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Landluft? Stadtluft? Beides!

Statt alter Ställe stehen neue Mehrfamilienwohnhäuser auf der Wiese

Nicht Stadt, nicht Land – und doch die Vorteile von beidem. So könnte die Beschreibung von... mehr

Nicht Stadt, nicht Land – und doch die Vorteile von beidem. So könnte die Beschreibung von Merheim lauten. Früher ein kleines Dorf, aufgrund der zur Verfügung stehenden Transportmittel weit weg von der Stadt, gehört der Flecken längst zu Köln. Als Stadtteil im Bezirk Kalk ist er gut an die Innenstadt angebunden. Doch auch das Bergische Land liegt praktisch vor der Haustür. Für Immobilienfirmen wie Projekton Immobilien ein guter Grund, Baugrund zu sondieren. Für ein Grundstück von 2.330 m² beauftragten sie das Architekturbüro Jürgensen & Jürgensen erst mit einer Planungsstudie und dann mit dem Entwurf. Wo früher Stallungen standen, die heute nicht mehr gebraucht werden, entstanden zwei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 28 Eigentumswohnungen.

Die beiden viergeschossigen Gebäude fügen sich in ihre sehr heterogene Umgebung ein, versuchen zu verbinden und zu vermitteln. Flächen in warmen Farbtönen und bronzefarben eloxierte Balkonverkleidungen unterbrechen das Weiß der Putzfassade, die sich gegen das Grau der Straße und die grüne Wiese abhebt. Zu den Häusern führt eine barrierefreie Zuwegung und auch in den Häusern selbst sorgen Aufzüge für größtmögliche Unabhängigkeit der Bewohner. Dazu gehört auch die Tiefgarage, die Platz für auf dem Land immer noch als unerlässlich geltende Autos bietet, aber auch für Fahrräder – die ebenso viel, wenn nicht noch mehr Freiheit versprechen.

Vor allem nach Süden und Westen öffnen sich die Wohnbereiche und so strömt großzügig Tageslicht in die Räume der 50 bis 150 m² großen Wohnungen. Die kleinsten Einheiten umfassen zwei Zimmer, im obersten Geschoss liegen in beiden Gebäuden großzügige Wohnungen mit ebenso großzügigen Dachterrassen. Und ganz oben, auf dem Flachdach, findet sich teilweise sogar extensive Dachbegrünung. An Außenbereichen mangelt es aber auch in den darunterliegenden Wohnungen nicht. Balkone oder private Gärten erweitern den Wohnraum ins Freie.

Zudem gibt es einen gemeinschaftlich genutzten, halböffentlichen Außenbereich, der von den Gebäuden zur Straßenseite hin geschützt wird. Hier haben die Kölner Landschaftsarchitekten Lill + Sparla, die alle Freiflächen auf dem Gelände gestaltet haben, ein grünes Refugium mit einladenden Bänken und einer Spielfläche für Kinder geschaffen. So können sich Nachbarn zwischen den Häusern treffen, miteinander plaudern und die Kinder gemeinsam beim Spielen aufwachsen sehen. Fast so, wie es früher auf dem Dorf war.

www.juergensen-architekten.de


Fotos:

Margot Gottschling
www.mgottschling.de

(Erschienen in CUBE Köln Bonn 04|20)

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