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Steilvorlage

Maximale Wohnfläche in extremer Hanglage

Schwer zu sagen, wer hier mehr Mut bewiesen hat – die Bauherren oder die Architekten: In... mehr

Schwer zu sagen, wer hier mehr Mut bewiesen hat – die Bauherren oder die Architekten: In extremer Hanglage entstand ein Haus für eine Familie mit zwei Kindern in Starnberg.

Die Bauherren beauftragten das Starnberger Büro Kutschker Leischner Architekten, ein Haus mit maximaler Wohnfläche zu entwerfen. Eine besondere Herausforderung hierbei war die kleine Baugrundfläche, da ein bestehendes Buchenwäldchen erhalten werden sollte.

Die eigentlichen Schwierigkeiten begannen allerdings erst mit den Bauarbeiten an diesem bewaldeten Steilhang. Einzig die kleine Straße, die am Grundstück vorbeiführt und die Nachbarschaft erschließt, konnte teilweise als ebene Fläche für die Baustelleneinrichtung dienen. „Wir bauen ja oft in Hanglagen, aber hier war es wirklich besonders kritisch“, erinnert sich Architekt Jan Kutschker und fährt fort: „Die größte Herausforderung war, dass wir den Hang erst einmal abfangen mussten, bevor der eigentliche Bau des Hauses begann. Der Hang wurde mit einer Spritzbetonwand und zusätzlichen Erdnägeln unter der Straße gesichert. Die Straße konnte für die Bauzeit jedoch nicht gesperrt werden – der Durchgangsverkehr musste gewährleistet sein.

Mit einem für so ein Bauvorhaben extrem schweren und hohen Kran wurden die Baumaterialien über die Kronen der ca. 40 m hohen Bäume gehoben, weil ein anderer Zugang zur Baustelle nicht möglich war. Alles ist mittlerweile geschafft und erledigt. Seit eineinhalb Jahren wohnt die Familie im neuen Haus, welches sich nun, als wäre nichts gewesen, mit Leichtigkeit an den Hang anlehnt. Und viel größer als anfänglich zu erwarten war, ist die Wohnfläche ausgefallen. Mehr als 200 m2 verteilen sich auf drei Stockwerke. Vom oberen Geschoss aus, auf Straßenniveau, wird das Haus erschlossen. Steht man an der Straße, würde man nicht erwarten, dass sich ein so hoher Baukörper nach unten anschließt. Vom weitläufigen offenen Wohnbereich, der mit großflächigen Schiebefensterelementen verglast ist, betritt man die Südwest-Terrasse, die sich über die gesamte Breite des Hauses erstreckt. Hier sitzt man herrlich in den Baumkronen der umstehenden Buchen und manch einer erschrickt vielleicht: Es geht sechs Meter in die Tiefe und der Hang fällt noch weiter – nichts für schwindelanfällige Personen!

Der Boden des Wohnbereichs ist mit dunkel gebeizter Eiche ausgelegt, was einen sehr edlen Kontrast zu den teils weißen, teils in Sichtbeton belassenen Wänden bildet. Der Eichenboden setzt sich auf den Stufen der in die unteren beiden Stockwerke führenden Treppe fort. Auf dem mittleren Geschoss befindet sich der großzügige Schlaf- und Wellness-Bereich der Eltern, das Gartengeschoss ist als Spiel- und Schlafbereich den Kindern vorbehalten.

Auf unterschiedlichen Niveaus wurden dem Steilhang zwei ebene Gartenflächen abgetrotzt und als grüne Inseln angelegt. Die gartenseitige Fassade ist nach Osten ausgerichtet - die Nachmittagssonne dringt durch ein großes festverglastes Fensterelement in der Westfassade. Vom Obergeschoss hat man in allen Räumen einen herrlichen Blick auf das Starnberger Schloss. Geheizt wird mit einer Wärmepumpe, die ihre Energie aus zwei 90 m tiefen Erdsonden bezieht; der Standard eines Niedrigenergiehauses wird erfüllt. Den Garten und die Außenanlagen gestaltete die Landschaftsarchitektin Hildegard Köster, ebenfalls aus Starnberg.

www.k-l-architekten.de

Architekten Kutschker Leischner Architekten www.k-l-architekten.de   Fotos Gabriel... mehr

Architekten

Kutschker Leischner Architekten
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Fotos

Gabriel Büchelmeier
www.gabrielfoto.de