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Drei auf einen Streich

Eine Kita am Stadtrand bietet Identifikation und große räumliche Qualitäten

Das frühere Dorf Breitenfeld liegt am nördlichen Stadtrand und hat sich seinen ländlichen... mehr

Das frühere Dorf Breitenfeld liegt am nördlichen Stadtrand und hat sich seinen ländlichen Charakter bewahrt. Inmitten einer homogenen Einfamilienhaussiedlung mit Satteldachhäusern, umgeben von Wiesen und Feldern und direkt an einen Park mit Feuchtbiotop angrenzend entstand diese Kindertagesstätte für gut 100 Kinder. Was auf den ersten Blick idyllisch anmutet, bedeutete für das Architekturbüro Irlenbusch von Hantelmann einige Herausforderungen. Es galt, die strikten, auf Einfamilienhäuser zugeschnittenen, planungsrechtlichen Vorgaben und die geforderten Abstandsflächen einzuhalten, das benachbarte Naturdenkmal sowie das Bestandsgebäude des Trägers auf dem Grundstück zu berücksichtigen.

Als Antwort auf all diese Zwänge positionierten die Architekten den Neubau mit nahezu quadratischer Grundform im nordöstlichen Bereich des Grundstücks. Die sehr prägnante Gestalt des Gebäudes mit den drei aneinandergereihten, giebelständigen Satteldächern fügt sich harmonisch in die Umgebung ein und entspricht den Vorgaben des Bebauungsplans für Einfamilienhäuser. Dennoch bleibt der Neubau mit seiner charaktervollen Erscheinung als öffentliches Gebäude erkennbar. Die einheitliche Farbgebung und die strukturierte Putzfassade verstärken den monolithischen Eindruck. Darüber hinaus hat die markante Dachform einen hohen Wiedererkennungswert für die Kinder.

Im Innern entfalten sich ungeahnte Raumqualitäten. Das mittlere Haus verknüpft Erschließung, Foyer und Garderoben zu einer luftigen Halle mit großzügiger Atmosphäre. Die kompakte, übersichtliche Struktur gewährleistet eine hohe Funktionalität mit kurzen Wegen und gibt allen Nutzern klare Orientierung. Die Räume machen die Dachform im Innern erkennbar und greifbar, sie schafft Luft und Platz für Kinder und Mitarbeiter des Hauses. Als bewusster Gegensatz zur oftmals lauten, grellen Umwelt kommen in der Kita natürliche, ruhige und zurückhaltende Materialien und Farben zum Einsatz. Putz, Holz, Beton und Metall machen das Gebäude in seiner Bauweise und seiner Konstruktion für die Kinder erlebbar und bieten ihnen visuelle und haptische Reize.

Die Kita wurde von der Stadt Leipzig gebaut. Durch die große Zahl von benötigten Kitaplätzen bei gleichzeitig angespannter finanzieller Situation der Kommunen entsteht die Gefahr, dass schnelle, aber nicht optimale Lösungen entstehen. Umso anerkennenswerter, dass hier mit reduzierten Mitteln ein solches Ergebnis realisiert werden konnte. Das Gebäude wurde mit einer lobenden Erwähnung beim Architekturpreis der Stadt Leipzig 2019 bedacht.

www.ih-architekten.de

Fotos:

Johannes Ernst
www.johannesernst.de

(Erschienen in CUBE Leipzig 01|20)

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