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Rostrotes Stadttor

Ein Praxiszentrum mit Biomarkt in Trudering

Passiert man die Münchner Stadtgrenze von der Wasserburger Landstraße kommend, empfängt einen... mehr

Passiert man die Münchner Stadtgrenze von der Wasserburger Landstraße kommend, empfängt einen das markante Gebäude an der Ecke Kreiller-/Karpfenstraße quasi als Eingangstor zur Stadt. Seine kupferfarbene Fassade ist ein unübersehbarer Eyecatcher, und auch die Form des Gebäudes ist durchaus ungewöhnlich. In großen Lettern wird auf den Biomarkt im Erdgeschoss hingewiesen, die übrigen Geschosse sind an Arztpraxen vermietet und bilden das so genannte „Praxiszentrum München-Ost“. Mitte 2015 wurde das Gebäude fertiggestellt und bezogen. Die Entwurfsplanung (Leistungsphase 1-4) stammt vom Münchner Architekturbüro Robert Meyer und Tobias Karlhuber Planungsgesellschaft. Der Teil Truderings, auf dem sich das Grundstück befindet, ist eher inhomogen: ein Kerngebiet MK laut Baunutzungsverordnung, sprich Gewerbe und Wohnen mischen sich hier an der Durchgangsstraße. Früher befand sich auf dem Baugrund ein Parkplatz. Das für die Nutzung des Erdgeschosses als Biomarkt und das dafür erforderliche Raumprogramm übertrafen die Vorgaben des Bebauungsplan. Eine wesentliche Herausforderung des Projekts bestand daher darin, die Wünsche der Nutzer mit den Möglichkeiten des Baurechts in Übereinstimmung zu bringen, betonen die Architekten.

An der „runden Ecke“, die eine weitere Besonderheit des Gebäudes ist, liegt der Eingang zum Biomarkt, der die gesamte Geschossfläche mit 3.030 m² des Erdgeschosses einnimmt. Vorder- und Seitenfront sind vollverglast und lassen Einblicke in die Verkaufsräume zu. Parkmöglichkeiten für die Kunden bietet eine Tiefgarage mit 42 Stellplätzen. Die kurze Seite des L-förmigen Baukörpers liegt an der Karpfenstraße, die Längsseite an der Kreillerstraße hat eine Kantenlänge von 46 m. Mit der Rundung an der Kreuzung der beiden Straßen ist den Architekten ein Kunstgriff gelungen, der das Haus weiter aufwertet und nebst der Fassade seinen Charakter ausmacht. Die Eingangssituation, die fast ein wenig an die Fifties erinnert, ist so wesentlich eleganter, als eine schroffe Eckkante. Dieser „Kopfteil“ des Baukörpers umfasst vier Stockwerke, die Längsseite lediglich drei. Auch hier gibt es statt einer harten Kante einen fliessenden Übergang vom hohen zum niedrigeren Bauteil, womit das gesamte Erscheinungsbild eine wohltuende Dynamik bekommt. Die vorgehängte Lochblechfassade ist aus eloxiertem, kupferfarbenem Aluminum mit einer Unterkonstruktion aus schwarzem Trapezblech. Soviel zur „Schauseite“ – aber auch die Rückseite lässt sich sehen. Sie ist hellgrau verputzt und hat großformatige Fenster. Die Feuertreppe wurde nach außen verlegt, um im Gebäude mehr Nutzfläche unterzubringen. Auch von hier aus sind die Praxen über die Treppe und einen breiten Laubengang zu erreichen. Kleine Grünoasen und Ruhebänke geben diesen oft eher trostlosen Gängen Aufenthaltsqualität. Alles in allem ein gelungenes und ungewöhnliches Büro- und Geschäftshaus, das optisch wohltuend hervorsticht.

www.meyerkarlhuber.de

Architekten: Robert Meyer und Tobias Karlhuber Planungsgesellschaft www.meyerkarlhuber.de... mehr

Architekten:

Robert Meyer und Tobias Karlhuber Planungsgesellschaft
www.meyerkarlhuber.de

Fotos:

Stefan Müller-Naumann