fürs Handwerk haben sicherlich auch mit der Tischlerlehre zu tun, die Mark Altgassen vor seinem Architekturstudium absolvierte. So findet man auch im Inneren der je 140 m² großen Geschosse geöltes Eichenparkett und raumhohe Eichenholztüren, die zu den Sichtbetondecken und den schlicht, weiß verputzen Wänden einen angenehm warmen Kontrast setzen. Die Räume sind hell und großzügig, bewusst angelegte Sichtachsen machen die Gebäudeabmessungen auch von Innen erkennbar. Eine breite Fensterfront richtet den Blick, vor allem in den verglasten Büroräumen im Obergeschoss, auf die riesige Gaskugel. Massive Baustoffe an Wänden und Decken bieten auch energetische Vorteile: Sie bilden eine große Speichermasse als Temperaturpuffer. Beheizt und gekühlt wird das Gebäude über eine Luftwärmepumpe.

„Dieses Haus ist ein Fest für uns“ – resümiert Mark Altgassen, der die Entstehung gefilmt hat. Sechs Monate Bauzeit komprimiert in sieben Minuten Film – mit Happy End.


www.altgassen-architekt.de

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Altgassen Architekt
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Fotos

Matthias Duschner
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