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Mad arkitekter gewinnt Realisierungswettbewerb für das Wohnhochhaus WoHo in Kreuzberg

Entwurf für Deutschlands höchstes Haus aus Holz

Vorschau: 01_Vertikales-Quartier-WoHo-Eingangssituation-mit-Sockelbereichen-Copyright-Mad-arkitekter-scaled

Ansicht Eingangssituation Sockelbereich mit Freiflächen

Vorschau: 02_Ansicht-vom-Tempodrom-auf-WoHo_Copyright-Mad-arkitekter-scaled

Ansicht vom Tempodrom

Vorschau: 03_WoHo-Perspektive-Schoeneberger-Str-_Copyright-Mad-arktikter-scaled

Ansicht Schöneberger Straße

Vorschau: 04_Persepktive_Hoefe_WoHo_Copyright-Mad-arkitekter

Ansicht Höfe

Mad arkitekter überzeugten die Jury mit ihrem „Entwurf, der sich in seiner Baukörperausformulierung und Ausrichtung angemessen in den städtebaulichen Kontext einfügt und gleichzeitig den Anspruch an das besondere Programm des WoHo erfüllt. Die differenzierte Gebäudefigur aus vier einzelnen Baukörpern wird aus der typischen Kreuzberger Stadtstruktur abgeleitet und konsequent in der inneren Raumstruktur weiterentwickelt“, so die Jury.

Markant ist der im Zentrum des Ensembles positionierte 98 Meter hohe Turm mit 29 Geschossen, der das WoHo zu Deutschlands höchstem aus Holz erbautem Gebäude macht. Lediglich Kerne und das Untergeschoss sollen aus Stahlbeton errichtet werden, die Einhaltung des KfW 40 Standard ist avisiert. Durch die Sockelkomposition, Auskragungen und Vorsprünge im Turm entsteht Bewegung, die durch die Lebendigkeit der begrünten und klar gegliederten Raster-Holzstruktur der Fassade akzentuiert wird. Abgerückt von der Schöneberger Straße fügt sich das WoHo städtebaulich angemessen in seine Umgebung, wirkt identitätsstiftend und öffnet sich zum Grünzug Anhalter Steg. Die öffentlichen und halböffentlichen Bereiche für BewohnerInnen und Nachbarschaft befinden sich im siebengeschossigen Sockelbereich und werden durch die außenliegende Treppe verbunden. Das vier Meter hohe Erdgeschoss ist bewusst einladend konzipiert und sieht Gewerbeflächen für die Nahversorgung wie beispielsweise Bäcker, Cafés, Spätkauf und Werkstätten vor. In den weiteren Geschossen des Sockelbereichs sind Flächen für soziale und öffentliche Funktionen und Träger untergebracht, darunter eine Kita und Hort mit Außenflächen auf den Dächern, Kiezkantine, Jugendeinrichtungen, Indoor-Spielplatz, Ateliers und Gewerbeeinheiten sowie große Familienwohnungen. Das Dachgeschoss im Turm ist ebenfalls öffentlich zugänglich und bietet zudem Möglichkeiten für eine Bar und Sauna.

Von den 18.000 m² Nutzfläche sind 15 Prozent für die soziale Infrastruktur geplant, 25 Prozent für gewerbliche Einrichtungen und 60 Prozent für das Wohnen. Dieses gliedert sich zu je einem Drittel in mietpreisgebundene Wohnungen, bezahlbare genossenschaftliche Wohnungen und Eigentumswohnungen. Dabei werden ganz unterschiedliche Typologien berücksichtigt, darunter Wohnformen für soziale Träger wie betreutes Wohnen von Jugendlichen und Demenzerkrankten, aber auch Studentenstudios und sogenannte „Jokerzimmer“ für kurzfristigen Mehrbedarf an Platz. Die Anordnung der Wohnungen folgt ebenfalls dem Prinzip der Gebäudeprogrammierung und so ist die Durchmischung auch auf Etagenebene gegeben. Darüber hinaus wird eine Kooperation mit einer landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft angestrebt.

Weitere Maßstäbe setzt das WoHo durch die bewusste Reduzierung des fahrenden Privatverkehrs: weniger Fahrzeugstellplätze, dafür mehr Raum für vielfältige Mobilitätsalternativen und Sharing-Angebote für Kfz, Fahrräder und Lastenfahrräder. Umfassende Auflademöglichkeiten für die E-Mobilität werden eingeplant, ebenso Fahrradgaragen samt Werkstatt.

Der Gewinnerentwurf ist die Grundlage für die Schaffung von Baurecht durch das vorhabenbezogene Bebauungsplanverfahren. Im nächsten Schritt werden alle Entwürfe des Wettbewerbsverfahrens samt Jurybegründungen der Öffentlichkeit vorgestellt. Darüber hinaus werden interessierte Akteure, Träger und die Nachbarschaft in das weitere Verfahren eingebunden, um die Nutzungen im WoHo bedarfsgerecht zu konkretisieren.

Projektentwickler: UTB Projektmanagement GmbH
www.utb-berlin.de
Siegerentwurf: Mad arkitekter
www.mad.no