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Neuperlach reloaded

Die designierte neue Mitte „Perlach Plaza“ hat ihre Tore geöffnet

Die vor 50 Jahren gebaute „Entlastungsstadt“ Neuperlach war stets ein vielgescholtener... mehr

Die vor 50 Jahren gebaute „Entlastungsstadt“ Neuperlach war stets ein vielgescholtener Stadtteil, vermeintlich lieblos und menschenfeindlich – aus der Retorte eben. Seit dem 50. Geburtstag der Satellitenstadt wandelt sich das Image des Quartiers: Plötzlich wird es gelobt, als „vorbildlich“ bezeichnet sowie von seinen Bewohner:innen geliebt und geschätzt. Welches Narrativ nun letztlich der Realität am nächsten kommt, bleibt – noch – offen. 

Seit das Viertel nun auch noch als Leuchtturmprojekt des New European Bauhaus über alle Maßen gelobt wird, wurde ein Verschönerungsprozess in Gang gesetzt – ehrlicherweise muss gesagt werden, dass er schon früher eingesetzt hat, nämlich 2019. Wohl auch wegen Corona hat sich alles etwas verzögert, mit einer Ausnahme, die im letzten Oktober eröffnet wurde: das „Perlach Plaza“. Errichtet wurde es auf einer ehemaligen Brache, die jahrzehntelang als Parkplatz gedient hatte. Dieses Riesenprojekt soll nun die neue Mitte Neuperlachs werden. Den 2017 ausgeschriebenen Wettbewerb konnte das Architekturbüro „AllesWirdGut“ für sich entscheiden. Das Bauvorhaben wurde in relativ kurzer Zeit ausgeführt: Von der Grundsteinlegung 2019 bis zur Eröffnung im Herbst 2022 vergingen nur knapp drei Jahre. Es handelt sich um ein Mixed-Use Projekt: Mit seinem urbanen Nutzungsmix aus Einzelhandel, Dienstleistung, Gastronomie, Wohnen und Hotellerie nimmt es eine essentielle städtebauliche Funktion in der Entwicklung des neuen Zentrums „KulturQuadrat“ am Hanns-Seidel-Platz ein. Der Standort befindet sich direkt gegenüber des PEP, des alten Einkaufszentrums, das von Beginn an das Zentrum Neuperlachs war. Es hat im Gegensatz zur neuen „Perlach Plaza“ abends geschlossen, während man im neuen Komplex abends noch diverse Restaurants aufsuchen kann.

Zum Hanns Seidel Platz hin gliedert sich der Baukörper in drei scheinbar eigenständige Gebäude, die durch Arkaden miteinander verbunden sind. Auf der Rückseite fassen die weiteren Gebäude einen 5.000 m² großen Park und Innenhof ein, der künftig zentraler Platz und Treffpunkt des Zentrums sein soll. Die Lage ist insgesamt sehr verkehrsgünstig – es gibt einen direkten U-Bahn-Anschluss, sieben Stationen fährt man zum Marienplatz und neun zur Uni. Zudem befindet sich direkt nebenan ein Busbahnhof und die Autobahn in Richtung Salzburg ist schnell zu erreichen. Zum Ensemble gehören ein in intensive Farben getauchtes Hotel Ibis Styles, 110 Mietwohnungen und 104 Studentenapartments. 

Das Gebäude umfasst neun Stockwerke, drei davon unterirdisch (eines für Einzelhandel, zwei für die Tiefgarage). Das Erdgeschoss mit seiner Gastronomie ist für die Anwohner:innen über eine großzügige Freitreppe (Außenfoyer) vom Hochpark aus erreichbar. Der Einzelhandel im Untergeschoss wird über die Rolltreppe vom Erdgeschoss aus erschlossen. Das Hotel bildet den nördlichen Abschluss des Gebäudes in Gestalt eines fast rechtwinkligen Blocks an der Nord- und Westseite. Das Kulturzentrum, das auf dem Nachbargrundstück entstehen soll, schließt dann das so genannte „KulturQuadrat“ ab.

www.awg.at

Fotos: 

Tschinkersten Fotografie
www.tschinkersten.com

(Erschienen in CUBE München 03|23)