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Geerdete Eleganz

Das „Emil" lockt Architektur- und Gaumenfreunde in den Keller des Dortmunder Us

Mit seinem außergewöhnlichen Interieur, das Tradition und Moderne miteinander kombininiert, ist... mehr
Mit seinem außergewöhnlichen Interieur, das Tradition und Moderne miteinander kombininiert, ist es zu einem kulinarischen Treffpunkt geworden: Das „Emil“ verbindet Architektur mit gastronomischem Genuss und einer außergewöhnlichen Küche. Im Untergeschoss des Dortmunder U-Turmes gelegen, der heute der Dortmunder Kreativbranche als Standort dient, blicken die Räume auf eine wechselvolle Geschichte zurück.

1873 fertiggestellt, waren die Gewölberäume zunächst als Lager- und Eiskeller geplant gewesen. Tatsächlich wurden sie aber schon in den Anfagsjahren als Gährkeller benutzt. 1927, im selben Jahr als mit dem Dortmunder U das erste Brauereihochhaus Deutschlands nach Plänen des Architekten Emil Moog gebaut wurde, nutzte man den Keller als Sudhaus der Brauerei. Nach dem Krieg lagen die Kelleranlagen lange brach. Der Keller war gänzlich mit Schutt „zugekippt“, als die Dortmunder Union-Brauerei in den 1960er/70er-Jahren das Kreuzgewölbe mit seinen prägnanten Säulen wiederentdeckte. Die Säulen waren ursprünglich alle aus Stahl, mussten wegen statischer Mängel aber teilweise mit Beton ummantelt werden. Anfang der 1970er-Jahre wurde auch der sogenannte Auerbachskeller angebaut, benannt nach dem gleichnamigen Keller, den Emil Moog ebenfalls in den 1920er-Jahren in Leipzig neu eingerichtet hatte. Von 1927 bis 1945 war der Auerbachskeller Leipzig Spezialausschank der Dortmunder Union-Brauerei. Noch heute befindet sich in seinem Dortmunder Pendant ein Brunnen: Hier sprudelte das Wasser der Dortmunder Wasseradern, welche erst nach Schließung der Brauerei verschlossen wurden.

Heiderich Architekten aus Lünen erarbeiteten 2013 zusammen mit den Gastronomen von PanUrama ein Gestaltungskonzept für den Bestand, das auf der kraftvollen Ausstrahlung der Gewölbehalle beruht. Alle Einrichtungen ordnen sich nach dem Stützenraster des Gewölbes. Der grobe und einfache Charakter des Raumes wurde zugleich zum Konzept der Gastronomie, der auf keinen Fall das Etikett „chic“ angeheftet werden sollte. Eine besondere Bedeutung hat dabei das Farb- und Materialkonzept. Der einst triste Keller mit reiner, über den Innenhof gelenkter Nordbelichtung sollte zu jeder Tages- und Jahreszeit eine behagliche Stimmung bekommen. Die raue Atmosphäre des Kellergewölbes wurde in einen warmen Zementgrauton mit reichlich Rotanteil getaucht, Möbel und Polster in einem erdigen Braun gehalten. Das Holz von Tischen und Bar wurde grob gebürstet und dunkelbraun gebeizt. Hightlight ist die Front der Theke: Hier wurden hinter einer beleuchteten Glasscheibe die Scherben von einigen hundert original Union-Brauerei Bierflaschen „ausgestellt“, die nun bernsteinfarben in den Raum strahlen. In einigen Gewölben wurden Kristallglaskronleuchter aufgehängt und mit vielen kleinen, klassischen 5W Glühbirnen ausgestattet. Von den Kapitellen der Säulen sind schmale LED-Leuchtstreifen in die Gewölbe gerichtet, die sich in allen denkbaren Farben steuern lassen, etwa Kerzenlichtstimmung in den Abendstunden. Akzente in der Möblierung setzen Eames Side Chairs von Vitra, die in einem warmgrauen Ton ausgesucht wurden. Die Raumgestaltung findet ihren Widerhall in dem geerdeten, aber doch eleganten gastronomischen Konzept. Küchenchef Sebastian Felsing und sein kreatives Team demonstrieren auf der Karte ihre ganz besondere Fleischkompetenz. Mit großer Sorgfalt und ohne Lieferantenbindung wird nur das Beste aus nachhaltiger Zucht ausgewählt. Europäische Besonderheiten, wie z. B. Cuts vom 100% Iberico Pata Negra, und Geheimtipps, á la 1,2 kg schwere Tomahawk Steaks, kommen im 800 °C Grill zu ihrer vollen Entfaltung. Die karamellisierte Kruste und das unglaublich saftige Fleisch lassen Liebhaber ins Schwärmen kommen! Dazu gibt es Frisches aus dem Meer und saisonal geprägte Köstlichkeiten. Im „Emil“ bereiten der authentische Ort, das geschmackvoll abgestimmte Design und die reichhaltige Küche dem Gast einen wunderschönen Abend.

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Martin Heiderich