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Deutscher Nachhaltigkeitspreis Design

Die Sieger sind gekürt

Vorschau: 01_Grebenstein-Paulina_urban-eden-lab_Visionen_DNPD_2021

urban:eden lab (Design: Paulina Grebenstein): Regenwasser wird mithilfe von Filtersystemen aufbereitet und vor Ort in Urban und Floating Wetlands durch Evapotranspiration zur Kühlung der Stadt verwendet.

Vorschau: 02_Guenter_Finkbeiner_Architekten_WOODSCRAPER_Visionen_DNPD_2021

WOODSCRAPER (Design: Günter und Finkbeiner Gesellschaft von Architekten mbH): WOODSCRAPER ist das erste modular umnutzbare, zirkuläre, klima- und ressourcenpositive Gebäudeprinzip für einfaches, schadstofffreies Bauen aus nachwachsenden und gut verfügbaren Rohstoffen wie Holz und Stroh.

Vorschau: 03_Wikkelhouse_Sustainable-building_Vorreiter_DNPD_2021

Sustainable building/House made of cardboard (Design: Wikkelhouse): Insgesamt 24 Lagen hochwertiger Pappe werden um eine rotierende ikonische Hausform gewickelt und mit umweltfreundlichem Kleber zu einer robusten Sandwichstruktur mit optimalen klimatischen und Isolationseigenschaften verleimt.

Vorschau: 04_sonnen_sonnenBatterie_Vorreiter_DNPD_2021

sonnenBatterie (Design: Sonnen GmbH): Die sonnenBatterie speichert den tagsüber erzeugten Solarstrom und stellt ihn rund um die Uhr zur Verfügung. Schon heute helfen tausende sonnenBatterien gemeinsam, das öffentliche Stromnetz zu stabilisieren und Schwankungen auszugleichen. Überschüssiger Ökostrom, den die Stromleitungen nicht transportieren können, kann gezielt gespeichert werden und geht nicht verloren.

Vorschau: 05_Midgard-Licht_AYNO-Leuchte_6_Vorreiter_DNPD_2020-2021_-C-_Mauloubier

AYNO Leuchte (Design: Stefan Diez für Midgard Licht GmbH): Die Leuchten werden aus nur drei Primärwerkstoffen hergestellt, die weitestgehend weitestgehend rezyklierbar sind und zum Teil recycelt wurden: Stahl, Fiberglas und ABS/PC. Zugleich ist die AYNO eine der ersten durch den Anwender werkzeugfrei reparierbaren LED-Leuchten, womit sich ihr Leben erheblich verlängern lässt.

Vorschau: 06_DNP_Design_2021_WYE_Neolign-R-_Vorreiter_mood_2

Neolign® (Design: WYE): WYE verwendet zur Herstellung seiner Möbel einen selbst entwickelten, kreislauffähigen Holzwerkstoff, der sich wie Kunststoff verarbeiten lässt. Neolign besteht zu 83 Prozent aus PEFC-zertifizierten Holzspänen aus Industrieabfällen. Hinzu kommen Polymere sowie Farbpasten, die für eine volle Durchfärbung des Materials sorgen. Neolign wird im Recyclingprozess zu Granulat verarbeitet und steht so als Rohstoff wieder zur Verfügung.

Aus den bereits im Oktober bekannt gegebenen 104 Finalisten wurden am Abend des 3. Dezember die im Sinne der Aufgabenstellung 37 besten Produkte, Lösungen und Systeme geehrt. Vertreten sind Start-ups ebenso wie international agierende Großkonzerne, Young Professionals mit ihren visionären Projekten und Hersteller von Designklassikern. Die Sieger repräsentieren ein breites Spektrum verschiedener Lebensbereiche und Branchen und erhalten ein entsprechendes Siegel, das Verbraucher/innen eine Hilfestellung bieten soll, welche Produkte und Dienstleistungen sie mit gutem Gewissen konsumieren können.


