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Verbindung von Neu und Alt

Revitalisierung eines Bürogebäudes

Mitten in der Kölner Innenstadt, zwischen Gereonshof und dem Klapperhof liegt die Spiesergasse,... mehr

Mitten in der Kölner Innenstadt, zwischen Gereonshof und dem Klapperhof liegt die Spiesergasse, in der sich das 1955 erbaute Stadthaus be­findet. Nach mehr als einem halben Jahrhundert intensiver Nutzung, zunächst als Wohn- und Geschäfts-, anschließend als Bürogebäude durch den Gerling-Konzern, wurde das ursprünglich von Winand Müller realisierte Eckhaus in der Zeit von Juli 2011 bis September 2012 durch das Architekturbüro ksg umgebaut. Um hierbei die Atmosphäre der 1960er-Jahre-Architektur des Gebäudes zu erhalten, integrierten die Architekten alle neuen Einbauten und Änderungen in die bestehende Architektur des Hauses. „Es war unser Wunsch, den Charakter des Hauses zu erhalten. Zugleich sollte das Gebäude in seiner Funktionalität den modernen Anforderungen angepasst und in der Auswahl der verbauten Werkstoffe dem gewachsenen Umweltbewusstsein gerecht werden“, so Bauherr Hans Jörg Budischin.

Da sich der Auftraggeber open-space-Büroflächen wünschte, die flexibel, weitläufig und repräsentativ sein sollten, wurden die Etagen von nahezu allen Trennwänden befreit. Auf diese Weise entstanden vier Loft-Geschosse, die gemeinsam mit dem Dachgeschoss eine flexible und vielfältige Nutzung der Büroflächen bieten.

Da sich die Grundsubstanz des Gebäudes als äußerst gut erwies, traten bei der Revitalisierung kaum Probleme auf. Lediglich in einzelnen Details gab es hier und da Schwierigkeiten, die es zu meistern galt. Ein Beispiel hierfür ist der Treppenhausboden, der an einigen Stellen nicht mehr komplett erhalten war. Die Lösung: Die Architekten verwendeten die alten Fensterbänke, die aus demselben Material waren, schnitten diese auf ihre Bedürfnisse zu und bauten sie in die Böden ein. Auf der Suche nach einem Grundgedanken für den Leitentwurf, lauteten die ersten Fragen: Was habe ich? Was ist vorhanden? Und wie kann ich aus dem Vorhandenen das Neue heraus entwickeln? „Es ist als wenn man etwas zur Reinigung bringt oder einen Oldtimer aufbereitet. Dieser wird auch nicht neu erfunden. Genauso wollten wir dieses Haus nicht neu machen, sondern es auf die neuen Bedürfnisse anpassen – das Resultat ist das ‚alte neue Haus‘!“ so Gabriel Mörsch, Projektleiter bei ksg.

Im Inneren war die Reduzierung auf das Wesentliche das Leitmotiv des Ausbaus. Dabei lässt die Wahl von Einbaumöbel und der integrierten Beleuchtung bzw. der rahmenlosen Fenster Platz für viele Optionen. Jede Etage erhielt als Grundausstattung ein raumhohes, multifunktionales Einbaumöbel, welches sich über die gesamte Länge der Grundrisse erstreckt. Hier befindet sich die Medientechnik, großzügige Lagerflächen sowie der Zugang vom Treppenhaus als auch die Zugänge zu Teeküche und Toilettenbereich.

Bei der Materialwahl entschieden sich die Architekten für ein reduziertes Konzept. Sämtliche Einbauten, Möbel und Böden sind aus einem Material, nämlich Bambus. An den Wänden befindet sich Lehmputz, der die rahmenlosen Fenster umschließt. Diese funktionieren wie eine Art Möbel, das Zuluft-Element ist bereits integriert. Bei den Fensterbänken greift wieder das Konzept „Aus vorhandenem Neues zu entwickeln“: Sie wurden aus demselben Basalt – wie er auch schon an der Fassade zu sehen ist – hergestellt. Funktional und ästhetisch betrachtet, zeichnen klare Linien – sowohl innen als auch außen – den Entwurf aus. Hinzu kommt die gelungene Verschmelzung von Alt und Neu.

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