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Mit Sicherheit fliegen

Erweiterungsbau der Deutschen Flugsicherung am Münchner Flughafen

Was ist noch schöner als fliegen? Sicher fliegen! Selten macht man sich klar, dass der Luftraum... mehr
Was ist noch schöner als fliegen? Sicher fliegen! Selten macht man sich klar, dass der Luftraum rund um die Uhr von Fluglotsen überwacht werden muss, damit der Verkehr dort oben reibungslos ablaufen kann. Die Wächter in ihrem Tower über dem Flugfeld sind lediglich für die lokalen Starts und Landungen zuständig. Die Überwachung des gesamten Flugverkehrs, auch des „Durchgangsverkehrs“ erfolgt am Flughafen MUC FJS in der Kontrollzentrale der Deutschen Flugsicherung. Seit Inbetriebnahme des Flughafens vor mittlerweile 22 Jahren hat sich die Technik für die Steuerung des Flugverkehrs in einem Maße verändert, dass ein Systemwechsel der Flugsicherungstechnik erforderlich geworden ist. Da man den Fluglotsen jedoch nicht die Computer en passant vom Tisch nehmen kann, musste hierfür ein neues Gebäude entstehen. Für den Neubau wurden 2009 von fünf Architekturbüros Studien ausgearbeitet. Das Büro Henn ging als Sieger aus diesem Wettbewerb hervor.

Diese spezielle Bauaufgabe stellt höchste Anforderungen an die Architekten und an die Spezialisten für die technische Ausrüstung. Bis Ende 2013 entstand der hochmoderne und energieeffiziente Erweiterungsbau, der direkt an das bisherige Betriebsgebäude der DFS an der Nordspange des Flughafens anschließt.

Das Gebäude wird durch eine umlaufende „Verkehrszone“ erschlossen. Im Zentrum liegt geschützt der 1.800 m2 große, doppelgeschossige Betriebsraum. Er ist mit einem neuen Flugsicherungssystem ausgestattet und kann bis zu 100 Arbeitsplätze für Fluglotsen aufnehmen. Hier wird rund um die Uhr in drei Schichten gearbeitet und es werden hochgerechnet rund 1,5 Millionen Flugbewegungen pro Jahr überwacht. Dieser Betriebsraum ist als Herzstück der gesamten Anlage für bis zu 100 Sektoren angelegt. Besonders hervorzuheben ist das Belichtungskonzept für den zweigeschossigen Raum, der durch das ins Gebäudeinnere gelenkte Tageslicht einen Außenraumbezug erhält. In Kombination mit einer Grundbeleuchtung aus direktem und indirektem Licht wird so eine blendfreie Arbeitsumgebung ermöglicht.

Der gesamte süddeutsche Luftraum wird von hier aus kontrolliert, dies schließt An- und Abflüge auf allen Flughäfen von Leipzig bis zum Brenner und vom östlichen Bodensee bis Salzburg mit ein. Nach zwei Stunden Arbeit an den Bildschirmen müssen die Lotsen pausieren: Hierfür wurden ansprechende, in verschiedenen Grüntönen ausgestattete Aufenthaltsräume geschaffen, die auch einen Blick ins Freie ermöglichen. Dem weiteren Raumbedarf entsprechend befinden sich hier zusätzlich Büros, Besprechungs- sowie Technikräume und ein Betriebsbistro auf einer Fläche von insgesamt 15.000 m2. In den warmen Jahreszeiten bietet der Innenhof und ein Dachgarten in 20 m Höhe zusätzliche Erholungsmöglichkeiten.

Die charakteristische Fassade aus abwechselnd offenen und geschlossenen, gebäudehohen Rahmenelementen umhüllt den Baukörper als durchlaufendes Band. Vom Innenraum werden die offenen Elemente als bodentiefe Verglasung wahrgenommen, die viel Tageslicht einfallen lassen. Aussenseitige perforierte Lamellen reduzieren den Energieeintrag und filtern den Einblick von außen. Diese Fassadenstruktur aus vertikalen Lisenen und horizontalen Lamellen minimiert den Reflexionsanteil der Radarstrahlen und gewährleistet dadurch einen störungsfreien Radarbetrieb am Flughafen.

Die Deutsche Flugsicherung ist zu Recht stolz auf diesen Neubau, den sie als Meilenstein für die Verbesserung des Services für Flugsicherheit bezeichnet.

www.henn.com
Architekten Henn  www.henn.com Fotos HG Esch www.hgesch.de mehr

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