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Treffpunkt für alle Bürger

In den behutsam umgebauten Talvogtei-Scheunen in Kirchzarten trifft Historisches auf Neues

Auch wenn die einstige Nutzung nicht mehr gegeben ist, muss dies noch lange nicht das Ende für... mehr

Auch wenn die einstige Nutzung nicht mehr gegeben ist, muss dies noch lange nicht das Ende für ein historisches Gebäude bedeuten. Ein schönes Beispiel dafür ist das denkmalgeschützte sogenannte „Talvogtei-Areal“, zu dem auch zwei Scheunen gehören, welche nach umfangreichen Umbau- und Sanierungsmaßnahmen zu einem Kleinod im Ort geworden sind. Das Ensemble wird nun als kommunales Dienstleistungszen­trum genutzt, in dem das Bürgerbüro Kirchzarten, das Bauamt, die Mediathek sowie die Energie- und Wasserversorgung Kirchzarten (EWK) ein neues Zuhause gefunden haben. Damit ist das Areal um das Rathaus, das im einstigen Wasserschloss aus dem 15. Jahrhundert beheimatet ist, noch weiter ins Zentrum der Bevölkerung gerückt.

Knapp anderthalb Jahre umfasste die Umbauzeit nach den Plänen und unter der Regie der ortsansässigen Projektentwickler Sutter³, deren Leidenschaft für den Erhalt des historischen und kulturellen Erbes in Verbindung mit modernen Elementen in jedem Detail der Gebäude zum Ausdruck kommt. So gelang es den in der Sanierung alter Bauwerke versierten Architekten beispielsweise, die alten Holzfassaden von 1830 weitgehend zu erhalten und unter anderem mit modernen Elementen wie ein Metallfenster, das als Rückgabestelle für Medien dient, zu ergänzen. Die großen Scheunentore öffnen sich einladend für Besucher und Nutzer und lassen gleichzeitig viel Licht ins Innere. Der gläserne Steg wiederum bietet eine praktische und optisch dezente Verbindung beider Gebäude. Das Konzept von Alt und Neu setzt sich innen fort. Auch hier durfte viel historische Bausubstanz weiter bestehen. Rohe Sandsteinmauern und geschichtsträchtige Holzbalken harmonieren mit modernen Lichtquellen und den Vorzügen der Weißtanne. Im Bürgersaal findet die robuste heimische Weißtanne zudem in 3D-Optik Verwendung als Schallbrechungselement. Dieses Projekt hat deutlich gezeigt, dass das Umbauen und Erhalten von historischer Bausubstanz nicht per se teurer als das Erstellen eines Neubaus sein muss. Barrierefrei realisiert sowie nach modernen Energiestandards umgesetzt – hier eine Pelletheizung sowie die zeitgemäße Dämmung im Dach- und Bodenbereich –, soll es Bauherren durchaus Mut machen. Mut zum Bewahren des kulturellen Erbes, ohne jedoch die Zukunft außen vor zu lassen.

www.sutter3kg.com


Fotos:

Jürgen Gocke, Fotodesign
www.fotodesign-gocke.de