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Sternenhimmel und Alpenglühen

Zwei baugleiche Wohnhochhäuser in Obersendling

Fünf Solitäre, bei denen unterschiedliche Architektenhandschriften erkennbar werden, entstanden... mehr

Fünf Solitäre, bei denen unterschiedliche Architektenhandschriften erkennbar werden, entstanden auf dem Grundstück „Südseite“ in Obersendling. Jedes dieser fünf Hochhäuser ist 50 m hoch und hat 16 Stockwerke. Die „Hochhäuser“ – wenn man Münchner Maßstäbe anlegt – liegen inmitten einer grünen Parklandschaft und sind nur über Gehwege erreichbar – bis auf die vorgeschriebenen Rettungswege und Feuerwehrzufahrten. Zwei dieser Wohnhochhäuser „Sternenhimmel und Alpenglühen“ wurden von dem Bauträger Klaus Wohnbau, den Architekten Blaumoser aus Starnberg und dem für den Fassadenentwurf des Wohnhochhauses Alpenglühen verantwortlich zeichnenden Kupferschmidt Architekten aus München, geplant und realisiert. Die klingenden Namen der beiden Wohnhochhäuser sind zwar Verkaufsnamen, aber mit etwas Glück verheißen sie nicht zu viel – zumindest aus den oberen Stockwerken wird der Sternenhimmel häufig zu sehen sein, und das Alpenglühen ab und an auch.

Die beiden Wohnhochäuser sind baugleich – das Erscheinungsbild ist jedoch völlig unterschiedlich. Bei einem Fassadenwettbewerb gewannen Kupferschmidt Architekten den 1. Preis für ihren Fassadenentwurf des Südturms "Alpenglühen". Hier entschied man sich für eine Mischung aus Fassadenornament und gläsernen Kanzeln. Die Grundstruktur ist wie gesagt baugleich, die gleichen Wohnräume, der gleiche Kern, die gleichen Küchen und Bäder – alles gleich – abgesehen eben von der „Hülle“. Während das zuerst entstandene Haus „Sternenhimmel“ abgerundete, gekurvte Ecken hat, hat der grundrissgleiche Zwilling seine kantigen Ecken behalten, als geometrische Urform des Pentagons, gewissermaßen eben für Bewohner, die es nicht rund mögen. Diese Gestaltungselemente wurden aufgrund eines Beschlusses des Planungsbeirats diskutiert und im Bebauungsplan des Büros Diener & Diener festgelegt. Man fürchtete wohl, dass aus den Neubauten langweilige Kisten werden könnten und verfügte, dass die Häuser keine quadratischen, sondern pentagonale Bauten zu sein haben. Daraus folgt, dass die jeweiligen „Ecken“, ob rund oder kantig, bei beiden Häuser völlig anders aufgebaut sind. Das eckige Haus hat eine bodentiefe Verglasung, während das runde mit Brüstungen versehen ist. Beim „Sternenhimmel“ gehen die Rundungen in eine Loggia über, die sich organisch in die Fassade einfügt. Beim „Alpenglühen“ wird aus der Ecke ein verglaster Erker, der ebenfalls eine Öffnung nach außen erlaubt.

Eine weitere Anforderung an die Architekten war, dass keine der Wohnungen nur nach einer Himmelsrichtung ausgerichtet, sondern von mehreren Sonnenständen profitieren sollte, was sich als große planerische Herausforderung erwies. Die Ecken bzw. Rundbereiche wurden jeweils als Sitzecken gestalltet – was völlig einleuchtend ist, denn von dort aus hat man die schönste und weiteste Aussicht.

Je höher man kommt, umso höher sind freilich auch die Preise pro Quadratmeter, man muss sich die Weitsicht und den wunderbaren Blick von oben also erst „verdienen“. Während im unteren Bereich der Quadratmeter noch für 4.000 € zu haben ist, kann der Preis oben schon mal das Doppelte betragen.

Die „Wohnbaugeschwister“ entstehen zeitversetzt, um eine etwaige Konkurrenzsituation zu vermeiden. Das zweite Wohnhochhaus „Alpenglühen“ hat einen gewissen Standortvorteil gegenüber dem ersten, da es weiter südlich steht und ein freier Blick nach Süden auf das Panorama der Alpenkette gegeben ist.

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Burkhard Franke
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