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Juwel der Diagonalen

Hans Scharouns Johanneskirche in Bochum wurde denkmalgerecht saniert

Es ist der einzige Kirchenbau, den der bekannte deutsche Architekt Hans Scharoun (1893-1972)... mehr
Es ist der einzige Kirchenbau, den der bekannte deutsche Architekt Hans Scharoun (1893-1972) realisiert hat – nach sieben Jahren konnte die Sanierung der Johanneskirche in Alt-Bochum im Mai 2016 abgeschlossen werden. Die Architekten Detlev Bruckhoff (bruckhoff keßler architekten, Bochum) und Andreas Gehrke (andreas gehrke architekten, Berlin) schlossen sich für das Projekt zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammen. Um das Bauvorhaben vollständig spendenfinanziert realisieren zu können, waren drei Bauabschnitte nötig. Neben zahlreichen Privatspenden wurde das Projekt mit Mitteln der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, der Wüstenrot Stiftung, sowie von Land und Bund gefördert.

Die Johanneskirche wurde 1965-1967 von Hans Scharoun entworfen und von Gundolf Bockemühl ausgeführt. Errichtet in einer Zeit, als Scharoun sich mit deutlich größeren Projekten wie der Berliner Philharmonie und der deutschen Botschaft in Brasilia beschäftigte, ist sie nur scheinbar ein untergeordnetes Spätwerk. Seit seinen frühesten Jugendtagen hat Scharoun immer wieder sakrale Bauten entworfen – rund ein Dutzend von Entwürfen ist im Gesamtwerk bekannt. „Scharoun soll bleiben” – so waren sich die Chri-stengemeinschaft St. Johannes als Bauherr und die Architekten von Anfang an einig. So entwickelte sich das Projekt einerseits zur klassischen, denkmalgerechten Sanierung mit Aufarbeitung der Fenster und Erhalt der Oberflächen – trotz Erneuerung der dahinterliegenden Bautechnik. Zum anderen wurde Hans Scharoun aber auch in seinem eigenen Sinne „weitergedacht”: Das Notdach von 1966 wich einem aus Kupfer nach ursprünglichen Plänen des Architekten. Ebenso die Türblätter: Die „Interimstüren“ aus rustikalem Holz wurden nun nach über 40 Jahren mit dem eigentlich vorgesehenen Material – Metall – belegt und vollenden somit Scharouns eigentliche Ursprungsidee. Eine Glashülle in eingestimmter Formensprache schützt die zentrale Lichtwand zudem vor weiteren Witterungseinflüssen und verzögert so den Alterungsprozess. Der Verlauf der Glaswand, der in einem steilen Winkel zur Bestandswand erfolgt, entlehnt sich einer ersten Entwurfsskizze Scharouns, denn ursprünglich war sie als schräge Wand geplant, deren Statik aber das damals knapp bemessene Budget gesprengt hätte. So folgt der äußere Formenverlauf der Kirche heute dem initialen Wunsch des Architekten. Auch das Foyer hat deckenintegrierte Leuchten erhalten und konnte so auf seine puristische Ausgangsidee zurückgebaut werden. Scharoun ist erst jetzt wirklich Scharoun.

www.bruckhoffkessler.de
www.andreasgehrke.de
Architekten der Sanierung: Detlev Bruckhoff www.bruckhoffkessler.de Andreas Gehrke... mehr

Architekten der Sanierung:

Detlev Bruckhoff
www.bruckhoffkessler.de
Andreas Gehrke
www.andreasgehrke.com

Spengler:

Schabos
www.schabos.net
Zimmermann &

Dachabdichtung:

Holzbau Schindler
www.holzbauschindler.de

Schreiner & Holzrestaurator:

Holzart
www.holzart-bochum.de

Metallkonstruktion:

hefi Glaskonstruktiv
www.hefi-glaskonstruktiv.de

Fenstersanierung:

Bauschlosserei Hartmann
www.bauschlosserei-hartmann.de

Mauerwerks- & Betonsanierung:

Hacker
www.alfred-hacker.de

Fotos:

Jürgen Landes