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Perfektion der Metamorphose

Ein Haus im Kölner Westen wurde mit viel Liebe zum Detail saniert und umgebaut

Bestand umzuformen, anstatt alles von Null zu planen – das ist nicht nur ressourcenschonend,... mehr

Bestand umzuformen, anstatt alles von Null zu planen – das ist nicht nur ressourcenschonend, sondern mitunter auch zeitsparend. Wie sehr innerhalb des Bestandes ein völlig neues Haus mit einer individuellen Raumvielfalt entstehen kann, führt das Einfamilienhaus vor, das der Kölner Architekt Benjamin von Pidoll mit viel Liebe zum Detail umgebaut hat. Binnen eines halben Jahres plante er das zweigeschossige Zweifamilienhaus in ein Domizil mit 295 m² Wohnfläche genehmigungsfähig um – für ein junges Ehepaar mit einem kleinen Kind.

Großzügig und offen wirken die neuen Räume, die durch große transparente Fensterflächen viel natürliches Tageslicht hineinlassen und neue Aussichten auf den erhaltenen Garten gestatten. Leitgedanke des Entwurfes war es, eine großzügige Halle mit einer zweigeschossigen Galerie zu schaffen – als zentraler Mittel- und Begegnungspunkt des Hauses. Sie wird von einer Lichtdecke abgeschlossen, die in ganz unterschiedlichen Lichttemperaturen dimmbar ist und somit wie ein natürliches Oberlicht wirkt. Von der Galerie aus werden auf zwei Splitlevel-Etagen alle repräsentativen Bereiche erreicht: Das Entree mit der Garderobe ebenso wie das gartenseitige Wohnzimmer, die ein Zwischengeschoss darunter liegende Küche mit Vorbereitungsraum und Außenbereich und das im Nebentrakt situierte Arbeitszimmer. Auf den beiden Galerieetagen befinden sich dagegen alle privaten Bereiche – unter anderem der Masterbedroom mit WC, Masterbad und Ankleide sowie auf der Kindergalerie die beiden Kinderzimmer und das Kinderbad. Detailliert wurden die Einzelräume als Unikate bis ins kleinste Detail hinein durchgestaltet. Dabei wurde bewusst auf eine reduzierte Architektursprache und Materialauswahl gesetzt. Die Räume sollten in ihren Proportionen, dem Material und dem Licht differenziert in Szene gesetzt werden. Bei den Bodenbelägen vertraute der Architekt auf Pietra-Serena-Natursteinplatten, die – perfekt auf die Raummaße zugeschnitten – in allen öffentlichen Bereichen verlegt wurden. Aus dem gleichen Stein wurden – mit eingefrästem Gefälle – auch der Duschboden und die -Wände hergestellt; aus einem Block geschnitten sind die Waschtische und der Kaminsims im Wohnbereich. In allen privaten Räumen erzeugt hochselektiertes Eichenparkett ein homogenes Bild. Sämtliche Einbaumöbel wurden mit weiß lackierten Oberflächen versehen, ebenso wie die bis in die Rosetten hinein wandbündig gestalteten Tapetentüren. Lediglich besondere skulpturale Elemente, wie die Treppenstufen, der Raumtrenner im Entree oder die auskragende, sich raffiniert in die Garderobe verlängernde Sitzbank wurden aus Eichenholz hergestellt. Alle Fenster sind (ebenso wie die integrierten Leuchten) mit Strukturlack beschichtet und innenbündig eingesetzt, so dass sie tatsächlich wie ein Rahmen auf der Wandoberfläche anmuten.

Als eine besondere Herausforderung gestaltete sich die Integration der umfangreichen Haustechnik: Die reduzierte, minimalistische Architektursprache sollte in ihrer Wirkung nicht durch technische Installationen gestört werden. So wurden Kabelverbindungen, Installationsrohre und Lüftungskanäle nicht durch die sonst üblichen Abkofferungen verborgen, sondern man setzte auf eine perfekte Integration in Decke, Einbaumöbel und Wand. Statt über die gewohnten schlitzartigen Tellerventile erfolgt die Lüftung – fast unsichtbar – über deckenintegrierte Schattenfugen. Eine umfangreiche Gebäudeautomation (KNX) ermöglicht zudem die allumfassende Steuerung von Licht, Heizung, Fensterverschattung und Alarm – auch Gaskamin, Küchenelektronik und Badewanne lassen sich so ansteuern. Ein verborgenes Highlight im UG ist das Heimkino. Als Raum-im-Raum zusammen mit einem Kinoplaner entwickelt, ermöglicht es authentisches Kinofeeling – ohne das Kind um seinen Schlaf zu bringen.

www.vonpidoll.de

Architekten: Benjamin von Pidoll Architekt www.vonpidoll.de Schiebetüren: Solarlux... mehr

Architekten:

Benjamin von Pidoll Architekt
www.vonpidoll.de

Schiebetüren:

Solarlux
www.solarlux.de

Fenster, Eingangstür:

Kapp Rolladen- und Fensterbau
www.kapp.de

Schreiner (Treppe/Türen/Küche):

Schumann Möbelwerkstätte
www.schumann-moebel.de

KNX Schalter:

Basalte
www.basalte.be/de

Möbel:

Walter Knoll
www.walterknoll.de

Naturstein:

Fuchs Naturstein
www.fuchs.it/de

Fotos:

Philip Kistner