Die Jury, die sich gleichermaßen aus Design- und Nachhaltigkeitsexperten zusammensetzte, diskutierte viel und einigte sich dann einstimmig auf die ausgezeichneten Beispiele nachhaltiger Gestaltung. „Alle Sieger eint ihr Potenzial, den Wandel hin zu mehr Nachhaltigkeit voranzutreiben – auf ganz unterschiedliche Art. Wir hoffen, dass die Auszeichnung die Unternehmen unterstützt, sich dank der Dynamik dieser Leitidee im Markt zu positionieren und andere zu motivieren, ebenfalls an innovativen Projekten zu arbeiten“, kommentiert Juror Tobias Lutz, Gründer der Plattform Architonic.


„Die vielen hervorragenden Einreichungen und die engagierte, erstklassige Jurybeteiligung haben uns darin bestärkt, dass wir mit unserem neuen Design-Wettbewerb ein sensibles und wichtiges Thema aufgegriffen haben, das trotz oder vielleicht auch gerade wegen der aktuellen Pandemie besondere Relevanz erhält“, sagt DNP-Initiator Stefan Schulze-Hausmann. 


Die Sieger des Deutschen Nachhaltigkeitspreises Design 2021: Trends und Themen
„Auffällig sind die vielen prozessorientierten Beiträge und Kreislaufsysteme, die wir ausgezeichnet haben. Design ist hier quasi unsichtbar, es zeigt sich besonders stark durch seine Funktionalität und die damit verbundene Wirkung“, so Torsten Meyer-Bogya, Vorsitzender der Allianz Deutscher Designer (AGD) und Teil der über 40-köpfigen Expertenjury. Der Hersteller von Fahrradschläuchen Schwalbe überzeugte die Jury mit seinem Rücknahme- und Recyclingsystem für Altschläuche. Klarer Favorit war auch das Shiftphone, das für den Nutzer leicht reparierbar ist und nach Gebrauch per Pfandsystem retourniert werden kann. Auch das Möbel-Start-up WYE mit seinem Werkstoff Neolign® aus Industrieabfällen setzt auf einen ganzheitlichen Designansatz mit Rücknahmeservice.

Das Prinzip „selbst reparieren“ zur Vermeidung von (Elektro-)Schrott wurde gleich mehrfach von der Jury honoriert: Die Sieger-Auszeichnung ging an die Online-Community von Ifixit, die konkrete Hilfestellung bei der DIY-Reparatur gibt. Zu den Gewinnern zählt auch das Netzwerk Reparatur- Initiativen, das bundesweit kostenlose Reparaturveranstaltungen anbietet. Das per Baukastenprinzip konstruierte Küchengerät SOUL (Florian Wittmann) lässt sich einfach und von jedermann selbst reparieren – ein weiteres ausgezeichnetes Beispiel, das sich der Wegwerfkultur entgegensetzt.

Nachhaltige Mode und Textilien sind bereits etabliert und weiter auf dem Vormarsch, was die Vielzahl und auch die Vielfalt der Sieger aus dem Bedürfnisfeld Kleidung und Accessoires belegt. Hier finden sich die FlipFlops „Cocolette“ aus ökologischen Materialien, Biodiversität fördernde Mode von Cocccon, biologisch abbaubare Textilien von OceanSafe, das britische Label Fanfare, Biounterwäsche von Erlich Textil sowie nachhaltige Businesskleidung für Frauen von Nina Rein.

Durchgesetzt haben sich zudem Materialinnovationen aus unterschiedlichen Bereichen wie Bananatex® (QWSTION), das weltweit erste technische Gewebe aus Fasern der Bananenpflanze. Auch Continental punktete mit seinem neuartigen aus in Deutschland angebautem Löwenzahn-Kautschuk Urban Taraxagum, ebenso wie das aus Bioabfällen hergestellte äußerst robuste Material Apeel von Youyang Song.

Produkte aus nachwachsenden, rezyklierten und rezyklierbaren Werkstoffen bilden eine starke Gruppe unter den Siegern: Im Bereich Bau und Einrichtung überzeugten die nahezu komplett kreislauffähige Leuchte AYNO von Midgard sowie Lea Schückings neuartige Fliesen Shards aus mineralischen Bauabfällen. Zudem zählt das umweltfreundliche Hauskonzept Wikkelhouse aus Pappe zu den Siegern. Den Bereich Packaging vertreten bekannte Größen: An vorderster Front stehen der Lippenpflegestift Samtweich von Kneipp mit seinem konsequent nachhaltig gestalteten Verpackungsdesign sowie die kreislauffähigen Verpackungen von Frosch.

