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Klar und reduziert

Ein Garten als Sinfonie aus Grün, Farbenpracht und Wasser

Die neoklassizistische Villa Krantz liegt an der Prinzregentenstrasse und wurde 1924 errichtet.... mehr
Die neoklassizistische Villa Krantz liegt an der Prinzregentenstrasse und wurde 1924 errichtet. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde sie 1980 wieder aufgebaut und erweitert. Das Anwesen dient heute als Firmensitz. Das Münchener Büro Rainer Schmidt Landschaftsarchitekten wurde beauftragt, den Garten als repräsentativen Außenraum des Gebäudes neu zu gestalten. Klare Linien und eine reduzierte Formensprache dominieren den Entwurf der Gartenanlage, die durch die „wilde Natur“ - vor allem den Baumbestand des unmittelbar benachbarten Prinzregentenbades - eingefasst wird.

Der Villengarten wird in drei Bereiche unterteilt: der Haupteingangsbereich, das Parterre und die geneigte Rasenfläche mit einer Wassertreppe. Der östlich der Villa liegende Haupteingangsbereich wird von einer überformten Buchsbaumlandschaft und von prächtigen Rhododendronbüschen gesäumt. Diese klassischen Gehölze betonen dezent den herrschaftlichen Charakter der Villa. Rechts und links der Terrasse bilden die sogenannten Parterres den zweiten Bereich des Gartens. Hier sind die Pflanzflächen von niedrigen Buchsbaumhecken eingefasst und schaffen den ruhigen Rahmen für die farbenfrohe und jährlich wechselnde Sommerbepflanzung. Der dritte und größte Bereich ist die ansteigende Rasenfläche mit der Wassertreppe aus schwarzem Kalkstein mit grünen Wasseradern. Sie fällt in Richtung Villa leicht ab und wird umrahmt von einer Einfassung aus hellen Kalksteinblöcken. Als immer wiederkehrendes Element säumen als Kugeln geschnittene Buchsbäume die Wassertreppe. In deren Flucht, am Ende der Blickachse liegt das Heckensofa, ein mit Efeu bewachsenes Kunstwerk von Daniel Spoerri.

Die Grenze des Gartens bilden drei geschnittene, in der Höhe gestaffelte Hecken mit verschiedenen Farben und Blattstrukturen. Diese dreistufige Hecke zeichnet klar das quer liegende Rechteck nach. Die Buchshecke ist die niedrigste Hecke gefolgt von der höheren immergrünen Eibenhecke. Die Buchenhecke bildet als höchste Hecke den Abschluss. Das ansteigende Gelände wird durch Stützmauern abgefangen. Die geneigte Rasenfläche, die Höhenstaffelung der Hecken und das Wasserbecken erzeugen eine Verfremdung der Perspektive.

Der Entwurf nimmt die klassischen Gartenelemente wie das Parterre, geschnittene Gehölze und Wasserspiele auf und fügt sie neu zu einem stimmigen Gesamtbild zusammen. Die an die Terrasse angrenzende, klare Parterregestaltung und die Parkanlage des Prinzregentenbads als Kulisse verstärken den neoklassizistischen Eindruck des Gebäudes. Die reduzierte aber qualitätsvolle Materialauswahl wie Naturstein und Bronze unterstützt den repräsentativen Charakter dieses herrschaftlichen Gartens. Insgesamt ergänzen sich Stein und Pflanze zu einer Sinfonie aus frischem Grün, sommerlicher Farbenpracht und kühlem Nass.

Gebäudefassade und Gartenelemente stehen einerseits in engem Bezug zueinander: „Natur“ erscheint im Mantel expliziter Kultivierung, in symmetrischer, „gezähmter“ Form, die einen architektonischen grünen Raum erschafft. Sogar ein Element aus dem Innenraum, das Sofa, wird in diesem Kontext zitiert. Andererseits stellt der Garten mit seiner großzügigen Leere und Reduziertheit einen Kontrast zur Kompaktheit und architektonischen Präsenz des Gebäudes dar.

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Rainer Schmidt Landschaftsarchitekten
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