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VIEL PLATZ ZUM GROSSWERDEN

Konjunkturpaket II beschleunigt Sanierung und Ausbau von Kitas

Im Rahmen des Konjunkturpakets II beauftragte die Stadt Bonn das in Bonn ansässige... mehr
Im Rahmen des Konjunkturpakets II beauftragte die Stadt Bonn das in Bonn ansässige Architekturbüro Beyß mit dem Neubau von zwei Kindertagesstätten sowie der energetischen Sanierung von zwei weiteren Kindertagesstätten. Dabei beinhaltetet der Auftrag für die Kita „An der Umkehr“ den Neubau einer vierzügigen Kindertagesstätte, von denen eine Gruppe als integrative U3-Gruppe betrieben werden soll, die drei verbleibenden Gruppen werden in Form einer U3 sowie 2er gemischter Gruppen konzipiert. Entscheidend bei der Planung war, dass das Raumprogramm und die Raumgrößen den Vorgaben des Landschaftsverband Rheinland (LVR) entsprechen müssen.

Für die Kindertagesstätte stand eine vergleichsweise kurze Planungs- und Realisierungszeit von insgesamt neun Monaten zur Verfügung. In Abstimmung mit dem Auftraggeber wurde das Projekt in Holztafelbauweise realisiert. Der hohe Grad an Vorfabrikation, der bei dieser Bauweise in einem Unternehmen realisiert wird, reduziert die Zahl der Schnittstellen und gewährleistet somit einen reibungsloseren und damit schnelleren Bauablauf. Darüber hinaus wurden die Architekten, anders als sonst üblich, auch mit der Planung der gesamten Ausstattung – inklusive der Möbel, Spielgeräte, des Geschirr, Besteck sowie der Außenspielgeräte – beauftragt, um auch hier zeitverzögernde Abstimmungen zu vermeiden.
Das Gebäude ist als Zentralgebäude konzipiert. Das bedeutet: Alle Funktionen gruppieren sich um eine zentrale Halle, die den Kindern als Spiel- und Aktionsfläche zur Verfügung steht. Von hier aus werden sowohl die Gruppenbereiche als auch die Räume der Verwaltung direkt erschlossen. Verkehrsflächen in Form von monofunktionalen Fluren sind nicht vorhanden. Die Gruppenbereiche sind als abgeschlossene Einheiten gestaltet, wobei der große Gruppenraum das zentrale Element ist, von dem aus die übrigen Gruppenbereiche erschlossen werden. Von hier aus ist auch der direkte Zugang zu den vorgelagerten Terrassen und Außenspielflächen möglich.

Das Gebäude wurde als ‚einfaches‘ Putzgebäude konzipiert. Um die Idee der zentralen Halle als ‚halböffentlichen‘ Raum – im Gegensatz zu den ‚privaten‘ Gruppenbereichen – zu stärken, zieht sich der Außenputz auch in die Halle hinein. Auf diese Weise sind die einzelnen Baukörper innen ebenso eindeutig ablesbar. Darüber hinaus ist der robuste Außenputz für die mechanische Belastung der Wände in diesem Bereich besonders geeignet. Die Wände der Gruppenbereiche sind gespachtelt und weiß gestrichen. Der einheitliche Kautschuk-Bodenbelag gewährleistet die optische Durchgängigkeit im Gebäude. Zu beachten galt, dass sämtliche verwendete Materialien den Vorgaben der Stadt Bonn in Bezug auf Schadstoffemissionen entsprechen müssen.

Die Konzeption als Zentralgebäude gewährleistet eine kompakte Bauform mit kurzen Wegen und geringem Verkehrsflächenanteil. Zudem ist die Verkehrsfläche in Form der zentralen Bauweise multifunktional nutzbar. In ästhetischer Hinsicht zeichnet eine geometrische klare Baukörperstruktur das Gebäude aus – ebenso wie die Beschränkung auf wenige Gestaltungselemente, wie das Wechselspiel von Fenstern in drei verschiedenen Breiten mit Unter- bzw. Oberlicht. Die Beauftragung erfolgte im November 2009, allerdings lag der Baubeginn erst im April 2010. Fertiggestellt wurde das Gebäude im August 2010, so dass es seitdem vielen Kindern Platz zum Spielen, Lernen und Groß werden bietet.

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Antonia Petschat