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Interdisziplinäre Pionierarbeit

Innovativer Krankenhausbau in Basel fügt sich behutsam ins Umfeld ein

Die Universitäre Altersmedizin Felix Platter musste umziehen. Im Neubau des Architektur­büros... mehr

Die Universitäre Altersmedizin Felix Platter musste umziehen. Im Neubau des Architektur­büros wörner traxler richter vereint die medizinische Einrichtung nun die spezialisierten Bereiche Akutgeriatrie, Alterspsychiatrie und Rehabilitation. Die Einrichtung bietet nicht nur ein breites Leistungsangebot von der Prävention und Frühdiagnostik über die Behandlung und Therapie bis hin zur Nachsorge und vielen ambulanten Leistungen, sie ist auch an internationalen Forschungsprojekten beteiligt. „Es ist eines der innovativsten Gebäude dieser Art“, ist das Fazit der Architekten. Dafür gibt es gleich mehrere Gründe. Der Neubau ist zur Zeit eines der wenigen Bauprojekte in der Krankenhauslandschaft, das vom Wettbewerb bis zur Realisierung durchgängig mit der Planungsmethode Building Information Modeling (BIM) erarbeitet wurde. Von Anfang an wurden also alle relevanten Bauwerksdaten digital modelliert, kombiniert und erfasst. „Eine interdisziplinäre Pionierarbeit für alle Beteiligten. Die konsequente Anwendung von BIM über alle Leistungsphasen hat zur Beschleunigung sämtlicher Planungs- und Realisierungsprozesse geführt“, so die Architekten. Und freuen sich, denn: „Der Neubau gilt als eines der am schnellsten realisierten Spitalprojekte in der Schweiz und wurde bereits mit zwei BIM-Preisen ausgezeichnet.“ Auch in architektonischer Hinsicht ist der Neubau bemerkenswert. Trotz seines großen Volumens – einige Außenkanten messen bis zu 100 m – orientert er sich am städtischen Kontext. Das Gebäude wurde durch Einschnitte so aufgebrochen, dass es sich behutsam in die Umgebung einfügt. Auch die im Spitalbau eher unübliche Lochfassade sorgt für Einbindung in das städtebauliche (Wohn-)Umfeld. Zudem nimmt die Putzoberfläche im groben Besenstrich und hellem Grüngrau und Beige die Farbigkeit der umgebenden Bauten auf. Was optisch und architektonisch gelungen ist, hat auch für Patienten Vorteile, denn die gewohnte Maßstäblichkeit der umgebenden Wohnbebauung und vertraute Ausstattungsmerkmale sollen den älteren Patienten den Aufenthalt im Spital erleichtern. Einschnitte und Höfe gliedern auch im Innern die langen Flure, lockern sie auf und ermöglichen vielfältige Blickbeziehungen und Tageslichteintrag. Das erleichtert die Orientierung im Gebäude. Die kleinen und großen Grünräume zonieren den Bau und bereichern ganz im Sinne der Planungsphilosophie „healing architecture“ das Spitalumfeld.

Bei der Planung stand stets der Patient im Mittelpunkt. Wo nötig, wurden die Funktionen so angeordnet, dass kurze Wege Patienten die Therapie erleichtern. An anderer Stelle wurden Rundgänge mit Sitznischen angelegt, damit z. B. Demenzkranke dem für sie typischen Bewegungsdrang folgen können. Das Farb- und Materialkonzept entwickelten die Architekten in enger Abstimmung mit dem Spital. Farben und Materialien sind bewusst zurückhaltend gewählt und schaffen Sicherheit und Behaglichkeit, um den Patienten den Aufenthalt zu erleichtern. Schon in der Auswahlphase hat das Spital dies mit Patienten getestet.

www.wtr-architekten.de


Fotos:

Frank Blümler
www.frankbluemler.de

(Erschienen in CUBE Oberrhein/Baden 03|19)