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Kubus mit Kletterpotenzial

Der Deutsche Alpenverein verwirklichte in Freimann ein Eldorado für Kletterer

Der imposante Kubus mit seinen bunt gesprenkelten Außenwänden unter einem grauen Dach in... mehr
Der imposante Kubus mit seinen bunt gesprenkelten Außenwänden unter einem grauen Dach in Sichtweite der Allianz-Arena sticht schon von Weitem heraus: Das neue Kletter- und Boulderzentrum des Deutschen Alpenvereins (DAV) in Freimann ist nicht nur ein Eldorado für kletterbegeisterte Sportler, sondern auch architektonisch sehr besonders. Die Kletterwände bilden die Fassade und wirken – anders als bei den herkömmlichen „Industriekisten“ mit aufgeklebter Kletterwand – durch ihren unregelmäßigen Versatz sowie den wie Felsscharten anmutenden Fensterschlitzen fast wie ein echtes Gebirge.

Die bunten Sprenkel sind die alle paar Meter angebrachten Klettergriffe, mit denen im Innen- und Außenbereich über 320 verschiedene Routen gesteckt wurden, dank des bis zu 8 m auskragenden Dachs auch wind- und wettergeschützt. Eine riesige Wettkampfwand mit einem in die Erde vertieften Zuschauerbereich vervollständigt die Anlage. Das städtebaulich zum Stadion ausgerichtete Gebäude ist das größte Bauvorhaben des DAV in den letzten Jahren – geplant und ausgeführt vom Münchner Büro rgp Architekten. Der Freimanner Bau ist bereits ihr zwölftes Gebäude dieser Art, „wir sind inzwischen wohl die Architekten weltweit mit der größten Erfahrung was Kletterhallen betrifft“, so Geschäftsführer Ralph Gierlinger. Nach Bauten unter anderem in Bad Tölz, Gilching, Regensburg und Hamburg, kam kürzlich erst eine Anfrage aus Middle East. Auch im Inneren hat das insgesamt 3.000 m2 große Kletterzentrum viel zu bieten – die formgebenden Außenfassaden bilden auch hier eine Art natürliches Relief, und im Hauptkletterbereich sind Höhen bis zu 15 m erklimmbar. Im Übungsbereich geht es auf bis zu 10 m hoch. Einzigartig ist vor allem der große 800 m2 große Boulderbereich im Erdgeschoss: Er wurde quasi durch die gesamte Gebäudebreite hindurchgesteckt und bietet Höhen von bis zu 4,50 m. Besonderheit hier: Die Boulderwände können wie sonst nirgendwo anders auch überklettert werden.

Über den Boulderbereich platzierten die Architekten einen großzügigen Empfangsbereich sowie das Restaurant mit Sicht auf die Kletterhalle. Das Design ist alpenländisch inspiriert, schlichte Materialien wie Eiche und Filz und der graue Schieferboden werden mit witzigen Details garniert – so zum Beispiel die bunten Kletterseile, die als Lichtskulptur an den Wänden und rund um den Empfangscounter abgespannt wurden.

Da beim Klettern eine hohe Feinstaubbelastung durch Magnesium entsteht, wurde die Halle natürlich belüftet über speziell gesteuerte Lüftungsklappen an Fassaden und Dachoberlichten.

www.rgp-architekten.de
Architekten: rgp architekten www.rgp-architekten.de Fotos: MOOD Photography mehr

Architekten:

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Fotos:

MOOD Photography