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Park Seo-Bo und Minjung Kim in Langen Foundation

In Werken aus Hanji-Papier setzen sich die koreanischen Künstler mit den Traditionen ihres Landes auseinander

Park Seo-Bo (geb. 1931) und Minjung Kim (geb. 1962) sind zwei prägende Repräsentanten der koreanischen Kunstszene, die zum ersten Mal in Deutschland ausgestellt werden. Hierfür stellt die Langen Foundation ihr gesamtes von Tadao Ando entworfenes Museum zur Verfügung. In der Tradition der außergewöhnlichen Sammlung von asiatischer Kunst der Familie Langen wird ein interkultureller Brückenschlag zwischen Ost und West ermöglicht, der Tradition und Moderne auf anschauliche Weise miteinander verbindet.

Im Unterschied zu einer jüngeren Generation koreanischer Künstler*innen beschäftigen sich Minjung Kim und Park Seo-Bo nicht mit Popkultur und sozialen Themen, sondern setzen Traditionen und Methoden der asiatischen Kultur in einen Dialog mit westlicher Kunst.

Mit insgesamt 70 Werken wird eine breite Übersicht in jeweils zwei Einzelpräsentationen gezeigt. Minjung Kim ist bekannt für ihre collagierten Arbeiten mit Schichten von Hanji Papier, dem traditionellen koreanischen Papier, das aus der Rinde des Maulbeerbaums gewonnen wird. Mit ihren abstrakten Kompositionen gilt sie als eine der wenigen weiblichen Künstlerinnen in der Nachfolge der Dansaekhwa, einer Bewegung der Nachkriegszeit in Korea. Als Begründer und wichtigster Repräsentant dieser koreanischen monochromen Malerei gilt Park Seo-Bo.

Park Seo-Bo gehörte zu einer Generation, die durch den Koreanischen Krieg (1950-53), aus dem die Teilung in Norden und Süden folgte, tief betroffen war. Er begann zunächst, mit westlicher Abstraktion zu experimentieren, insbesondere der Art Informel, die er während seines Aufenthalts in Paris 1961 kennenlernte. Schon bald begann er jedoch, nach einer stärker introspektiven Methode zu arbeiten, die ihre Ursprünge in der Taoistischen und Buddhistischen Philosophie sowie in der koreanischen Tradition der Kalligrafie hatte.

Am bekanntesten ist Park Seo-Bo für seine Écriture Serie, die er in den späten 1960er Jahren begann. Écriture, das französische Wort für Schreiben, ist ein wiederkehrendes Thema in Park Seo-Bos Œuvre. In dieser Werkgruppe führt er zwei zentrale Arbeitsweisen zusammen und verbindet seinen spirituellen Ansatz mit Vorstellungen von Zeit, Raum und Material. Die kontinuierlich wiederholten Bleistiftstriche nehmen die traditionelle Bedeutung der asiatischen Kalligrafie auf, zugleich existiert durch die betont körperbezogene Ausführung eine Nähe zum Abstrakten Expressionismus der westlichen Kunst.

1983 begann Park Seo-Bo mit der Verwendung von Hanji Papier, das er angefeuchtet in Lagen auf die Leinwand aufbrachte. Bei diesem Prozess wird das Papier mit unterschiedlichen Werkzeugen geformt und bearbeitet, sodass eine skulpturale Bildoberfläche entsteht. Diese Entwicklung, zusammen mit der Einführung von Farbe, ermöglichte eine Erweiterung seiner künstlerischen Praxis, ohne jedoch sein Anliegen, Leere durch Reduktion zu schaffen, aufzugeben.

Minjung Kim studierte an der Hongik University in Seoul, die von Park Seo-Bo geleitet wurde. 1991 setzte sie ihr Studium in Mailand an der Brera Akademie fort. Seither lebt sie in Italien und Frankreich. Auch in Europa führt sie das Arbeiten mit Hanji Papier weiter. Sie bearbeitet das Papier, indem sie es durch eine Kerzenflamme oder Räucherstäbchen anbrennt, bevor sie es zu einer Collage zusammensetzt. „Durch den Einsatz von Feuer konnte ich die Kraft der Natur spüren, diese aber auch kontrollieren“, sagt Minjung Kim. Das destruktive Moment des Feuers verwandelt sie somit in einen produktiven Akt. Das Papier als Erzeugnis aus der Rinde des Maulbeerbaums ist seinerseits Teil des natürlichen Kreislaufs und für die Künstlerin sowohl spirituell als auch physisch bedeutsam.

Minjung Kim hat ihre Arbeit als „Visualisierung von Zen und Tao“ beschrieben. Ihr meditativer Arbeitsprozess führt zu rhythmischen, häufig seriellen Bildern, in denen, ähnlich wie in der Dansaekhwa, Malerei das Moment der Wiederholung im Mittelpunkt steht. Doch gleichermaßen gibt es Bezüge zu für Minjung Kim einflussreichen Künstlern wie Constantin Brancusi, Brice Marden oder Carl Andre.

Ausstellung noch bis zum 2. August 2020
Raketenstation Hombroich 1 | 41472 Neuss

www.langenfoundation.de

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