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Freiraum zum Atmen

Neugestaltung Saporoshje-Platz Oberhausen

Eine Stadt sollte atmen können. Sie sollte von Grünzügen strukturiert werden. Gebautes und... mehr
Eine Stadt sollte atmen können. Sie sollte von Grünzügen strukturiert werden. Gebautes und Gewachsenes sollten ineinander fließen. So wird sie zum Park, in dem sich Architektur, Freizeit und Natur begegnen. Das war die Idee Ludwig Freitags, der in den 1920er-Jahren die städtebaulichen Strukturen für Oberhausen entwickelte. Dieses Konzept weiterzudenken war die Wettbewerbsaufgabe für die Neugestaltung des innerstädtischen Saporoshje-Platzes, den Förder Landschaftsarchitekten für sich entschied.

Die Altstadt von Oberhausen besticht mit einigen faszinierenden Backstein-Gebäuden aus dem frühen 20. Jahrhundert: Das Rathaus, das Bert-Brecht-Haus, die Reichsbank, das Polizeipräsidium und das Arbeitsamt. Diese solitären Bauten miteinander zu vernetzen, sodass sie letztlich wie „Tritt- oder Meilensteine“ auf dem Weg durch die Stadtlandschaft wirken, ist eines der Grundmuster von Ludwig Freitag, das auch die Landschaftsarchitekten wieder aufgenommen haben. Behutsam greifen sie die historische Platzkomposition auf und interpretieren sie neu. Die Allee als gestalterisches Leitmotiv der Parkstadt zum Flanieren, Verweilen und Spielen wiederzuentdecken, ist die zentrale Entwurfsidee. Mit seiner gebänderten Belagsstruktur aus veredelten Betonsteinfaserplatten umfließt der Platz das Bert-Brecht-Haus und dehnt seine Platzkanten bis an die Gebäudefassaden aus. Der besondere Belag bildet den ruhigen, großzügigen Rahmen für das langgestreckte Platantendach der Platzmitte. Naturnah wirkt die Wegedecke aus gebrochenem Natursteinmaterial, die parallel zu den Platanen verläuft und Kunstobjekten Raum gibt. Schlanke, bis zu sechs Meter hohe, skulptural anmutende Spielstelen aus farbig beschichtetem Stahl laden zum Klettern, Schaukeln und Rutschen ein. Gelegenheit zum Sitzen, Liegen und Spielen bietet auch die „Lange Bank“ mit ihrer monolithisch kantigen Formgebung. Anthrazitfarbene Betonelemente und transparente Sitzelemente wechseln einander ab und bilden eine ausdrucksstarke Linienführung, die der Größe des Platzes entspricht. „Buchstabenmäander“ stellen Querbezüge unter dem Platanendach her. Die begehbaren Plattenreliefs nehmen Bezug auf die Entstehungsgeschichte des Platzes und können vom Besucher über im Boden eingelassene Druckwasserpumpen mit einem Wasserfilm benetzt werden. So wird der Quartiersplatz unter den Platanen zur Kunstmeile. Tagsüber bildet die Platanenallee ein Schatten spendendes Dach. Nachts ist die Platzachse durch einen Lichthimmel akzentuiert. Eine besondere Betonung der historischen Architekturkulisse gehört ebenso zur Lichtkonzeption, wie eine funktionale Illumination der Bodenflächen und eine Leitfunktion hinsichtlich der städtebaulichen Vernetzung zum Hauptbahnhof.

Wasserspiel, Spielgeräte und die Gastonomie sind nicht nur Inventar, sondern Anziehungspunkt für viele Menschen. Sie füllen die Stadt mit Leben und schaffen Freiraum zum Atmen.

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Fotos

Jens Kirchner
www.jens-kirchner.com