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Schwebender Goldbarren

Ein Bankhaus hat nach der Umgestaltung viel Neues zu bieten

Tief hineingearbeitet in die Historie des seit 1796 bestehenden Bankhauses Hauck & Aufhäuser... mehr
Tief hineingearbeitet in die Historie des seit 1796 bestehenden Bankhauses Hauck & Aufhäuser haben sich die Münchner Clemens Bachmann Architekten für die Neugestaltung der Büroflächen an den neuen Standorten Lenbach Palais und Seidlforum. „Wir haben in den umfangreichen Archiven an den Standorten München und Frankfurt recherchiert, alte Fotografien, Akten, Schriftstücke gesichtet“, erzählt Architekt Clemens Bachmann. Schließlich wurden die schönsten und aussagekräftigsten Fundstücke auf großformatige Glasflächen gedruckt und als gestalterisches Element in das Gesamtkonzept eingebunden.

Herzstück der sehr diskret und zurückhaltend gestalteten Räumlichkeiten ist der Kunden-Counter im Empfangsbereich im Lenbach Palais: Wie ein Goldbarren scheint er im Raum zu schweben. Die schwarz gefärbte Glasoberfläche sitzt auf einem Block aus Messing, der in Handarbeit gespachtelt wurde und dadurch einen fast grau-goldenen Schimmer erhielt. LED-Streifen sorgen für den Schwebe-Effekt. In den Fluren setzt sich das durchgehend auf dezente Farbgebung und wertige Materialien setzende Konzept fort: „Die Gänge erhielten bodenlange, schwere Vorhänge, die sowohl das Gefühl von Privatheit vermitteln, aber auch akustische Funktion haben“, so Bachmann. Alle vorhandenen Holzfußböden wurden abgeschliffen und geölt und die Wände in einem leichten Grauton gestrichen. Antike Möbel aus dem Fundus des Hauses Hauck ergänzen das neue Design der Flure und geben ihnen zugleich einen wohnlichen und wertigen Touch. Schließlich setzt ein sorgfältig abgestimmtes Lichtszenario, das Bachmann zusammen mit den Münchner Lichtplanern Lumen3 entwickelt hat, die neuen Räumlichkeiten in Szene.

Neu gestaltet wurden auch die Konferenzräume, wobei sich die Architekten auch hier wieder im umfangreichen Fundus der beiden Bankhäuser Inspirationen holten: So entstand ein Gemäldezimmer mit Bildern aus der bankeigenen Gemäldesammlung sowie ein Bibliothekszimmer, in dem alte Wirtschaftsbücher auf verschiedenen Regalboards wie ein Kunstwerk in Szene gesetzt wurden. Ein weiterer Raum wurde zum Biedermeier-Zimmer: „Spezielle mit Schaumstoff hinterlegte textile Wandtapeten, ein klassischer alter Kronleuchter und Möbel aus der Antiquitäten-Sammlung von Hauck & Aufhäuser machen diesen Raum zu einem ganz besonderen Besprechungszimmer, vor allem auch aus akustischer Sicht“, meint Bachmann. Das sogenannte „Farb-Zimmer" erhielt einen Anstrich in orange, rot und einem bräunlichen Farbton, der je nach Lichteinfall und Tageszeit immer wieder anders wirkt. Im großen Konferenzraum verdeutlichen große schwarz-weiß-Ansichten früherer Stammsitze nochmal die Geschichte der 1998 fusionierten Privatbanken und verdecken zugleich die dahinter liegende Technik.

www.cbarchitekten.com
Architekten: Clemens Bachmann Architekten www.cbarchitekten.com Fotos: Bernd Ducke mehr

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Clemens Bachmann Architekten
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Fotos:

Bernd Ducke