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Designte Natur

Die Pavillons und Low Cost Houses von Markus Heinsdorff

Seit ungefähr einem Jahrzehnt reist der Münchner Installationskünstler Markus Heinsdorff mit mehr... mehr
Seit ungefähr einem Jahrzehnt reist der Münchner Installationskünstler Markus Heinsdorff mit mehr als nur einer innovativen Idee im Kopf um den Globus. Er will mit ungewöhnlichen, jeweils vor Ort vorkommenden Baustoffen Behausungen zu Niedrigstpreisen entwickeln und hat schon etliches auf diesem Gebiet zu Wege gebracht. Initialzündung hierzu waren vor etlichen Jahren die ersten Erfahrungen mit Bambus als Baustoff. Inzwischen kann Heinsdorff mit Fug und Recht von sich sagen, einer der führenden Experten auf diesem Gebiet zu sein. Spätestens seit der Expo 2010 in Shanghai, auf der das von ihm entworfene zweigeschossige deutsch-chinesische Haus aus Bambus zu sehen war, hat sich sein Bekanntheitsgrad enorm vergrößert. Hier wurden Bambus-Naturrohr und Bambus-Laminat erstmals miteinander zu einer modernen Konstruktion kombiniert. Das besondere an den Bambus-Pavillons ist, dass dieses extrem widerstandsfähige, biegsame und doch stabile Naturmaterial mit High-Tech-Elementen gemischt wird. Die Verbindungsgelenke oder „Bambusknoten“ wie Heinsdorff sie nennt, sind das beste Beispiel für diese Symbiose aus Natur und modernster Technik.
Nun richtet ihm das Architekturhaus München eine Werkschau aus. Hier hat der Künstler die Möglichkeit, dem Publikum seine Erfindungen vorzustellen. Verschiedene Arten von „Low Cost Houses“ sind in der Entwicklung - so wie beispielsweise ein Falthaus das eigens für die Ausstellung gemeinsam mit der TU-München als Prototyp angefertigt wurde. Des weiteren existieren Pläne für ein Haus aus Drahtnetzen, sogenannten Gabionen, die mit beliebigen Materialien befüllt werden können, seien es Steine, Erde, Müll oder Plastikflaschen. Die so entstehenden Wände lassen sich zu einem Haus zusammensetzen. Zu diesem Thema initiierte und leitete Heindsdorff Workshops an verschiedenen Universitäten. 2013 beginnt der Bau eines Gabionen-Hauses in Western Cape, Südafrika, das als Experimental-Bauwerk aus Recyclingmaterial/Wertstoff entwickelt wird. Es stecken zahlreiche Patente in diesen Ideen - doch Heinsdorff zieht es vor, seine Entwürfe gleich zu veröffentlichen, den Leuten vor Ort ein „Tool“ an die Hand zu geben, sie aufzufordern, es nachzumachen oder im Idealfall gar eine Art Start-up-Unternehmen mit seinen Ideen zu gründen und sich so aus der Armut herauszuarbeiten. Bei all seinen Projekten ist es immer die Verbindung von Kunst und Wissenschaft, die ihn interessiert. Er nähert sich den Aufgaben aus der Sicht des Künstlers - Fachleute, Planer, Statiker, Architekten oder auch Workshops mit Studenten helfen ihm bei der Umsetzung.

Ein weiteres Ausstellungsthema ist das Wasser. Eines der ausgestellten Exponate ist das mobile Wasser-Kleinkraftwerk „Rotor“. Ein Wunderwerk ganz anderer Art, gebaut mit einfachsten Mitteln - dem Schlauch eines Traktorreifens, ein paar Wasserleitungsrohren als Tragkonstruktion, einem einfachen Elektromotor und ein paar Rotoren, gefertigt aus einer Metalltonne. Das Ergebnis ist dieser Rotor, für den Heinsdorff mit Preisen bedacht wurde. Wirft man diese Konstruktion irgendwo auf der Welt ins fließende Wasser, beginnt sie sich zu drehen und liefert Strom. All das und noch viel mehr aus der Heinsdorffschen Erfinderwerkstatt ist in der Ausstellung zu sehen - als Entwurf, als Modell, als Foto oder als Videodokumentation.

20. November bis 7. Februar 2014
Haus der Architektur, München

www.heinsdorff.de
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Markus Heinsdorff
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