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Kunstvolle Wohnskulptur

Das „Bredeney-House“: Ein harmonisches Zusammenspiel aus Architektur, Licht und Kunst

Wenn die Bauherren sich für Architektur und Handwerkskunst begeistern und das Handwerk der... mehr

Wenn die Bauherren sich für Architektur und Handwerkskunst begeistern und das Handwerk der Beteiligten Firmen Kunst ist, wird der Architekt zum Dirigenten erfolgreicher Solisten. Dann kann ein architektonisches Kunstwerk wie das „Bredeney House“ in Essen entstehen, entworfen von Brenner Architekten aus Stuttgart. Als ruhiger, zeitloser Stadtbaustein schwebt es wie ein Manifest gegen die allzu große Beliebigkeit heutiger Villenbaukunst auf Licht.

Der große liegende Baukörper orientiert sich in seiner Zurückhaltung an den frühen Bauten des Quartiers, das in den 1960er-Jahren des letzten Jahrhunderts entstand. Die leuchtend weiße kubische Villa mit ihrer plastisch geometrischen Fassade und dem weit auskragenden schmalen Vordach ist typisch für die Architektur Alexander Brenners, den das Goethe Institut Deutschland zu den zehn esten Architekten des Landes zählt: „Ein Wohnhaus muss wie eine ruhige Leinwand sein, vor der das Leben der Bewohner spielen kann“, so Brenner. Einen besonderen Akzent setzten die Architekten in der sehr zurückhaltenden Straßenfassade auf den Hauszugang, der von Versätzen, Vor- und Rücksprüngen und körperhaften Elementen geprägt ist. Ein breiter Sockel bildet die Plattform für das Kunststück die „Muse“ von Heinrich Brockmeier. Eigens für das Haus angefertigt begleitet sie die Ankommenden die Stufen hinauf zur Eingangstür. Diese besteht aus unbehandeltem Zunderstahl mit vertikalen Profilen aus Messing. Das vier Meter hohe Erdgeschoss mit offener Küche, Essbereich und Wohnzimmer ist über eine Halle mit dem Flügel verbunden, in dem sich die Privaträume befinden. Der Eltern-Bereich liegt ein halbes Geschoss höher als die Wohnebene, Kinder und Gäste dagegen finden ein halbes Geschoss darunter großzügig Raum. Alle bewohnten Räume öffnen sich über den inneren Winkel zum Garten hin, in dem sich immer wieder ganz bewusst weiche kurvenreiche Formen finden. Besonderer Blickfang in der großzügigen Eingangshalle ist das runde Oberlicht mit einem Durchmesser von drei Metern, das den Blick gen Himmel gleiten lässt. Zu jeder Tages- und Jahreszeit fallen hier Sonnenstrahlen ins Haus. Der goldene Kranz taucht den Raum auch bei bedecktem Himmel in ein warmes Licht. Den Ess- und Wohnbereich trennt das aus Beton, einem glatten Korpus und massiven Eichendielen gefertigte Raumobjekt „All-In“. Es gliedert und verbindet die einzelnen Raumbereiche und hat einiges in sich: Das Paneel zur Steuerung der Haustechnik, Lautsprecher, TV, ein Barfach und zu beiden Seiten Auszüge für Stauraum. Schon während der Bauzeit wurden spätere Kunstwerke und ihre Platzierungen geplant. Eines davon stammt von Alexander Brenner selbst: „Schon früh entwickelte sich bei mir der Wunsch, dem bei diesem Bauvorhaben so außergewöhnlich konstruktiven Miteinander in einer Plastik Gestalt zu geben.“ So entstand „Space Angel“, eine Titanschleife, die von Schmiedemeister Michael Stratmann realisiert wurde. Neben der Kunst kam dem Thema Licht große Bedeutung zu. In der Entwicklungsabteilung von Leuchtenhersteller Bega konnte das RGB-Lichtband im Tiefgeschoss realisiert und vorab an 1:1 Modellen erprobt werden. Je nach Jahreszeit, Gemüt, Blütenstand im Garten oder Lust und Laune können die Bewohner die Lichtfarbe variieren. So entsteht ein spannendes Spiel im Grenzbereich von Linie, Volumen und der modulierenden Kraft des Lichts.

www.alexanderbrenner.de

Architekten: Alexander Brenner Architekten www.alexanderbrenner.de Fotos: Zooey Braun... mehr

Architekten:

Alexander Brenner Architekten
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Fotos:

Zooey Braun
www.zooeybraun.de