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547 Tage

Sanierung und Umbau des Industriedenkmals Isartal-Werkstätten

Bevor München ein S-Bahn-Netz hatte, war man auf die Isartalbahn angewiesen, wenn man in den... mehr

Bevor München ein S-Bahn-Netz hatte, war man auf die Isartalbahn angewiesen, wenn man in den Süden, nach Wolfratshausen, Bad Tölz oder bis zur Endstation Bichl in Oberbayern wollte. 1890 begann der Bau, teilweise waren bis zu 1.000 Arbeiter beschäftigt, bis dann am 10. Juni 1892 die erste Bahn fuhr. München rüstete im Hinblick auf die Olympiade 1972 verkehrstechnisch auf, und das Ende der Isartalbahn war eingeläutet. Die Hallen im Isarwinkel wurden noch einige Zeit als Wartungshallen für die Dampfloks genutzt, bis der Betrieb 1989 ganz eingestellt wurde.

Uwe Binnberg, Inhaber des Büros Binnberg Architekturentwicklung, erwarb das Gelände 2014 und nahm die Herausforderung an, das seit Jahrzehnten stillgelegte denkmalgeschützte und stark renovierungsbedürftige Backstein-Ensemble – bestehend aus fünf Hallen – neu zu beleben und einer modernen Nutzung zuzuführen. Gewerbeflächen, Büros und Wohnflächen entstanden hier und zusätzlich ein neues Gebäude aus Sichtbeton, das sich gut einfügt. Die Hallen wurden mit Glas, Stahl und Beton aufgewertet und energetisch sowie optisch saniert.

Auch die Freiflächen wurden renaturiert und neu gestaltet. Von den ehemaligen Gleisen ist freilich nichts mehr zu sehen. Die Lage der Hallen ist eine wahre Idylle, wie sich in der Adresse „Isarwinkel“ schon andeutet. Etwas weiter weg fliessen die Isar, der Isarkanal und der Mühlbach direkt östlich des Geländes. Gegenüber liegt, nur durch den Bach getrennt, das Freibad Maria Einsiedel, benannt nach der nahegelegenen Wallfahrtskirche, nur 100 m weiter steht das Asamschlössl, eine bekannte historische Gaststätte und auch der Tierpark Hellabrunn ist nicht weit. Das gesamte Areal ist ein Naturschutzgebiet – man befindet sich hier mitten in der Natur und doch in der Stadt. Die renovierten Backsteinhallen sind äußerst attraktiv, sowohl was das äußere Erscheinungsbild anbelangt, als auch, was die Arbeitsathmosphäre in den Hallen und Lofts betrifft. Die neue Situation gleicht dem Campus einer Universität. Nach 547 Tagen waren die Sanierungs- und Umbauarbeiten abgeschlossen, und die ersten Firmen und Mieter konnten einziehen. Inzwischen sind alle Hallen vermietet, und das Areal wirkt homogen, eingespielt, als wäre es nie anders gewesen. Der viergeschossige Neubau mit seiner Sichtbetonfassade und seinen paarweise angeordneten hohen, schlanken Fenstern passt sich mit seinem flachen Giebel den historischen Hallen an.

www.binnberg.com

Architekten: Binnberg Architekturentwicklung www.binnberg.com Fotos: Velux Deutschland... mehr

Architekten:

Binnberg Architekturentwicklung
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Fotos:

Velux Deutschland
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