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Europas beste Bauten

Preis der Europäischen Union für zeitgenössische Architektur Mies van der Rohe Award 2022

Vorschau: 01_UK01-Grafton-Architects-09-C-Ed-Reeve

Town House der Kingston University, London von Grafton Architects (Dublin); © Foto: Ed Reeve

Vorschau: 02_Lacol-1

La Borda, Wohnungsbaugenossenschaft, Barcelona von LaCol (Barcelona); © Foto: LaCol

Vorschau: 03_022-C-Jose-Hevia

Sozialwohnungsbau, Cornellà de Llobregat von peris+toral.arquitectes (Barcelona); © Foto: José Hevia

Vorschau: 04_DE22_frizz23_-C-Jan-Bitter

Frizz23, Berlin von Deadline (Britta Jürgens + Matthew Griffin, Berlin); © Foto: Jan Bitter

Vorschau: 05_3_-C-Myr-Muratet

Ferme du Rail, Paris von Grand Huit & Mélanie Drevet Paysagiste (Paris); © Foto: Myr Muratet

Vorschau: 06_031-C-Simone-Bossi

Enrico Fermi Schule in Turin von BDR bureau (Turin); © Foto: Simone Bossi

Nach pandemiebedingter Verschiebung konnte sich die Jury dieses Jahr endlich wieder auf Besichtigungstour aufmachen und „Europas beste Bauten“ auszeichnen. Und wie schon in der Vergangenheit zeigen sich Preis und die dazugehörige Ausstellung als Seismografen aktueller gesellschaftlicher Prozesse. Auf die großen Fragen unserer Zeit von Klimakrise bis soziale Polarisierung antworten die ausgewählten Projekte mit solidarischen Formen des Wohnens und guten Nachbarschaften, mit ganz besonderen Räumen für Schule und Bildung sowie dem sorgfältigen Umgang mit Ressourcen, sei es im Holz- bau oder im Weiterbau von Bestand.

Erstmals geht der Hauptpreis an einen Bildungsbau: das Town House – Kingston University in London, entworfen von den Pritzker-Preisträgerinnen Grafton Architects aus Dublin. Ein Campusgebäude mit durchlässiger Struktur und ineinandergreifenden Räumen, das der gesamten Nachbarschaft offensteht. Gewinner des Nachwuchspreises „Emerging Architecture 2022“ ist die genossenschaftliche Wohnanlage La Borda des Kollektivs Lacol in Barcelona, das bislang höchste in Holzbauweise errichtete Gebäude in Spanien.

„Wenn wir besser planen und bauen, hat das einen enormen Einfluss auf gutes Zusammenleben, Ökologie und Verteilungsgerechtigkeit. Die sieben Finalist:innen zeigen, dass Architekt:innen und Auftraggeber:innen erkennen, an welch großem gesellschaftlichen Hebel sie sitzen. Bitte mehr davon, lautet die Botschaft der Ausstellung“, so Angelika Fitz, Direktorin des Az W. Die 85 Sozialwohnungen im spanischen Cornellà de Llobregat von Peris+Toral Arquitectes bieten neue Raumerlebnisse für neue Lebensstile. Beim Frizz23 in Berlin von Deadline schafft eine von den Architekt:innen initiierte Baugruppe ganz besondere Raumkonstellationen für die Kreativwirtschaft. Die Railway Farm in Paris von Grand Huit und Mélanie Drevet Paysagiste verbindet Sozialwohnungen, Studierendenwohnen und urbane Landwirtschaft. Das Z33 Haus für zeitgenössische Kunst, Design und Architektur im belgischen Hasselt von Francesca Torzo erweitert den Bestand mit beeindruckender architektonischer und künstlerischer Feinheit. Die Enrico-Fermi-Schule in Turin von BDR bureau, eine Schule aus den 1960er Jahren, die für die aktuellen pädagogischen Bedürfnisse umgestaltet wurde.

Was diese und viele weitere Projekte der Ausstellung neben ihrer hohen architektonischen Qualität auszeichnet ist, dass sie neue Wege der Verwaltung beschreiten, auf kollektives Handeln setzen sowie sich mit zirkulären Wertschöpfungsketten und durchdachten Bauprozessen beschäftigen. Auch der besonders hohe Anteil an Architektinnen unter den finalen Projekten steht für einen Wandel. Juryvorsitzende Tatiana Bilbao beschreibt die Aufgabe von Architekturschaffenden wie folgt: „Der derzeitige dringende Paradigmenwechsel in der Architektur bedeutet Gerechtigkeit und Demokratie durch Ein- beziehung und Akzeptanz von Vielfalt zu erreichen.“
 
Auf der Shortlist und somit in der Ausstellung von „Europas beste Bauten“ befinden sich insgesamt neun kollektive Wohnbauten, sechs Projekte mit gemischter Nutzung und vier Stadtentwicklungsprojekte mit aktiver Bürger:innenbeteiligung. Darunter auch fünf Projekte aus Österreich: der Schulcampus Neustift im Stubaital von fasch&fuchs, die Neue Galerie und Kasematten von Bevk Perović Arhitekti, der Um- und Zubau des Stadthauses in Linz von mia2 Architektur, das Baugruppenprojekt Gleis 21 von einszueins architektur sowie das Atelierhaus C21 von Werner Neuwirth.

Die Ausstellung vermittelt die hohe Qualität der Projekte anschaulich in Modellen, Videos, Fotos und Plänen. Neben den 40 Projekten der Shortlist werden im Az W auch die 14 österreichischen Nominierungen gezeigt.

Ausstellung vom 6.10.2022 bis zum 23.1.2023 im Architekturzentrum Wien, Ausstellungshalle 2.

www.azw.at