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Neuer Wohnraum im Kultviertel

Mehrfamilienhäuser mit historisierendem Zierrat

Die Beliebtheit des Glockenbachviertels ist bei Jung und Alt ungebrochen. Trotz Gentrifizierung... mehr

Die Beliebtheit des Glockenbachviertels ist bei Jung und Alt ungebrochen. Trotz Gentrifizierung gibt es in dieser Gegend noch die idyllischen Ecken, die den urtümlichen Charme des Stadtteils ausmachen. Hinterhöfe, die früher zum Großteil Handwerkerhöfe waren, werden allerdings mehr und mehr zu Wohnraum umfunktioniert. So auch in der Jahnstraße 34 – einem Grundstück, das bisher nie bebaut war. Hier befand sich bis vor kurzem ein Stahlverarbeitungsbetrieb, untergebracht in einfachen Baracken und Schuppen. An dieser Stelle steht nun ein Neubau mit drei Gebäudeteilen: dem Hauptgebäude an der Jahnstraße, dem sich anschließenden Längsriegel im Hof und dem im rechten Winkel dazu verlaufenden dritten Gebäudeteil. So ist das Grundstück maximal ausgenutzt, ohne dass ein Engegefühl entsteht oder die Bauten zu massiv wirken würden. Das straßenseitige Gebäude ist fünfgeschossig, die Bauten im Hof sind ein Geschoss niedriger. Insgesamt entstanden hier 32 Eigentumswohnungen unterschiedlicher Größe.

Das augenfällige Merkmal des Gebäudes sind seine Fassadenelemente aus eloxiertem Aluminium. Sie tragen ein Muster, das dem historischen Stadtplan entspricht, das per Laser aufgetragen wurde; es wiederholt sich in verschiedenen Skalierungen und ist an der Fassade im Erdgeschoss, an den französischen Balkonen, vor den Fahrradabstellplätzen im Durchgang zum Hof und als Balkonverkleidung angebracht.

Bauliche Besonderheiten sind die drei Townhouses im Erdgeschoss des Vorderhauses, sie sind als Maisonette-Wohnungen ausgebildet. Von der Straße gelangt man durch die zuvor beschriebenen Lochblechtore in einen kleinen Vorraum, der direkt in den Wohnraum und über eine Treppe in die oberen Räume führt.

Ein anderes Fassadendetail sind trichterartig umrahmte Fenster, die zu der straßenseitigen Küche gehören. Das Vorderhaus wird durch ein zentrales Treppenhaus erschlossen. Im obersten Geschoss befindet sich eine Dachterrassenwohnung.

Die beiden „Gartenhaus“-Gebäudeteile im Hinterhof bilden zwei Höfe, einen privaten abgeschlossenen Hof an der Südseite des Längsriegels und einen offenen, nach Norden ausgerichteten Innenhof, der von allen drei Gebäuden und einer Mauer zum Nachbargelände hin gebildet wird. Die Mauer ist ein Überrest einer historischen Backsteinmauer mit einer ovalen Öffnung, was zur Hinterhofidylle entscheidend beiträgt, ebenso wie die geschützte Kastanie, deren Erhalt schon vor Baubeginn in die Planung miteinbezogen werden musste. Die größte Herausforderung für die Architeken Studio SOKO, von denen auch der gesamte Entwurf stammt, bestand darin, unter Erhalt der Kastanie eine doppelgeschossige Tiefgarage unter das gesamte Gebäude zu bauen und den vormals versiegelten Hof wieder zu begrünen. Ein gelungenes einladenes Anwesen, das sich sehr gut zwischen den Bestandsgebäuden der Nachbarschaft einfügt.

www.studiosoko.de

Architekten: StudioSOKO www.studiosoko.de Fotos: Jochen Kraske mehr

Architekten:

StudioSOKO
www.studiosoko.de

Fotos:

Jochen Kraske