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Geothermie

Energieautarkie mit Erdwärme

Architektur ist nicht mehr nur ein Thema der Gestaltung – Ressourcen schonen, erneuerbare... mehr
Architektur ist nicht mehr nur ein Thema der Gestaltung – Ressourcen schonen, erneuerbare Energien nutzen, im Idealfall selbst Energie produzieren, stehen im Fokus der baulichen Verantwortung, gerade auch bei Bestandsbauten. Durch den Bauboom in den 1960er- und 70er Jahren ist ein Großteil aller Einfamilienhäuser älter als 35 Jahre. Moderne Heiztechnik ist notwendig, um sie energetisch auf einen akzeptablen Stand zu bringen. Als regenerative Energieform besitzt Geothermie (Erdwärme) wohl das größte Potential, da sie rund um die Uhr und unabhängig von Jahreszeiten, Wetter oder Klimabedingungen verfügbar ist. Theoretisch könnte der gesamte Energiebedarf durch Erdwärme generiert werden.

Man unterscheidet zwischen Tiefen- und oberflächennaher Geothermie. Letztere kommt bei Eigenheimen zur Anwendung. Hier wird Energie genutzt, die aus den obersten Erdschichten bis maximal 400 m Tiefe gewonnen wird. Über eine Erdwärmepumpe und verschiedenen Systemen wie Erdwärmekollektoren, Sonden oder andere erdberührende Betonbauteile wird die Nutzung ermöglicht. Die Wärmepumpe entzieht dabei, je nach Modellvariante, der Erde, dem Trinkwasser oder der Luft ihre Wärme und erhöht diese mit Hilfe weiterer Energie, um sie anschließend über einen Wärmetauscher an ein Heizmedium wie eine Fußbodenheizung abzugeben. Da für 100 Prozent Heizleistung nur etwa ein Viertel an zusätzlicher Energie nötig ist, arbeitet sie höchst effizient.

Weil es für jedes Haus die passende Wärmepumpe gibt, entscheidet sich inzwischen jeder dritte Eigenheimbesitzer für diese Energievariante. Entweder als reines Heizgerät oder mit zusätzlicher Kühlfunktion. Die Wärme der Erde wird entweder direkt genutzt oder in Strom umgewandelt.

Gasheizungen sind aufgrund ihres unteren Preisgefüges im Moment in Deutschland die am häufigsten eingebaute Wärmequelle. Mit der Technik der Gas-Brennwertsysteme, die auch die Wärme in den Abgasen nutzt, bringen sie Normnutzungsgrade von über 100 Prozent. Noch nachhaltiger sind Wärmepumpen aus regenerativen Energieformen. Sie sind umweltfreundlich, haben eine längere Lebensdauer, eine kontinuierliche Effizienz und sind größtenteils wartungsfrei, was ihnen nach neuester Effizienzklasse eine pauschale Einstufung in A+ gewährt. Geothermische Anlagen werden deshalb durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gefördert und kann pro Bauvorhaben bis zu 5.500 Euro Unterstützung bringen. Kombiniert mit Ökostrom aus dem Netz oder einer Photovoltaikanlage arbeiten Wärmepumpen völlig CO2-frei. Für Neubauten besonders interessant sind übrigens sogenannte Sole-Wasser-Pumpen. Das gilt gerade dann, wenn das Grundstück etwas größer ausfällt. Dabei gilt: Je wirtschaftlicher das Wärmepumpen-System arbeitet, desto höher ist der Zuschuss.