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Alte SynAgoge in neuem licht

Die ehemalige Essener Synagoge wurde 1913 vom Baumeister Edmund Körner im Auftrag der jüdischen... mehr

Die ehemalige Essener Synagoge wurde 1913 vom Baumeister Edmund Körner im Auftrag der jüdischen Gemeinde fertiggestellt. Dieses Kultur- und Architekturdenkmal ist der einzige freistehende und imposante Synagogenbau, der den Zweiten Weltkrieg, zumindest äußerlich, überstanden hat.
In der Zeit zwischen 1938 und 2008 hat das Gebäude der ehemaligen Synagoge eine Vielzahl von Fremdnutzungen erlebt.

Im Februar 2008 beschloss der Rat der Stadt Essen, die Alte Synagoge zum Haus jüdischer Kultur weiterzuentwickeln. Städtebaulich wurde die ehemalige Synagoge wieder in einen Platz eingebunden. 
Mit der 2010 eröffneten neuen Ausstellung und verschiedenen Veranstaltungsreihen kehrt ein Stück jüdischer Kultur wieder in die Alte Sy­nagoge zurück.

Das beleuchtete Eingangsportal empfängt den Besucher mit einer hellen freundlichen Geste. An den offen stehenden alten schweren Bronzetüren vorbei betritt man einen hellen neu gestalteten Innenraum. Die von der Architektur angelegten Lichtdecken erstrahlen in neuer Lichttechnik. Sie verbinden die Räume und begleiten den Besucher in den zentralen Kuppelraum. Im Zentralraum wurden die alten Pendelleuchten entfernt, wodurch der Raum in seiner ganzen Größe sichtbar und erlebbar wird. Das Lichtkonzept folgt der neuen Nutzung, dem Haus Jüdischer Kultur. Es unterstützt die Architektur als Teil der Ausstellung wie auch das Ausstellungskonzept. Die Raumbeleuchtung wird zurückhaltend durch Anbaustrahler im Tambour und an den Wänden sowie von Einbaustrahlern unter der Frauenempore realisiert und ist so flexibel gestaltet wie die Nutzung des Raumes. Durch die großen Fensterelemente auf der Empore fällt das sich ändernde Tageslicht in den Raum. Die umlaufenden Lichtvouten unter­halb der Emporen vor den Fensterelementen ergänzen auch in den niedrigen Bereichen des Erdgeschosses diesen lichtdurchfluteten Eindruck.

Durch verschiedene Schaltmöglichkeiten und Lichtszenen kann eine festliche Beleuchtung für Konzerte oder eine architekturbezogene Beleuchtung der Ausstellung ermöglicht werden. Hierbei ist mit Rücksicht auf das Tageslicht und die Jahreszeiten eine Winter- und eine reduzierte Sommerschaltung eingerichtet. Die moderne Lichttechnik ermöglicht hier den Einsatz energieeffizienter Leuchtmittel. Neben den tageslichtbedingten Lichtszenen sind die eingesetzten Halogenmetalldampf Leuchtmittel im Kuppelraum und die LED Leuchten in den Vitrinen nicht nur brillant, sondern auch wirtschaftlich und zeitgemäß.

Die Beleuchtung in den angrenzenden Ausstellungsbereichen, hinter dem Toraschrein und im Obergeschoss sowie auf den Emporen sind zurückhaltend und unterstützend konzipiert. Die teilweise animierten und interaktiven Ausstellungsbereiche können so zur Geltung kommen.
In den Vitrinen ist die Beleuchtung mit UV- und IR-freiem LED Licht realisiert, das die empfindlichen Ausstellungsstücke schütz. Das brillante und warmweiße Licht der LEDs setzt die alten Dokumente ins richtige Licht. Die großen animierten Vitrinen und Ausstellungsbereiche im „Jewish way of Life“ sind mit NV Halogenstrahlern beleuchtet, die technisch so ausgestattet sind, dass sie in Zukunft mit entsprechenden LED Leuchtmitteln umgerüstet werden können.

Das Haus Jüdischer Kultur eröffnete Mitte 2010 nach zweijähriger Umbauphase mit fünf neuen Ausstellungsbereichen. Hier werden verschiedene Einblicke in die jüdische Kultur gewährt, die weitaus mehr ist als eine Religion.

INFORMATIONEN RUND UM DAS
HAUS JÜDISCHER KULTUR
Bauherr bis 31.12.2009: Stadt Essen, Geschäfts-bereich 4, Alte Synagoge
Ab 01.01.2010: Stadt Essen, Geschäftsbereich
6A, Immobilienwirtschaft

Projektleitung:
Stadt Essen, Immobilienwirtschaft
Stephanie Frevel, Helge Seidel

Konzeption: Haus jüdischer Kultur
Alte Synagoge Essen

Ausstellungskonzept: Dr. Edna Brocke,
Dr. Peter Schwiderowski, Martina Strehlen M.A.

Teilbereich „Jüdischer Way of Life“:
Agentur für jüdische Kulturvermittlung
Manja Altenburg M.A., Dr. Esther Graf

Art Direktion und Ausstellungsgestaltung:
Prof. Jürg Steiner, Arbeitsgemeinschaft für
Architektur und Design, Wuppertal

Medienplanung:
Medienzentrum Rheinland, Düsseldorf

Bauleitung:
Lothar Jeromin, Architekt BDA, Essen

Lichtplanung:
Dinnebier Licht GmbH, Wuppertal

Technischer Ausbau:
Ingenieurbüro Paulus GmbH, Essen

Landschaftsarchitekten:
wbp Landschaftsarchitekten Ingenieure,
Bochum

Wettbewerbskonzeption:
Space 4/hess architekten, Stuttgart

Teilbereich Innenarchitektur:
Lorenzo Piqueras, Architecte, Paris (F)
www.dinnebier-licht.de

Innenarchitekten Lorenzo Piqueras, Architecte, Paris (F) www.dinnebier-licht.de Fotos... mehr

Innenarchitekten

Lorenzo Piqueras, Architecte, Paris (F)
www.dinnebier-licht.de

Fotos

Dirk Krüll
www.dirk-kruell.de