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lebendige Tradition

Behutsame Sanierung und Erweiterung eines Denkmals für die Schule von heute

lebendige Tradition
Lageplan
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Grundriss EG
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Schnitt
Die Gartenstadt Hellerau ist als erste und zugleich radikalste Verwirklichung der... mehr

Die Gartenstadt Hellerau ist als erste und zugleich radikalste Verwirklichung der Gartenstadtidee in Deutschland ein Kulturdenkmal von herausragender Bedeutung. Mit den Deutschen Werkstätten und dem Festspielhaus neben den Reihen- und Mehrfamilienhäusern sowie Villen und Einfamilienhäusern wurde die Einheit von Wohnen und Arbeit, Kultur und Bildung als emanzipatorischer Anspruch von 1909 bis 1914 baulich umgesetzt.

Das Dresdner Büro von Heinle, Wischer und Partner hat die 84. Grundschule in der Gartenstadt Hellerau am Heinrich-Tessenow-Weg denkmalgerecht umfassend und behutsam saniert sowie erweitert, um den kontinuierlich steigenden Schülerzahlen gerecht zu werden. Zur Vergrößerung der Schule wurde ein benachbartes ehemaliges Feuerwehrgebäude integriert und ein Ergänzungsneubau errichtet. Dieser Neubau verbindet die historischen Gebäude miteinander und ordnet sich dabei der herausgehobenen Stellung des denkmalgeschützten Hauptgebäudes von 1913 unter. Zugleich fügt er ein bauliches Gesamtensemble zusammen, das sich schützend um den neuen Campusplatz legt. Rückseitig stellt der Neubau die Verbindung zu den grünen Gärten der Stadt her und gliedert die weitläufigen Freiflächen des Schulgeländes in die Bereiche Schulgarten, Schulhof und Hortspielplatz. Das neue Haus integriert sich in den Stadtteil über seine Typologie, die die Nebengebäude auf dem Gelände zitiert, sowie über seine ortsüblichen Bauformen und Materialien. Die für Hellerau typische Form der Holzpergola findet sich als Motiv in der Fassade und der Ausbildung des Laubenganges wieder. Mit seiner Dimensionierung, Ausrichtung und Gestaltung schafft dieser Laubengang nicht nur die Möglichkeit, alle Gebäude des Schulensembles „trockenen Fußes“ zu erreichen, sondern ist gleichzeitig auch ein Aufenthaltsbereich für Schüler und Hortkinder mit einer hohen räumlichen Qualität.

Im Erdgeschoss des neuen Gebäudes befinden sich die Horträume, alle mit direktem Zugang nach draußen versehen. Die Anordnung ermöglicht, dass sich die Kinder jederzeit zwischen drinnen und draußen hin und her bewegen und die neuen Bewegungsflächen für naturnahes Spielen intensiv nutzen können. Eine Besonderheit sind die neu entstandenen Freianlagen speziell für Tanz- und Rhythmusübungen, die in der Hellerauer Tradition des Prinzips Rhythmik wurzeln. Im ehemaligen Feuerwehrgebäude ist jetzt die Mensa untergebracht. Das Haus öffnet sich mit seinen großen Toren, die ehemals den Rettungsfahrzeugen dienten, einladend zum neuen Campusplatz. Gut 200 Schüler sowie Lehrer und Erzieher werden hier mittags versorgt. Die Funktionen im historischen Schulgebäude sind trotz Erweiterung und funktionaler Neuordnung im Wesentlichen erhalten geblieben: Verwaltung, vier Klassenräume und Umkleidebereich für die Sporthalle.

www.heinlewischerpartner.de

Fotos:

Brigida González
www.brigidagonzalez.de

(Erschienen in CUBE Leipzig 02|21)



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