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Im Löss versenkt

Das Weingut Keller ist perfekt in die Kulturlandschaft des Kaiserstuhls eingepasst

Die Verschmelzung von Gebäude und Natur bei optimaler Nutzung der Gravitation für die... mehr

Die Verschmelzung von Gebäude und Natur bei optimaler Nutzung der Gravitation für die Weinbereitung sind die entscheidenden Grundlagen des Entwurfs für den Neubau des Weingutes Franz Keller in Oberbergen. Das Freiburger Architekturbüro Geis & Brantner lässt durch drei gegeneinander versetzte Ebenen das Gebäude mit der Umgebung verschmelzen und greift gleichzeitig die für den Kaiserstuhl typische und prägende Terrassenlandschaft auf.

Sämtliche Dachflächen der Neubauten sind mit einem Wiesensaatgut vom benachbarten Badberg begrünt, welches eigens aus dem Naturschutzgebiet gewonnen wurde. Wie selbstverständlich eingepasst in die einzigartige Kulturlandschaft, bietet das Weingut gleichzeitig interessante Einblicke in die Produktionsabläufe und einen einzigartigen Panoramablick auf den Kaiserstuhl von der Terrasse des Weingutrestaurants „Kellerwirtschaft“.

Das nachhaltige Energiekonzept der Architekten nutzt die Natur. Durch die nach Norden ausgerichtete Lage des Grundstücks und das Eingraben des Weingutes sorgt die natürliche Isolation des Erdreiches für gleich bleibendes Klima und konstante Temperatur, die zur Entwicklung und Lagerung des Weines optimale Voraussetzungen bieten. Der komplexe Produktionsprozess in einem modernen Weingut erfordert umfangreiche TGA- und Steuerungstechnik zur Weinbereitung mit Wärme- und Kälteinstallationen für die Prozesssteuerung der unterschiedlichsten Weinbereitungsstufen. In diesen Produktionsprozess wurde ein exklusives Restaurant integriert, von wo aus die gesamte Weinherstellung hautnah miterlebt werden kann. Die Produktionsflächen werden für ca. zwei Monate im Jahr zur Weinbereitung genutzt, in der verbleibenden Zeit dienen sie als multifunktionelle Eventflächen. Die Versorgung der technischen Einrichtungen für die unterschiedlichsten Nutzungsanforderungen wurde durch den Bau eines 160 m langen Installationsganges entlang des gesamten Gebäudes gelöst, durch den auf einer Höhe von bis zu 20 m nahezu jede Stelle des Gebäudes erreicht wird. Gleichzeitig überträgt er das konstante Klima des Berginneren in die Lagerräume.

Herausfordernd waren auch die konstruktiven Anforderungen mit möglichst großen Spannweiten und enormen Lastannahmen für die Decken. Zur Sicherung des Bergrückens, an den der Baukörper im Kreisbogen mit einem Radius von 225 m angelehnt ist, wurden 57 Bohrpfähle sowie 1.400 m² rückverankerte Verbauwand erstellt. Nur durch die besondere Kooperation zwischen 20 verschiedenen Ingenieur- und Fachdisziplinen und den Architekten gelang es, das gesamte Volumen des Neubaus von über 25.000 m³ umbauten Raumes in den Löss zu versenken.

www.geis-brantner.de

Architekten: Geis & Brantner www.geis-brantner.de Fotos: Tom Gundelwein Johannes Vogt mehr

Architekten:

Geis & Brantner
www.geis-brantner.de

Fotos:

Tom Gundelwein
Johannes Vogt