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Elegante Wiederbelebung

Umbau der ehemaligen Auslegehalle des Deutschen Patent- und Markenamtes

Das Deutsche Patent- und Markenamt ist die Zentralinstitution für den Schutz geistigen Eigen­tums... mehr
Das Deutsche Patent- und Markenamt ist die Zentralinstitution für den Schutz geistigen Eigen­tums in Deutschland und hat ihren Hauptsitz in München. Die heute denkmalgeschützte Gebäudegruppe wurde 1959 von Franz Hart und Helmuth Winkler errichtet und gilt mit ihren roten Ziegeln und dem filigranen Stahlbetonskelett als ein herausragendes Werk der Münchner Nachkriegsarchitektur. Sie umfasst den blockartigen, 5-geschossigen Atriumbau an der Zweibrückenstraße sowie das langgestreckte, 12-geschossige Hochhaus und den flachen Vorbau an der Erhardtstrasse. Dieses sechseckige Gebäude beherbergt die Auslegehalle, die früher öffentlich zugänglich war, damit jedermann Einsicht in die Patentanmeldungen nehmen konnte. Mit der Digitalisierung von Patenten wurde die bisherige Nutzung hinfällig.

Als Zwischenlösung war in den 1990er Jahren ein intern genutzter Veranstaltungsraum installiert worden mit erheblichen baulichen Eingriffen in den Bestand. Dadurch ging der ehemals geschlossene, flächige Innenausbau mit umlaufenden hölzernen Kabinetten in seiner klaren, vertikalen Orientierung zur ausdrucksstarken Betonwabendecke verloren.

Um das wenig genutzte Gebäude wieder mit Leben zu füllen, wurden die Architekten des Büros Bembé Dellinger beauftragt, die Aus­legehalle umzubauen. Herzstück sollte ein großer Saal für interne und externe Veranstaltungen und Konferenzen für 500 Personen sein. Neben der technischen Ertüchtigung durch eine neue Lüftungs- und Beleuchtungsanlage sowie zeitgemäße Veranstaltungstechnik wurden die Flucht­wege verbessert, neue Toilettenanlagen eingebaut und der Eingangsbereich zum einladenden Foyer umgestaltet. Dabei wurden die Grundgedanken des ursprünglichen Entwurfs aufgegriffen: ruhige Wandflächen auf die lebendige Wabendecke konzentrieren und technische Einbauten und Treppen hinter Wandverkleidungen verbergen.

Die ausdrucksstarke Wabendecke blieb erhalten und erhielt eine neue Beleuchtung in Form von flächigen Folienleuchten. Die darin verborgenen Kalt- und Warmtonleuchten können unterschiedliche Lichtszenarien erzeugen. Gleichzeitig fällt über Lichtkuppeln auch Tageslicht durch die Folie. Analog zum ursprünglichen Entwurf wurden die seitlichen Waben über der Galerie wieder geschlossen. Der feinen, holzbetonten 1950-er Jahre Gestaltung des Innenraums wurde mit Holzparkett für den Boden und geschlossenen Holzbrüstungen für die Galerie in Material und Anmutung auf zeitgemäße Art Rechnung getragen. Eine raumhohe Wand aus Eichenholz, verbunden mit der Galeriebrüstung, bildet die Saalrückwand mit integrierter Projektionsfläche und flexibel erweiterbarem Podest und verdeckt die neue Fluchttreppe ins Freie. Eine neue Wandverkleidung aus Lichtfolie, geschützt durch weißes Streckmetall, verbirgt die Befensterung und die neue Lüftungsanlage. Tageslicht dringt dabei noch ein. Diese „zweite Haut“ steht als freie Form im Raum, bindet die beiden Galerietreppen mit ein und gibt dem Raum die für die neue Nutzung notwendige Richtung auf die Bühne.

www.bembe-dellinger.de
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Architekten

Bembé Dellinger
www.bembe-dellinger.de

Fotos

Stefan Müller-Naumann
www.mueller-naumann.de