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Almhüttenflair in der Maxvorstadt

„Urban Imbissstube goes Stüberl“

Die Pommes Boutique, die ihren Gästen hochwertiges, hausgemachtes Fast Food bietet, wurde vor ein... mehr
Die Pommes Boutique, die ihren Gästen hochwertiges, hausgemachtes Fast Food bietet, wurde vor ein paar Jahren als urbane Imbisstube von Martin Schmöller in Zusammenarbeit mit Michael Spindler gestaltet. Im Rahmen einer Vergrößerung sollte nun das auf einen modernen Imbiss ausgerichtete Designkonzept so weiter entwickelt werden, dass ein gemütliches Ambiente entsteht, das zum längeren Verweilen einlädt. Das Ergebnis ist ein ungewöhnliches Raumerlebnis in dem typische Elemente eines bayrischen Stüberls selbstbewusst mit grellen Farben und Industrieboden kokettiert.

Die kulinarische Grundidee des Lokals – Fast Food mit Zutaten aus biologischer Landwirtschaft in hoher Qualität zuzubereiten - spiegelt sich im architektonischen Entwurfsgedanken wider. Die scheinbare Diskrepanz des gastronomischen Konzepts wird in der Raumgestaltung aufgegriffen, konsequent weitergeführt und aufgelöst.

Industrieller Noppenboden und genoppte Tapeten in knalligem Grün und Pink geben dem Raum Dynamik und Lebendigkeit. Die aus Eiche und Fichte gefertigten Sitzmöbel, Tische und Tresen betonen mit ihrer modernen schlichten Art den formalen Entwurfsansatz. Einen überraschenden Kontrapunkt bietet das zum Gastraum hin offene Stüberl. Verwitterte Holzbretter verströmen ländliche Gemütlichkeit. Verschiedene Stilrichtungen finden sich auch bei der Gestaltung der Sitzbänke. Hier trifft das verwitterte und bewusst ungenau verarbeitet Altholz auf hochpräzise CNC-gefräste Silhouetten eines Bauernstuhls.

Bei der Erweiterung des Lokals galt es, die vorhandenen baulichen Elemente soweit wie möglich zu belassen und an das ursprüngliche Design anzuknüpfen. Die bestehenden CI-Farben – ein kräftiges Grün und Pink - wurden neu interpretiert und für ein rustikales, wie auch modernes Karomuster verwendet, das Lampenschirme und Wände ziert. Vorhandenes Mobiliar wurde adaptiert und ergänzt. Tische und Stühle entwickeln sich von schlichten, modernen Formen hin zu ländlichen Modellen mit gedrechselten Beinen bis zum originalen Bauernstuhl mit Herzerl-Lehne.

Die scheinbaren Fremdkörper im sehr modernen Ambiente bilden gleichzeitig die Brücke zum eigentlichen Highlight des Gastraums - dem gezimmerten Stüberl im linken Teil des Lokals. Dafür wurde eigens ein alter Schuppen des Bauherrn „recycelt“, der aus den bayrischen Voralpen ins urbane München versetzt wurde.

Mit einem Augenzwinkern wird durch das Verbinden und Kontrastieren der unterschiedlichen Gestaltungskonzepte gezeigt, dass sowohl schlichte, moderne, aber auch traditionelle, rustikale Elemente ihre eigene Qualität und Berechtigung haben und zu einem neuen Ganzen zusammengefügt werden können.

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