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Guter Rat für wache Bürger

Ein vorbildlicher Rathausneubau samt Platzgestaltung für Bad Aibling

Als klar war, wer den Neubau entwerfen würde, stellte sich so mancher Bad Aiblinger die Frage, ob... mehr
Als klar war, wer den Neubau entwerfen würde, stellte sich so mancher Bad Aiblinger die Frage, ob das neue Rathaus nun auch eine Kuppel bekäme: Erst 2007 wurde die Therme Bad Aibling mit ihren markanten Kuppelhäuschen eröffnet. Sie stammt aus der Feder des Büross Behnisch Architekten. Bad Aibling ist das älteste Moorheilbad Bayerns und die Therme das jüngste Kurbad in dem landschaftlich wunderbaren Mangfalltal. Seither schnellen die Zahlen der Kurgäste in die Höhe.

Die Mitte der 17.000-Einwohner-Stadt im Chiemgau, 60 km südöstlich von München gelegen, bedurfte einer Erneuerung. Das alte Rathaus aus den 1970er-Jahren wirkte duster und abweisend, der Marienplatz davor war ebenfalls dringend renovierungsbedürftig. Beide Aufgaben übernahmen Behnisch Architekten, respektive deren Münchner Büro.

Der wenig einladende Kasten des alten Rathauses wurde bis auf die Grundmauern abgetragen, nur der Keller blieb erhalten. Der Aufwand, den vorbeifließenden Mühlbach trockenzulegen und umzuleiten wäre zu groß gewesen. Auf dem alten Grundriss entstand so ein freundlicher, offener, mit rostroten Holztafeln beplankter Neubau sowie der Vorplatz in neuem Gewand. Der Platz mit seinem hellgrauen Granit wirkt nun einladend hell und großzügig. Die Mariensäule in der Mitte ist eingefasst von einem neuen Brunnen und eine sanft ansteigende Rampe führt zum Rathauseingang empor, sodass der Platz sozusagen als öffentlicher Weg in das Foyer übergeht.

Das auffallendste Merkmal im Innern des als offenes, bürgernahes Haus geplanten Gebäudes ist die vom Atrium aus nach oben führende Wendetreppe. Sie wirkt wie ein Greifarm, der sich nach seinem Ziel ausstreckt - funktional und dekorativ gleichermaßen. Oben angekommen, wendet sie sich um 180 Grad und verläuft in der entgegengesetzten Richtung weiter. So werden alle vier Stockwerke ausgehend vom Bürgerbüro im Parterre erschlossen: eine Bibliothek im ersten Obergeschoss, im zweiten befinden sich Standesamt und der Sitzungssaal sowie ein über zwei Stockwerke reichender Stadtbalkon, der den Blick auf den Marienplatz und die gegenüberliegende Sebastianikirche freigibt, im obersten Stock sind das Gewerbe- und das Sozialamt untergebracht.

Nun finden alle, Bürger, Bauherren und Entwerfer: Das Ziel wurde erreicht: Die neue Mitte Bad Aiblings mit ihrem Stadtplatz und dem ,offenen‘ Rathaus ist zu einem identitätsstiftenden und kommunikationsfördernden Zentrum geworden.

www.behnisch.com
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Behnisch Architekten
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Fotos

David Matthiessen
www.davidmatthiessen.de