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Innen und außen Beton

Der Neubau eines Architekturbüros in Stutensee spielt mit einer durchgehenden Transparenz

Wenn ein Architekt für sich selbst baut, stellt das Gebäude stets eine Visitenkarte dar, die... mehr

Wenn ein Architekt für sich selbst baut, stellt das Gebäude stets eine Visitenkarte dar, die dessen Philosophie vom Bauen und Gestalten nach außen trägt – ein Referenzgebäude also, an dem viel abgelesen werden kann. Die Architektin Nicole La Croix hat sich an eine solche Aufgabe herangewagt und für sich ein freistehendes Bürogebäude geschaffen, das durch seine stringente Klarheit und den minimalistischen Einsatz an Materialien besticht.

Die Ausgangslage war ein Baugrundstück, das in einem inhomogenen Mischgebiet liegt, in dem alle Dachformen zugelassen sind. Da die Erschließung über eine stark frequentierte Straße im Süden erfolgt, war schnell klar, dass sich das Gebäude zur Umgebungsbebauung auf der Ost- und Westseite sowie zur Straße auf der Südseite hin geschlossen zeigen sollte. Ähnlich einem amerikanischen Cubicle in einem Großraumbüro gelingt auf diese Weise die gewünschte Abschottung, die dann den Weg frei macht, sich zu anderen Seiten hin zu öffnen. Aus dem Entwurfsgedanken ist ein monolithischer Sichtbetonkubus entstanden, der an zwei Seiten komplett geschlossen ist und auf der Eingangsseite lediglich durch das Eingangselement, eine schwarze Metallröhre, durchdrungen wird. Dieses mit schwarzen Alublechen gestaltete Eingangsportal durchbricht die graue Sichtbetonfassade und führt direkt in den Flur. Trotz dieser introvertierten Bauweise entstanden helle Räume, die neben der Nordverglasung zum Garten hin über einen Innenhof sowie ein Oberlicht belichtet werden. Die Ruhe und Ästhetik, die das Gebäude ausstrahlt, beruht neben der Klarheit des Entwurfs auf dem bewussten Verzicht an Materialvielfalt. Prägend ist neben den Sichtbetonwänden und den schwarzen Alublechen der Betonboden, der die Farben der beiden Elemente, Hauptkubus und Röhre, aufnimmt und abzeichnet. Durch die unterschiedlichen Größen der Betonfertigteile entsteht ein im Vorfeld geplantes Fugenbild, das dem Gebäude zusätzlich Struktur verleiht. Auffallend ist insbesondere eine sich durch das gesamte Gebäude ziehende, horizontale Fuge im oberen Bereich der Wand. Auch die zweischaligen Wandelemente im Inneren bestehen aus Betonfertigteilen, die nach den Vorgaben der Architektin als Unikate angefertigt wurden. Im Erdgeschoss gelangt man barrierefrei über den Eingangsbereich in den Besprechungsraum, der sich zum Garten hin öffnet. Im westlichen Gebäudeteil liegen die funktionalen Räume, wie WCs und Teeküche, sowie ein Pausenraum, der auch als zweiter Besprechungsraum genutzt werden kann. Der L-förmige Arbeitsraum befindet sich im östlichen Gebäudeteil und schließt an zwei Seiten an den Innenhof an. Dieser ist mit einem Olivenbaum bepflanzt und schafft durch seine ruhige Ausstrahlung eine entspannte Atmosphäre im Arbeitsbereich. Die Glasscheibe zum Garten hin hat eine Länge von 7 m und eine Höhe von 3 m. Die gesamte Verglasung ist rahmenlos und lediglich in die gedämmten Aussparungen der Betonwände eingeschoben. Die Fensterflügel wurden vollflächig mit Glas beklebt, wodurch die Fensterfront eine durchgängige Optik erhält. Die komplette Technik ist nicht sichtbar in der Akustikdecke integriert. Über Schattenfugen wird der Raum belichtet, belüftet und klimatisiert. Das Bürogebäude funktioniert nahezu autark, da die Erdwärmepumpe über eine Photovoltaikanlage betrieben wird, die gleichzeitig Strom für den Bürobetrieb und den Elektro-Smart für Baustellenbesuche produziert. Die Regelung der einzelnen Komponenten wie Licht, Heizung, Klima etc. erfolgt über KNX. Die Betonaußenwände wurden in gedämmter Sandwich-Bauweise vorproduziert und vor Ort mit Ortbeton ausgegossen. Das größte Element hat eine Länge von 8 m. Im Untergeschoss des Gebäudes befinden sich die Technikräume, das Archiv sowie der Plotterraum und der Modellbaubereich. Der Garten sowie die Parkflächen bestehen großteils aus Rasenflächen. Eine schwarze Schotterfläche führt die Röhre im Außenbereich optisch fort und mündet in einen Pflanzstreifen aus Bambus.

www.lacroix-architekten.com

(Erschienen in CUBE Oberrhein/Baden 04|19)

Architekten: La Croix Architekten www.lacroix-architekten.com Betonteile: Schöck... mehr

Architekten:

La Croix Architekten
www.lacroix-architekten.com

Betonteile:

Schöck Bauteile
www.schoeck.de

Fotos:

Daniel Vieser, Architekturfotografie
www.dv-architekturfotografie.de

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