Prämiert wurden spannende Zukunftsvisionen aus dem Bereich nachhaltiges Bauen im urbanen Raum. Mit dem WOODSCRAPER präsentieren Günter und Finkbeiner Architekten ein klima- und ressourcenpositives Gebäudeprinzip für Hochhäuser. urban:eden lab (Paulina Grebenstein) wiederum ist ein städteplanerisches Konzept für ein innovatives dezentrales Regenwassermanagementsystem.

Herausragende Lösungen gab es auch in der Gruppe der ressourcenschonenden und -sparenden Produkte: Bei der Wahl der Sieger entschied sich die Jury für die Zahnputztabletten Denttabs, plastikfreie Putzmittel-Tabs von everdrop, die wiederverwendbare Menstruationstasse Lunette sowie die Mehrwegwindel Sumo. Darüber hinaus behauptete sich das proteinreiche Tierfutter aus Insekten von MjAMjAM sowie das Wassersystem GROHE Blue mit Filter-, Kühl- und Sprudeltechnologie in ein und derselben Armatur.

Im Bereich Mobilität brillierte der Personenzug Mireo von Siemens Mobility, der mit Batterie und zukünftig auch auf Basis von Wasserstoff angetrieben werden soll. Das Thema erneuerbare Energien – insbesondere das Feld der Solarenergie – spiegelt sich in den Siegern SolteQ, Hersteller von Solardachziegeln, dem Solarstromspeicher sonnenBatterie sowie den Solarpanelen für den Balkon SolMate von EET wider.

Designklassiker mit langjähriger Marktpräsenz bereichern ebenso das Siegerfeld: Der Wiener Kaffeehausstuhl 214 von Thonet und der Artek-Hocker Stool 60 ebenso wie die Staubsauger-Ikone DC01 von Dyson fanden die breite Zustimmung der Jury.

Das Auswahlgremium prämierte zudem vorbildhafte Kampagnen: Hierzu zählte die Kampagne „Weniger ist leer“ von Brot für die Welt, die seit 15 Jahren auf die ungerechte Verteilung von Nahrungsmitteln aufmerksam macht. Mit dem Furniture Footprint, einem interaktiven System zur Bewertung der Nachhaltigkeit seiner Produkte, zählt auch der Möbelhersteller Zeitraum zu den glücklichen Siegern des DNP Design 2021.

Die Ehrenpreise
Der Ehrenpreis des DNP Design ging im Premierenjahr an Produktgestalter Dieter Rams. In einer persönlichen Videobotschaft dankte der legendäre Designer der Stiftung DNP für die Auszeichnung. Rams ist u. a. für seine prägenden Entwürfe für die Firma Braun sowie für sein Motto „Gutes Design ist so wenig Design wie möglich“ bekannt.

Auch die Band Milky Chance, die live vor Ort zu sehen und zu hören war, wurde für ihr besonderes soziales Engagement sowie ihren Einsatz für mehr Nachhaltigkeit in der Veranstaltungsbranche ausgezeichnet. „Milky Chance ist der lebende Beweis, dass sich Ökologie und wirtschaftliche Musikveranstaltungen nicht ausschließen, wenn man Nachhaltigkeit ernst nimmt und umsetzt“, kommentiert Stefan Schulze-Hausmann den Sonderpreis für die weltweit erfolgreiche Band aus Berlin.

Über den Deutschen Nachhaltigkeitspreis Design
Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis ist die nationale Auszeichnung für Spitzenleistungen im Bereich Nachhaltigkeit. Mit nunmehr neun Wettbewerben – darunter für Unternehmen, Städte und Kommunen, Forschung, Start-ups und in diesem Jahr ganz neu für Design – ist der Preis der größte seiner Art in Europa. Die Auszeichnung wird vergeben von der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e. V. in Zusammenarbeit mit der Bundesregierung, kommunalen Spitzenverbänden, Wirtschaftsvereinigungen, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Forschungseinrichtungen.

Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis Design wurde initiiert, um wegweisende Produkte auszuzeichnen. Der neue Preis orientiert sich an den Zielen der von der UN ausgerufenen Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung und soll Konsument/innen Orientierung geben, in einer Zeit, in der nachhaltiges Design gefragter ist denn je.

www.nachhaltigkeitspreis.de